Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Aussage von Erping Zhang vor dem U.S. Abgeordnetenausschuss zur Prüfung und Untersuchung

Pressemitteilung: 03.12.2006

Herr Erping Zhang ist Sprecher des Falun Dafa Information Center, New York

4.10.2006 13:35

Zuerst möchte ich den Abgeordneten des Unterkommitees für die Möglichkeit, heute hier sprechen zu dürfen ,danken. Es ist mein Privileg, mit den hier heute versammelten das Thema Falun Gong noch allgemeiner anzusprechen. Im Besonderen möchte ich dem Vorsitzenden Herrn Rohrabacher danken. Er hat sich durch seinen Einsatz für China über die Jahre als standhafter Verfechter bezüglich der Menschenrechte und der Grundrechte erwiesen. Herr Vorsitzender, wir bewundern ihre Arbeit, und wir rufen andere dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen.

    Zuerst eine einfache Frage: Was genau ist Falun Gong? Zuerst möchte ich inhaltlich antworten, in dem ich sage, dass es ein Teil der alten chinesischen Tradition zur Selbst-Verbesserung ist. Die Werte und Zielsetzungen in Falun Gong sind, ähnlich wie im Buddhismus oder Taoismus, deutlich spirituell. Viele beginnen, Falun Gong aufgrund des Wunsches nach mehr Gesundheit und Ganzheit. Durch spezielle, Yoga-ähnliche Übungen und die Kultivierung von moralischen Prinzipien gelangt man zu mehr Ausgeglichenheit, innerem Frieden und Vitalität. Am Ende steht die Möglichkeit der geistigen Verwirklichung, was im Chinesischen „das Erreichen des Dao" oder „Erleuchtung" genannt wird. Die Lehre dreht sich um drei Prinzipien, nach denen der Praktizierende versucht sein Alltagsleben auszurichten: Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz.

Um mit Zahlen zu antworten: Falun Gong ist mittlerweile in etwa 80 Ländern der Welt verbreitet, und 1999 wurden allein in China 100 Millionen Praktizierende geschätzt.

    Ich sollte vielleicht auch andersherum antworten und zweierlei ansprechen, das wir nicht sind. Da Vertreter des Chinesischen Regimes immer wieder versucht haben, mit ihrem geschmacklosen und verzerrten Bild von Falun Gong Mitglieder unserer Regierung, einschließlich dieses Kongresses, zu beeinflussen, gibt es möglicherweise einige Irritationen. Erstens: Falun Gong hat keinerlei politische Zielsetzungen. Es ist eine spirituelle Disziplin, das war es schon immer und wird es immer bleiben. Es ist nur so, dass seit 1999 all jene die Falun Gong machen, mit einer extremen - und oft brutalen - Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas konfrontiert sind. Die Misshandlungen waren derart unmenschlich, dass heute annähernd 3.000 Todesfälle durch Polizeieinwirkung bekannt sind. Hunderttausende werden in diesem Moment in Gefängnissen und Arbeitslagern festgehalten - allein wegen ihres Glaubens. Falun Gong-Praktizierende werden von Schulen ausgeschlossen, verlieren ihren Job, verlieren das Sorgerecht für ihre Kinder, werden öffentlich erniedrigt, von Polizisten vergewaltigt und sexuell erniedrigt und aller grundlegenden Menschenrechte beraubt, an die wir in der freien Welt glauben und die jedem zustehen. Darüber hinaus hat Chinas Regime unzählige Millionen Dollar in Propaganda investiert, die darauf abzielt, Vorurteile und Hass gegen die Gruppe zu schüren - sowohl in China als auch in der restlichen Welt, auch hier. Einige der Opfer wurden sogar mit erniedrigenden Schildern um den Hals durch die Straßen geführt, wie zur Zeit der Kulturrevolution.

    Und Falun Gong wurde jeglicher Stimme beraubt: Falun Gong-Bücher wurden  zu Millionen beschlagnahmt und öffentlich verbrannt, jegliche auf Falun Gong bezogene Literatur verboten, entsprechende Webseiten und sogar Nachrichten aus dem Westen wurden blockiert. Unter diesen Umständen blieb uns keine andere Wahl, als unsere Stimme zu erheben. Unser Ziel ist einfach und einzigartig: die Menschen unsere Version der Geschichte wissen zu lassen; unsere Verfolger bloßzustellen und auf diese Weise den Genozid, dem wir uns gegenüber sehen, zu beenden. Wir sind nicht interessiert an politischer Macht. Alles, was wir wollen, ist friedliches Meditieren im Park. Aber wenn man uns die Türen eintritt und unsere Eltern, Freunde und Kinder verhaftet und misshandelt, wenn man versucht, uns auszulöschen, können wir doch nicht schweigen. Martin Luther King ist uns nicht als ein Straftäter, der gegen ungerechte Gesetze kämpfte, in Erinnerung geblieben - sondern er ist ein Held.  

    Zweitens möchte ich klar stellen, dass Falun Gong nicht so ist, wie Chinas Regime es beschreibt. Falun Gong-Leute sind nicht abartig, verrückt,oder gefährlich. Betrachten Sie das ganze: einerseits kamen alle Anschuldigungen seitens des Regimes über Nacht zusammen mit dem Verbot von Falun Gong 1999. Die sieben Jahre davor, von 1992-1999, praktizierten Millionen ganz normale Bürger Falun Gong; es wurde sogar von verschiedenen staatlichen Institutionen gelobt. Das heißt, die Anschuldigungen waren eine spontane politische Erfindung. Auch sollte man anmerken, dass das chinesische Regime niemandem erlaubt, diese Anschuldigungen zu untersuchen. Wer dies versucht, wird verhaftet.

