Demokratien beugen sich totalitärem Regime – Keine Visa für Chinesen während Jiang Zemins Besuch in IslandChinesen und Taiwanesen während Jiangs Besuch auf der Insel unerwünscht; in den USA wurden Visa nach anfänglicher Genehmigung zurückgezogen

08.06.2002verfolgung
Im Rahmen seiner derzeitigen Besuchstour durch fünf europäische Länder wird sich der chinesische KP- und Regierungschef Jiang Zemin in der Zeit vom 12.-16. Juni in Island aufhalten. In diesem Zusammenhang wurden am 6. Juni mindestens 10 chinesischen und taiwanesischen Staatsbürgern, die in den USA leben, die Visumsanträge für Island abgelehnt. So war Tao Wang bereits bei Einreichung seines Antrags gefragt worden, ob sein Island-Besuch im Zusammenhang mit Falun Gong stehe. Es hieß dann, in einigen Tagen könne er sein Visum abholen. Aber schon auf dem Heimweg wurde ihm telefonisch die Ablehnung für den Zeitraum bis zum 18. Juni mitgeteilt. Diese Ablehnung habe nichts mit ihm persönlich, sondern mit dem Besuch hoher chinesischer, kommunistischer Funktionsträger in der Zeit vom 12.-16. Juni zu tun. Kommentar von Tao Wang: „Der von Jiang Zemin ausgeübte Druck lässt sie selbst handeln wie ein totalitäres Regime \[...] Wie wird die Geschichte das beurteilen? Warum hat Jiang Zemin solche Angst vor seinen eigenen Landsleuten?“

Wuyi Liu, ein Computer-Ingenieur aus New York, erlebte Ähnliches, als er das Visum für einen befreundeten Professor und chinesischen Staatsbürger abholen wollte. Ein Konsulats-Angestellter zeigte ihm ein aktuelles Fax der isländischen Regierung. Es besagt, dass sich chinesische oder taiwanesische Antragsteller in dieser Frage direkt an das isländische „Immigration Office“ wenden müssen und ihnen nur mit besonderer Genehmigung ein Visum für den Zeitraum des Jiang Zemin-Besuches ausgestellt würde.

Auch osteuropäische Länder unter Druck von Jiang Zemin

Während Jiang Zemins Besuch in Deutschland vor zwei Monaten gab es keine Visa-Beschränkungen, etwa 300-400 Falun Gong-Praktizierende aus aller Welt zeigten auf öffentlichen Plätzen mit ihren Übungen den friedlichen Charakter von Falun Gong, für den es überall auf der Welt bekannt ist. Und trotzdem drohte die chinesische Seite mit dem Abbruch des Staatsbesuchs, falls die Farbe Gelb (für Falun Gong) weiterhin massiv aufträte.

Nun haben russische Offizielle in St. Petersburg, Jiang Zemins erstem Stopp in Europa, Falun Gong-Praktizierenden für den Fall öffentlicher Demonstrationen in der Nähe des KP-Chefs mit Festnahme gedroht.

Zwei gebürtigen Chinesen mit kanadischem Pass wurde das Einreisevisum für Estland, Jiangs zweiten Stopp, abgelehnt.

Eine irrationale und nicht zu begründende Angst des Jiang Zemin-Regimes vor Falun Gong wird mit diesen Fakten überdeutlich, ebenso sein Druck auf die Gastgeber. Demokratische Länder entfernen sich unter chinesischem Einfluss von ihren demokratischen Grundsätzen und stützen damit ein Regime und ein Staatsoberhaupt, das in verbrecherischer Weise Hunderttausende seiner eigenen Bürger unterdrückt und einkerkert.
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