Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Ein Rückblick auf den 25. April 1999 in Zhongnanhai

Pressemitteilung: 24.04.2004
Die Weltöffentlichkeit horchte auf, als am 25. April 1999 etwa 10.000 Falun Gong-Praktizierenden nach Peking zum Petitionsbüro gingen. Sie wurden von der Polizei umgeleitet rund um das Regierungsviertel Zhongnanhai. Ihr Ziel war die Einreichung einer Petition, wie es rechtmäßig in China möglich ist. Nachdem ihren Vertretern von Premierminister Zhu Rongji zugesichert worden war, dass Falun Gong in China weiterhin unbehelligt existieren dürfte, fuhren sie am Abend wieder nach Hause. Fast 10 Jahre nach dem Massaker an den Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens, wollte man im Westen gern an eine neue Kultur der Verständigung in China glauben. Doch später stellte sich heraus, dass dies der Beginn der Unterdrückung von Falun Gong war, einer Unterdrückung, die in ihrem Ausmaß und in ihren Methoden in der Geschichte ohne Beispiel ist. Der Beginn von Verbot und Verfolgung

Anfang 1999 hieß es in einem offiziellen Bericht, dass über 70 Millionen chinesischer Bürger, einschließlich Mitgliedern der Kommunistischen Partei, hoher Militärs, Wissenschaftler und Angehörige der Polizei, Falun Gong praktizierten. Dies erregte bei einigen Mitgliedern der chinesischen Kommunistischen Partei und besonders bei Parteiführer Jiang Zemin Unruhe und Neid. Jiang konnte die Tatsache nicht tolerieren, dass die Anzahl der Falun Gong-Praktizierenden sogar die der eigenen Partei-Mitglieder erheblich überstieg. Ehrgeizige Politiker und Wissenschaftler, die darauf aus waren, ihre Karriere voranzutreiben, brachten die Regierung zusätzlich gegen Falun Gong auf.

25. April 1999 in Zhongnanhai
Am 23. April 1999 begann die Verfolgung in der Stadt Tianjin mit einem Paukenschlag. Die Polizei verhaftete Dutzende von Praktizierenden, die mit der Redaktion der Uni-Zeitung über einen Zeitungsartikel, der Falun Gong grundlos verleumdete, sprechen und Klarheit schaffen wollten. Die Polizei ging gegen Hunderte weiterer Teilnehmer mit Schlägen vor. Das Einreichen einer Petition in Tianjin wurde außerdem durch Polizei verhindert. Praktizierende wurden wiederum von der Polizei geschlagen und 45 von ihnen widerrechtlich festgenommen.

Diese Zwischenfälle sprachen sich in den nach Hunderten, ja Tausenden zählenden Übungsgruppen sofort herum, und am 25. April begaben sich mehr als 10.000 Praktizierende zum Petitionsbüro der Zentralregierung im 250 km entfernt gelegenen Peking. Sie folgten damit der Aufforderung der Behörden in Tianjin. Dort wurden sie von der Polizei zu dem nahe gelegenen Regierungsdistrikt Zhong-Nan-Hai umgeleitet. Bis zum späten Abend warteten die 10.000 Menschen dort still und ohne Spruchbänder auf eine Antwort der Regierung auf ihre Forderungen, nämlich:
  • Freilassung der verhafteten Falun Gong-Praktizierenden in der Stadt Tianjin;
  • freies Praktizieren von Falun Gong;
Sowohl Chinas Premier Zhu Rongji als auch Regierungsvertreter sprachen mit Vertretern von Falun Gong. Die Kundgebung löste sich noch am selben Abend friedlich auf. Die 45 in Tianjin Festgenommenen wurden danach entlassenen, und am 14. Juni  1999 erschien gleichzeitig in allen großen Tageszeitungen eine gemeinsame Erklärung des Petitionsausschusses der KP und des Petitionsbüros des Staatsrates, in der es hieß, die Regierung habe nie irgendeine Qigong Schule verboten und jeder hätte das Recht auf freien Glauben! Jedoch erwies sich diese Aussage als leer und trügerisch. Längst wurden die Vorbereitungen getroffen für einen Vernichtungsschlag gegen Falun Gong. Dies war der Beginn der Unterdrückung von Falun Gong, einer Unterdrückung, die in ihrem Ausmaß und in ihren Methoden in der Geschichte ohne Beispiel ist.

