Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Offener Brief an die Medien in Deutschland

Pressemitteilung: 09.09.2006

Sehr geehrte Damen und Herren Chefredakteure, Redakteure und Journalisten, vermutlich ist Ihnen bekannt, dass das chinesische kommunistische Regime seit fast sieben Jahren Millionen Mitglieder der Falun Gong-Bewegung mit allen ihm zur Verfügung stehenden diktatorischen Mitteln verfolgt. Dies geschieht in China und außerhalb Chinas, auch in Deutschland. Möglicherweise ist Ihnen noch nicht bekannt, dass in China in großem Umfang Organraub an lebenden Falun Gong-Übenden in Arbeitslagern, Gefängnissen, Krankenhäusern und militärischen Einrichtungen verübt wird.

Seit dem 9. März dieses Jahres enthüllten mehrere Zeugen die Existenz von Todeslagern in China, in denen Falun Gong-Übende zum Zweck der Organentnahme wie eine lebendige Vorratskammer gehalten werden. Laut Angaben eines Militärarztes gibt es 36 dieser Todeslager1. Nach der ersten Offenlegung der Existenz des unterirdischen Lagers im Krankenhaus in Sujiatun schwieg das KP Regime fast drei Wochen lang, in denen es alle Beweise vernichtete - dann leugnete es in bekannter KP-Manier die Existenz dieses Lagers. Als USA-Diplomaten das Krankenhaus in Begleitung von chinesischen Beamten untersuchten, war keine Spur mehr von den Gräueltaten zu sehen, die dort jahrelang stattgefunden hatten.

Kurz vor der offiziellen Leugnung des Todeslagers verabschiedete das chinesische Gesundheitsministerium eine neue Vorschrift, die erzwungene Organentnahmen unter Strafe stellt. Sie soll am 1. Juli 2006 in Kraft treten. Vorliegenden Untersuchungsberichten der „Weltorganisation zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong“ (WOIPFG) zufolge wird seitdem ein sprunghafter Anstieg von Organtransplantationen in vielen Transplantationszentren und Krankenhäusern in China verzeichnet2. Es ist sehr wahrscheinlich, dass alle inhaftierten Falun Gong-Übenden, die während ihrer langen Haftzeit Zeugen der unmenschlichen Machenschaften des KP Regimes wurden, auf diesem Wege vernichtet werden.

Sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart hat uns deutlich gezeigt: das Schweigen erlaubt den Tätern, Verbrechen unter dem Deckmantel der Lüge unbemerkt und ungehindert weiter zu verüben. Im Juni 1944, als der Jude Rudolph Vrba, der erste Zeuge, der aus dem Konzentrationslager „Auschwitz-Birkenau“ geflohen war, seinen bekannten „Vrba-Wetzler Report“ über den damals stattfindenden Holocaust in die Öffentlichkeit brachte, schenkte man ihm keinen Glauben. Von da an bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges verging ein Jahr, in dem 2,5 Millionen Juden ermordet wurden. Wenn die Medien damals über diese entsetzlichen Gräueltaten berichtet hätten, wären dann nicht Millionen Menschen gerettet worden?

Seit ihrer Machtergreifung vor 56 Jahren erhält das KP Regime seine Macht durch Betrug und Blutvergießen; in seinen zahlreichen politischen Kampagnen sind 80 Millionen Chinesen ums Leben gekommen. Nun nutzt es seit sieben Jahren alle Zweige seines Staatsapparates, um Falun Gong in Verruf zu bringen und Falun Gong-Übende zu verfolgen und zu vernichten. Die chinesischen Medien spielen wie immer eine entscheidende Rolle bei dieser Verfolgung. Der verbleibende Weg ist, dass die internationalen Medien die Verbrechen des KP-Regimes an Falun Gong ans Tageslicht bringen. Wir sind der Meinung, selbst wenn nur der Verdacht der Existenz von Todeslagern besteht, ist es eine Verpflichtung unserer Medien, diesem Verdacht nach zu gehen. Dr. Wenyi Wang, Ärztin, Journalistin und Falun Gong-Übende in den USA, hat das Schweigen der internationalen Medien durch mutiges Vorgehen gebrochen. Während der Begrüßungszeremonie für den chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao im Garten des Weißen Hauses am 20. April 2006 forderte sie laut vor der versammelten Presse: „Stoppt die Verfolgung von Falun Gong“3. Ihr mutiger Protest brachte in den USA große Aufmerksamkeit für das Thema Organentnahme von Falun Gong-Übenden. Ein Beispiel hierfür ist das 30-minütige Interview mit Zhang Erping, Sprecher des Falun Dafa Information Centers in New York, das der bekannte amerikanische Fernsehsender C-SPAN am 22. April 2006 landesweit sendete. In diesem Programm wurde Dr. Wang verglichen mit dem amerikanischen Menschenrechtler Martin Luther King (siehe die Sendung unter http://www.clearharmony.net/articles/200604/32715.html).

Immer mehr aufmerksame Stimmen sind zu hören, so zum Beispiel die in einem von 11 Vertretern des Europarates am 20. April 2006 gestellten Antrag4. Darin wird das KP Regime aufgefordert, alle Arbeitslager in China zu öffnen und internationalen Delegationen unabhängige und gründliche Untersuchungen zu ermöglichen.

