Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Prominenter Falun Gong-Praktizierender starb durch Folter

Pressemitteilung: 09.11.2006

Zensur umgangen - Regime in Peking übt Vergeltung

New York / Berlin (FDI) - Die Mitarbeiter des Falun Dafa Informationszentrums trauern um Herrn Zhang Zhong. Herr Zhang starb durch wiederholte Folter und Misshandlung in Polizeigewahrsam.

Zhang Zhong nach zwei Jahren Folter

Der 35-jährige Zhang aus der Provinz Heilongjiang warBerichten zufolge am 5. März 2002 daran beteiligt, einen Dokumentarfilm in das unter staatlicher Kontrolle stehende chinesische Fernsehen einzuspeisen, um dadurch die brutale Verfolgung von Falun Gong aufzudecken. Ungefähr eine Million Bürger der Stadt Changchun sahen den über 40-minütigen Film.

Nach zuverlässigen Quellen waren hohe Parteifunktionäre in der Stadt Changchun über die Ausstrahlung im Jahr 2002 zutiefst schockiert. Chinas Regime benutzt seit 1999 das chinesische Fernsehen, um mit verdrehten Berichten die Bevölkerung zu Hass und Gewalt gegenüber den friedlichen Falun Gong-Praktizierenden aufzustacheln.

Nach der Aktion gab der ehemalige Führer der kommunistischen Partei Jiang Zemin die direkte Anordnung an die Polizei, „\[die Verantwortlichen für die Übertragung] gnadenlos zu töten". Nach Berichten aus Changchun folgten darauf Häuserrazzien und die Polizei nahm innerhalb von drei Tagen etwa 5.000 Falun Gong-Praktizierende fest. Etwa hundert kamen dabei ums Leben. Amnesty International rief angesichts dieses Blutbades zu einer URGENT ACTION auf.
(siehe: /2002/03/27/befehle-von-jiang-zemin-fuhrten-zu-5-000-festnahmen-und-etwa-100-toten-in-changchun-china).

Am 19. April 2002 wurde  Zhang festgenommen und zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt.

Polizei folgte dem Befehl, „gnadenlos zu töten"

Vor dem tragischen Tod von Zhang Zhong kamen bereits zwei weitere Falun Gong-Praktizierende die aktiv an der Fernsehübertragung beteiligt und zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren durch Folter zu Tode. Herr Lei Ming und Herr Liu Chengjun, über dessen Fall Amnesty International berichtete. Andere Teilnehmer der Aktion, wie Herr Liang Zhenxing, befinden sich noch immer in einem kritischen Gesundheitszustand.
(siehe: http://de.clearharmony.net/articles/200606/31955.html)

Zhang wurde während der Haft im Gefängnis der Stadt Daqing schwer gefoltert. Am 15. Januar 2004 wurde er beim praktizieren der Falun Gong-Übungen in seiner Zelle entdeckt.  Der Wärter Li Fangjie schickte ihn daraufhin in den „Disziplinierungsraum", in dem das Gefängnispersonal solange auf seinen Kopf einschlug bis Zhang das Bewusstsein verlor. Die Wärter stachen dann mit Nadeln in Zhangs Kopf und Hände; weil er nicht reagierte traten sie ihn in den Magen. Daraufhin begann er Blut zu spucken und erbrach in den folgenden sechs Monaten jede Mahlzeit, die er zu sich nahm.

Zhang wurde mit Gürteln ins Gesicht geschlagen, er erstickte fast an Plastiktüten die man ihm gewaltsam über den Kopf gestülpt hatte. Er wurde entkleidet und bei Außentemperaturen unter null Grad mit kaltem Wasser übergossen.

Zhangs brutale Ermordung, nachdem er Berichte über seine Folter im Internet veröffentlichte

Nach fast zwei Jahren Folter in Daqing wurde er am 23. Juli 2004 bewusstlos und gelähmt entlassen. Das Informationszentrum geht davon aus, dass man ihn freiließ weil er dem Tode nahe war, und die chinesischen Behörden aufgrund der hohen Bekanntheit seines Falles im Ausland vermeiden wollten, dass er im Gefängnis stirbt.

Als Zhang kräftig genug war, veröffentlichte er im Internet Einzelheiten über die ihm zugefügten Misshandlungen, zusammen mit Fotos seines abgemagerten und ausgemergelten Körpers. Das Gefängnis in Daqing entsandte daraufhin Polizisten, um ihn erneut zu inhaftieren. Zhang konnte seiner Verhaftung einige Zeit ausweichen, indem er nicht nach Hause zurückkehrte. Er wurde schließlich am 10. August 2006 zusammen mit 18 anderen Falun Gong-Praktizierenden festgenommen.