Am 20. Juli 1999 wurden in einer Nacht- und Nebelaktion in ganz China Hunderte von Betreuern der Übungsgruppen aus ihren Wohnungen entführt. Am 22. Juli 1999 wurde Falun Gong offiziell für gesetzwidrig erklärt, obwohl die chinesische Verfassung Glaubensfreiheit garantiert. So wie die Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976 eine kulturelle Verwüstung in ganz China herbeiführte, stellte die Niederschlagung von Falun Gong das ganze Land noch einmal auf den Kopf. Millionen legal veröffentlichte Bücher und Tonbänder von Falun Gong wurden konfisziert, geschreddert und verbrannt. Zehntausende von Falun Gong-Praktizierenden wurden verhaftet und geschlagen. Sie wurden zunächst in Sportstadien zusammengetrieben, um dann in Arbeitslagern zu verschwinden. Das ist eine Haftanordnung, die in China jeden ohne Gerichtsverhandlung für drei Jahre hinter Gitter bringen kann. Eine massive Hetzkampagne wurde in Gang gesetzt, um Falun Gong zu verleumden und in Verruf zu bringen, indem Lügen und falsche Tatsachen in die Welt gesetzt wurden. Alle Internetseiten von Falun Gong werden seither von der Regierung blockiert. Telefonleitungen werden abgehört. Emailverkehr und Kommunikation mit der Außenwelt werden von Zehntausenden von Staatsbeamten überwacht. Ausländische Journalisten begeben sich selbst in große Gefahr, wenn sie Kontakt zu Falun Gong-Praktizierenden aufnehmen.

Die Wahrheit lässt sich nicht auf ewig verbergen

An all' dem wird deutlich, wie das chinesische Regime, immer noch unter der Herrschaft von Jiang Zemin, Vorsitzender des Militärausschusses, mit allen Mitteln versucht, die Wahrheit zu vertuschen. Immer wieder hören wir von Fällen, in denen die Haft verlängert wurde, um zu verhindern, dass die Entlassenen über ihre Erlebnisse im Lager oder Gefängnis berichten und so die Wahrheit ans Licht bringen.

Aber die Wahrheit kommt ans Licht, obwohl Zeitungsberichten zufolge 300.000 Beamte das Internet kontrollieren, obwohl Internet-Cafés ihre Kunden registrieren müssen, obwohl ca. 500.000 Webseiten blockiert sind, und obwohl die staatliche Nachrichtenagentur „Xinhua“ in den Medien, an den Schulen und Arbeitsstätten Lügen und erfundene Geschichten über Falun Gong verbreitet, um damit eine Hasskampagne in der Bevölkerung zu entfachen. In der Bevölkerung verbreitet sich immer schneller die Erkenntnis, dass sie wieder einmal von Jiang Zemins Regime belogen wurden.

Nicholas Becquelin von „Human Rights in China – HRIC“ sagte kürzlich:

„China hat gegenwärtig mindestens 60 Personen in Gefängnishaft, weil sie die Regierung im Internet kritisiert haben. Hunderttausende Falun Gong-Praktizierende sind in Arbeitslagern wegen ihrer Meditationspraxis, viele Christen sind es, weil sie zu Hause ihren Gottesdienst abhalten und unzählige Verfechter von Reformen sind es, weil sie nach Freiheit und Gerechtigkeit verlangen, garantiert durch die chinesische Verfassung. Insgesamt hat China schätzungsweise 6 Millionen Bürger, die in Zwangsarbeitslagern ohne Gerichtsurteil eingesperrt sind. Nach Aussage der Laogai Research Foundation müssen sie dort übermäßig lange Zeit unter primitiven Bedingungen arbeiten.“ http://www.laogai.org, http://english.epochtimes.com/news/4-4-17/20958.html