Wir sehen die Medien in der Verpflichtung einer großen moralischen Verantwortung und eine wichtige Stimme, um diese neue und leider noch immer kaum wahrgenommene Art des Völkermords zu stoppen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Falun Gong Arbeitsgruppe für Menschenrechte* und Falun Gong-Praktizierende in Deutschland
* Die Falun Gong Arbeitsgruppe für Menschenrechte ist eine Sektion der „Falun Gong Human Rights Working Group“, deren Sitz in den USA ist (siehe ihre Webseite www.falunhr.org).
Kontaktperson: Karsten Nöll, Zum Hartberg 27 / 64739 Höchst i. Odw., Tel. 06163/828139

Anmerkung:
1. Zeugenaussagen: 36 Konzentrationslager für Falun Gong in China
- http://www.dieneueepoche.com/articles/2006/04/02/13040.html
Organraub und Organhandel in China in der Hand des Militärs
- http://www.dieneueepoche.com/articles/2006/05/06/20858.html
Zeugen für Chinas Todeslager erschienen öffentlich
- http://www.dieneueepoche.com/articles/2006/04/26/18682.html

2. Untersuchungsbericht der WOIPFG über Organentnahmen an lebenden Falun Gong-Praktizierenden an verschiedenen Orten im Festland Chinas:
- http://www.minghui.de/articles/200605/31501.html

3. Stellungnahme von Dr. Wenyi Wang: “Ich habe dann die Gedanken, die in meinem Herzen waren, ausgesprochen“
- http://www.dieneueepoche.com/articles/2006/04/25/18401.html

4. Need for a public hearing on organ harvesting in China
- http://assembly.coe.int/Main.asp?link=/Documents/WorkingDocs/Doc06/EDOC10904.htm

Hintergrundinformationen

Was ist Falun Gong?*

Falun Gong, auch bekannt als Falun Dafa, der große Weg des kosmischen Gebotsrades - ist eine traditionelle chinesische Kultivierungspraxis, seine Prinzipien sind Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Auf der einfachsten Ebene ist Falun Gong eine Lebenseinstellung, die Entscheidung, ein guter Mensch mit hohen moralischen Werten zu sein. Die Praktizierenden lösen sich von egoistischen und negativen Gedanken. Sie lösen sich von Eigensinnen wie Ruhm, Reichtum und Begierden, die aufgrund von falschen Anschauungen entstanden sind. Sie beseitigen ihre Furcht vor persönlichen Nachteilen. Bei Konflikten denken sie zuerst an die anderen. Sie suchen in ihrem Inneren, um ihre eigenen Schwachstellen zu finden und zu korrigieren und
so zu innerem Frieden zu gelangen. In Verbindung mit fünf sanften Übungssätzen, die sich nachweislich auf die Verbesserung der Gesundheit auswirken, führt dieser Weg die Praktizierenden zu einer stabileren Gesundheit, einer erhöhten moralischen Einstellung und einem erfüllten Leben. Wer diese Lebensform jemals kennen gelernt und praktiziert hat, wird sie kaum wieder aufgeben.

Warum verfolgt die chinesische Kommunistische Partei (KP Chinas) Falun Gong?*

Seit Beginn der Herrschaft der KP Chinas sind ca. 80 Mio. Menschen ums Leben gekommen. Gewalt, Mord, Kampf, Lügen, Bösartigkeit sind an der Tagesordnung. Falun Gong lehrt „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“, die dazu anleiten, wie man sich der Tugend zuwendet. Vom Standpunkt der Ideologie aus gesehen steht die Philosophie der KP Chinas im direkten Gegensatz zu den Prinzipien von Falun Gong. Der Glaube führt zur Furchtlosigkeit, die KP Chinas hingegen bewahrt durch die Ängste der Menschen ihre politische Macht. Die moralischen Maßstäbe von Falun Gong beschämen die KP Chinas. Sie hält Falun Gong für theistisch und sieht somit die Legitimität ihrer Regierung bedroht, also die Verfolgung von Falun Gong ist durch die KP Chinas unvermeidlich.

Wie verfolgt die KP Chinas Falun Gong?

In dem langen Prozess der Gewalt- und Terrorherrschaft der KP Chinas wurde mittels Gewalt, Lügen und Informationsblockade der mächtigste und bösartigste Staatsterrorismus der Welt systematisch aufgebaut. In der Vergangenheit hat die KP Chinas bei den politischen Bewegungen, beispielsweise der Kulturrevolution, viele Erfahrungen gesammelt und eine Reihe von systematischen und wirksamen Methoden entwickelt, die sie heute anwendet, um Falun Gong-Praktizierende zu unterdrücken, zu verfolgen und zu töten. Die groß angelegten rechtswidrigen Inhaftierungen, die Gehirnwäschen, Sklavenarbeit, sexuellen Missbräuche, Mord und andere verabscheuungswürdigen Taten, die an Praktizierenden verübt werden, stellen nur die Spitze des Eisbergs dar.

Warum konnte die Verfolgung von Falun Gong fast sieben Jahre andauern?

Weil die KP Chinas die Propagandamaschinerie steuert. Sie hat alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausgeschöpft, um Falun Gong und dessen Gründer durch negative Propaganda in Verruf zu bringen. Rund zweitausend Zeitungen, über eintausend Magazine und Hunderte von Fernseh- und Radiosendungen, die alle unter der absoluten Kontrolle der KP Chinas stehen, setzten sich diensteifrig in Bewegung. So drang die verleumderische Propaganda wiederum durch die staatlichen Nachrichtenagenturen und durch die im Ausland ansässigen Medien der KP Chinas zu anderen Ländern durch. Die Medien werden als Werkzeug der KP Chinas missbraucht.