Oder um es von einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Wir hören keine der vom Regime hervorgebrachten Vorwürfe in Taiwan, einer anderen chinesischen Gesellschaft. Auf der kleinen Insel praktizieren mehrere Hunderttausend Menschen Falun Gong unbehindert. Falun Gong ist dort bis heute enorm populär  und wird sowohl von Mitgliedern der Regierung als auch von Ärzten als gesund und vorteilhaft für die Gesellschaft gelobt. In Taiwan wird Falun Gong in Krankenhäusern, Schulen und sogar Gefängnissen gelehrt. Also stellt sich die Frage, ob Falun Gong sich auf den beiden Seiten der Taiwan-Straße so grundlegend unterscheidet, oder liegt es doch eher an den zwei unterschiedlichen politischen Systemen? Immerhin ist Taiwan eine Demokratie. Tatsächlich können wir sehen, dass Chinas Regime die freie Existenz von Gruppen außerhalb der KP nicht zulässt, gleichgültig, ob es sich um religiöse Gruppen, Gewerkschaften oder Parteien handelt.

Wir wollen damit sagen, dass Chinas Regime versucht hat, Falun Gong zu verleumden. Dies geschah aus mindestens 3 Gründen:

  1) Die Propaganda gegen Falun Gong hilft der KP dabei, sich selbst in einem positiven Licht zu präsentieren. So als würde sie durch die Verfolgung die bösen Elemente der Gesellschaft beseitigen. Wenn es keine Anti-Falun Gong-Propaganda gäbe, wäre die Gesellschaft über die Verfolgung empört.
 
  2) Indem man die Aufmerksamkeit auf die Inhalte von Falun Gong lenkt, wird von einer Diskussion über die Machenschaften des chinesischen Regimes, einschließlich brutaler Folter und sogar die Ermordung von Falun Gong-Praktizierenden, abgelenkt. 

  3) Dadurch, dass Falun Gong-Übende als verrückte Sektenanhänger, als asozial und als anders als du und ich dargestellt werden, hofft man, die Menschen vor einer Auseinandersetzung mit dem Thema abzuschrecken, die Dinge furchtbar kompliziert erscheinen zu lassen und auf eine Ignoranz gegenüber der Verfolgung.  


    Kurz gesagt soll damit versucht werden, Sympathie und Unterstützung für Falun Gong zu verhindern, die Gruppe zum Feind zu machen und zu rechtfertigen, was in Wirklichkeit nichts anderes ist als ein weiterer Versuch der chinesischen Führung, ihre totalitäre Kontrolle aufrecht zu erhalten.

Deshalb ist es wichtig, dass wir die heutige Diskussion auf die Fakten und auf das, was dringend ist, zu richten. Ich möchte dem Ausschuss für seinen Mut dazu danken.     

    Zum Schluss möchte ich noch auf eine Initiative hinweisen, die Grund zur Hoffnung gibt und unsere Bemühungen für Gerechtigkeit in China symbolisiert. "The Global Internet Freedom Consortium", das sich aus fünf amerikanischen Organisationen zusammensetzt, hat das Projekt "Cyber Freedom for China and the World" ins Leben gerufen. Das seit sieben Jahren laufende Projekt hat erfolgreich dazu beigetragen, die Informationsfreiheit in China zu verbessern. Gegenwärtig ist praktisch jede Seite, die für Internetnutzer auf dem Festland China gesperrt ist, mit Hilfe der von der Initiative herausgebrachten anti-blocking Software zugänglich. Darunter sind auch die Webseiten von "Voice Of America" und "Radio Free Asia" sowie die unzensierten Versionen von Google und Yahoo. Im Jahr 2005 haben im Durchschnitt täglich 30 Millionen Anwender aus dem Festland China unsere Software benutzt. Diese Technologie ermöglicht eine sichere und ungefährliche virtuelle Umgebung für Chinesinnen und Chinesen, in der sie ihren Glauben, ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit praktizieren und realisieren können... wie es sonst nirgendwo in China möglich ist. Der positive Einfluss ist nicht nur sehr real, sondern auch wichtig - wir bringen nicht nur ein freies Internet nach China und in alle anderen unterdrückten Länder, sondern wir fördern dadurch jenen friedlichen Übergang in China, auf den die Welt schon solange wartet. 

All unsere Bemühungen dienen der Unterstützung des chinesischen Volkes und sogar dem Land - insofern wir versuchen, Gesetz und Verfassung umzusetzen. Man handelt keineswegs "anti-China", wenn man sich gegen den Missbrauch von in der Verfassung garantierte Rechte einsetzt oder wenn man die Täter aufzeigt. In Amerika würde man das "being a good citizen" (ein guter Bürger sein) nennen. Ich nenne es, in unserem Fall, ein Freund Chinas sein.


Letztendlich bezieht sich "China" auf die Bürger dieses großen Landes -- und nicht auf seine ungewählten Machthaber, die so regelmäßig zum Zwecke ihrer engstirnigen Privatinteressen das chinesische Volk misshandeln und ausbeuten.

Wir möchten diesen Kongress und die Abgeordneten dieses Landes bitten, jede Möglichkeit zu nutzen, um das Thema Falun Gong gegenüber den Führern der KP Chinas anzusprechen, und mit konkreten Schritten zu helfen, unschuldige Menschen zu retten und die Verfolgung schnell zu beenden. Die Geschichte wird nicht nur beurteilen, was wir getan haben, sondern auch das, was wir nicht getan haben, als wir die Möglichkeit dazu hatten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse.
    (04. Oktober 2006   13:35)