Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

US-Bürger in China wegen Praktizierens von Falun Gong seit 22. Januar in Haft

Pressemitteilung: 30.01.2003
Aussage des Amerikaners gegenüber U.S. Konsulatsvertretern: „Ich habe nichts Strafbares begangen...nur weil ich Falun Gong praktiziere, werde ich wie ein politischer Gefangener behandelt.“ Die Anklage kann bis zu 15 Jahre Gefängnis für den Amerikaner bedeuten. Am 22. Januar wurde Charles Li, ein U.S.-Bürger aus Menlo Park, Kalifornien, kurz nach seiner Ankunft auf dem Flughafen von Guangzhou festgenommen. Von dort wurde er in das ca. 1.600 km entfernte Untersuchungsgefängnis Yangzhou in der Provinz Jiangsu gebracht.

Erst zwei Tage später informierten die chinesischen Behörden das U.S. Konsulat in Shanghai über diesen Vorfall. Sie gaben an, dass Charles Li der Sabotage an TV und /oder Radioeinrichtungen angeklagt wird --- eine Anklage, die laut U.S.-Beamten in Shanghai zu einer Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren führen kann.

In einem Gespräch mit Vertretern des U.S. Konsulats am 28. Januar widersprach Charles Li den Anschuldigungen. In dem Gespräch äußerte er seine Ansicht, dass die chinesische Seite ihn nur deshalb wie einen politischen Gefangenen behandelt, weil er Falun Gong praktiziert.

„Ein unschuldiger Amerikaner wurde widerrechtlich festgenommen, und ihm wurde mit falschen Beschuldigungen gedroht, mit Beschuldigungen, die eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren nach sich ziehen können, und das nur, weil er Falun Gong praktiziert,“ sagte Erping Zhang, Sprecher des Falun Dafa Information Center, New York. „Das ist empörend.....Charles muss umgehend freigelassen werden. Wir rufen die U.S.-Regierung und die amerikanischen Mitbürger auf, bitte helfen Sie mit bei der Befreiung von Charles Li in China.“

Faires Rechtsverfahren kaum zu erwarten


Einer offiziellen U.S. Vertreterin wurde am 28. Januar ein 30-minütiges Treffen mit Charles Li gestattet; ihr wurde mitgeteilt, es werde monatlich jeweils nur ein einziges Treffen von 30 Minuten Dauer erlaubt.

Die U.S. Vertreterin gab an, dass sie Li bei dem kurzen Gespräch eine Liste von Anwälten übergeben habe. In der Vergangenheit sind Rechtsvertretung und ein faires Gerichtsverfahren Falun Gong-Praktizierenden von offizieller Seite versagt worden.

In einem Bericht von AFP vom August 1999 hieß es: “Die chinesische Regierung hat angeordnet, dass chinesische Anwälte Falun Gong-Praktizierende nicht vertreten dürfen. Dieser Befehl ging aus den Anordnungen des Justizbüros an Anwaltsbüros in größeren Städten hervor.“

Im Jahre 2001 hatte das Büro seine Strategie leicht geändert, nach Angaben chinesischer Quellen: an die Stelle einer direkten Ablehnung einer Rechtsvertretung wurde nunmehr von Anwälten verlangt, dass „sie mit der Tonart der Zentralregierung strikt in Einklang stehen“ und sie werden als Vertreter Falun Gong-Praktizierender vor Gericht „benannt“.

Ohne rechtmäßiges Vorgehen oder mit pseudorechtlichem Verfahren in scheinbar „rechtmäßiger Vorgehensweise“ sind seit Juli 1999 mehr als 100.000 Falun Gong-Praktizierende in Arbeits- und Umerziehungslager und Gefängnisse geschickt worden, wo sie regelmäßig der Folter und Gehirnwäsche ausgesetzt sind. Das Informationszentrum hat mehr als 550 Todesfälle im Einzelnen überprüft, regierungsnahe Quellen sprechen sogar von mehr als 1.600 Foltertoten. Sachkenner schätzen die wirklichen Zahlen wesentlich höher.

Eine neue Taktik: Ausländer im Visier

Ein anderer Fall betrifft Nancy Chan, eine australische Bürgerin, die in Chengdu von chinesischen Beamten festgenommen wurde, ebenfalls am 22. Januar (mehr).

„Dies ist eine alarmierende Eskalation in der Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden“, sagte Erping Zhang in New York. „In der vergangenen Woche haben wir erlebt, dass zwei Ausländer festgenommen wurden und mit schwindelerregend hohen Strafen rechnen müssen, nur weil sie Falun Gong praktizieren. Falun Gong wird in mehr als 60 Ländern der Welt praktiziert.....anscheinend kann sich niemand aus diesen Ländern in Sicherheit wiegen, wenn er nach China reisen möchte.“

Jan Becker, australischer Schwimmer und ehemaliger Olympiateilnehmer, teilt diese Bedenken. „Was soll denn jemand tun, der Falun Gong praktiziert und nach China muss, weil er dort geschäftlich zu tun hat, eine Konferenz besuchen oder an den Olympischen Spielen teilnehmen will?“

Jan Becker folgert: „Jiang Zemins Regime hat letztlich mit der Verfolgung einen Teil der Weltgemeinschaft getroffen. Ganz gleich, zu welcher Rasse, Nation oder Alter du gehörst, du befindest dich in China in ernster Gefahr, wenn du Falun Gong praktizierst.“