Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
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Offener Brief an die deutsche Regierung zum Besuch des chinesischen Premierministers

Pressemitteilung: 13.09.2006

Anlässlich des Besuches von Chinas Premierminister Wen Jiabao in der Bundesrepublik Deutschland hat der Deutsche Falun Dafa Verein e.V. Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel gebeten, die sofortige Beendigung der Verfolgung an Falun Gong-Praktizierenden in China von ihren chinesischen Gesprächspartnern mit Nachdruck einzufordern.

Offener Brief

Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel
Bundeskanzleramt
Willy-Brandt Str. 1
10557 Berlin                                                             

12. September 2006


Kopie an:
Bundesaußenminister Dr. Steinmeier
Bundespräsident Dr. Köhler

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

zum bevorstehenden Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Deutschland bitten wir Sie herzlich, die sofortige Beendigung der Verfolgung an Falun Gong-Praktizierenden in China von Ihren chinesischen Gesprächspartnern mit Nachdruck einzufordern. Seit sieben Jahren sind Tausende Falun Gong-Übende durch staatlich verordnete Willkür eines gewaltsamen Todes gestorben. Der Untersuchungsbericht des ehemaligen kanadischen Staatssekretärs, Parlamentariers und Staatsanwalts David Kilgour und des kanadischen Menschenrechtsanwalts David Matas über Falun Gong-Übende, die als lebende Organbank dienen, zeigt mit welcher systematischen Skrupellosigkeit Falun Gong-Übende in China ermordet werden.

In Begleitung von Wen Jiabao sollen sich angeblich Handelsminister Bo Xilai und Li Lanqing, der ehemalige Leiter des Büro 610, das für die landesweite Verfolgung von Falun Gong in China zuständig ist, befinden. Unter der damaligen Führung von Bo Xilai als Gouverneur der Provinz Liaoning wurde die Verfolgung von Falun Gong mit besonderer Schärfe vorangetrieben. Das Krankenhaus im Bezirk Sujiatun in der Provinz Liaoning war Zeugenaussagen zufolge eines der Hauptzentren für den Organraub von Nieren und Augenhornhäuten an Falun Gong-Übenden.

Wir können uns nicht vorstellen, dass diese beiden Menschenrechtsverbrecher, die für Folter und Mord an zahlreichen Menschen verantwortlich sind, Gäste der Bundesrepublik Deutschland sind. Falls dies trotzdem tatsächlich der Fall sein sollte, bitten wir Sie, die genannten Personen - aufgrund ihrer verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit - nicht als Vertreter der chinesischen Regierung anzuerkennen und sie wieder auszuladen.

Der bekannte chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng, der sich besonders für die in China Verfolgten einsetzt, wurde in der Provinz Shandong am 15. August 2006 verhaftet und ist seitdem von der Außenwelt abgeschottet. Rechtsanwalt Gao ist für sein engagiertes Eintreten für Rechtsstaats- und Menschenrechtsprinzipien bekannt. Er konnte durch seine unbeirrbaren Nachforschungen über das Schicksal der verfolgten Falun Gong-Praktizierenden Vertreter chinesischer Behörden als Gesetzesbrecher, Folterknechte und Mörder entlarven. Es ist offensichtlich, dass Rechtsanwalt Gao nur auf Grund seines kompromisslosen Einsatzes für Regimeopfer festgenommen wurde. Wir bitten Sie, von Wen Jiabao die sofortige Freilassung von Rechtsanwalt Gao Zhisheng zu fordern.

Auch bitten wir Sie, auf die unverzügliche Rückführung der Familie Renzheng JIANG und Rui GUO in die Bundesrepublik Deutschland zu bestehen, damit sie nicht weiter unter ständiger Angst um ihre persönliche Sicherheit in China ausharren müssen.

Wir verbinden unsere an Sie gerichteten Bitten mit dem herzlichen Dank, den wir Ihnen für Ihren in Ihrer Funktion als Bundeskanzlerin gezeigten Einsatz für die Beendigung von Machtmissbrauch und Einhaltung der Menschenwürde in China aussprechen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Deutscher Falun Dafa Verein e.V.


Beigefügt
Unterschriftenlisten
Untersuchungsbericht von David Matas/David Kilgour
Brief vom Vize-Präsident des Europäischen Parlaments MacMillan Scott an Gao Zhisheng