Aus dieser Gruppe wurden Zhang und ein anderer Mann am brutalsten gefoltert. Nach zehn Tagen Haft wurde Zhang ins Polizeikrankenhaus der Stadt Harbin gebracht. Dort starb er am 16.Oktober 2006. Am selben Tag gingen seine Eltern in das Gefängniskrankenhaus, durften aber seinen Leichnam nicht sehen. Die Behörden verweigerten auch die Ausstellung eines Totenscheins.

„Die kontinuierlichen und vom Staat sanktionierten Morde an Falun Gong-Praktizierenden in China müssen aufhören", sagt die Sprecherin des Informationszentrums Waltraud Ng  „leider sind die Verursacher von Folter und Mord führende Beamte der Kommunistischen Partei Chinas. Das Falun Dafa Informationszentrum fordert eine unabhängige Untersuchung durch ausländische Organisationen, zur Klärung der Umstände, die zu Zhangs Tod geführt haben."

Vergeblicher Einsatz, um Zhangs Leben zu retten

Herr Zhangs Fall wurde in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt. Berichte mit detaillierten Einzelheiten über die ihm zugefügte Folter gelangten ins Ausland und wurden im Internet veröffentlicht. Falun Gong-Praktizierende befestigten Stoffbanner an Wänden in der Nähe des Gefängnisses, die seine Freilassung forderten. An seiner Folter beteiligte und namentlich bekannte Personen erhielten häufig Telefonanrufe von beunruhigten Falun Gong-Praktizierenden aus dem Ausland. Das Gefängnis der Stadt Daqing, in dem Zhang ursprünglich inhaftiert wurde, ist für seine dort verübten Brutalitäten bekannt. Nachweislich wurden dort mehrere Falun Gong-Praktizierende zu Tode gefoltert. Zu ihnen gehören Wang Hongde (starb im April 2005), Xu Jishan (starb am 7. Juni 2005), und Yuan Qingjiang (starb am 23. Juli 2005). Seit Januar 2005 werden über 60 Falun Gong-Praktizierende dort festgehalten, einige von ihnen in Einzelhaft. 

Einzelheiten zur grausamen Folter, die Zhang erleiden musste:

Einmal sagte Zhang zu seinen Folterknechten: „Wir sind gute Menschen, bitte foltert uns nicht so schlimm, bitte lasst Euch noch einen Ausweg offen!" Seine Peiniger stülpten ihm eine Plastiktüte über den Kopf bis er fast erstickte. Nachdem sie ihn wiederholt damit traktiert hatten, steckten sie ihm Chilischoten und Knoblauch in die Nase, beschmierten die Innenseite der Plastiktüte mit dem Chilisaft  und zogen ihm die Plastiktüte anschließend ein weiteres Mal über den Kopf. An einem kalten Wintertag im Nordosten Chinas zogen sie Zhangs Kleider aus und überschütteten ihn mit kaltem Wasser. Dann öffneten sie alle Fenster und Türen und stellten einen Ventilator vor ihn. Danach gossen sie abwechselnd kaltes und heißes Wasser über ihn.

Zhang wurde in einen Raum gebracht, in dem Blutspuren von Folter an den Wänden waren. Vier Polizeibeamte standen vor Zhang, und hielten Folterinstrumente in den Händen. Einer zeigte auf eine Blutlache am Boden und sagte: „Dieses Blut hat Zhang Xingye gespuckt. Du siehst aus als hättest Du einen gesunden Menschenverstand, ich kümmere mich nicht darum ob Falun Dafa gut ist. Ich bin einer von Jiang Zemins Hunden, ich tue was mir aufgetragen wird und du musst gestehen."

Als sie sahen, dass Zhang weiterhin schwieg, begann jeder der Polizisten sein Folterwerkzeug anzuwenden. Zuerst schlugen sie solange auf Zhang mit Holzbrettern ein bis sein Gesicht geschwollen war und blutete und er Blut spuckte. Dann schlugen sie ihn mit einer ledernen Peitsche, droschen mit Holzbrettern auf seine Handflächen und die Fußsohlen und zerkratzten seine Füße mit einer Eisenbürste.

Zhang ist einer von beinahe 3.000 Falun Gong-Praktizierenden, deren Todesfälle als Folge von Folter und Misshandlung durch die chinesische Polizei, dokumentiert wurden.