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Frau Wang zu Tode gefoltert von chinesischer Polizei

Pressemitteilung: 31.10.2007

„Wer nicht am eigenen Leib solche Schmerzen erfahren hat, kann sich nicht vorstellen, wie schlimm es ist.”

Berlin (FDI) - PRESSEMITTEILUNG - Frau Wang Yuhuan, Falun Gong-Praktizierende aus der nordost-chinesischen Stadt Changchun, starb Berichten zufolge in Polizeigewahrsam aufgrund von Misshandlungen und Folter. Wang, eine Gewissensgefangene, war bereits zwölf Mal von den chinesischen Behörden aufgrund ihres Glaubens inhaftiert und gefoltert worden.

Frau Wang Yuhuan, verstarb im September 2007 an den Folgen von Folter

Wang Yuhuans Leid erfuhr internationale Aufmerksamkeit, nachdem der berühmte Pekinger Anwalt Gao Zhisheng in seinem offenen Brief vom Dezember 2005 an den chinesischen Präsidenten Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao ihren Fall geschildert hatte. In dem Brief beschreibt Gao, wie Frau Wang von der Polizei zu einer Folterkammer - auf einem Berg zwei Stunden außerhalb von Changchun gelegen - gebracht wurde. Gao wurde am 22. September 2007 samt Familie entführt und ist seitdem spurlos verschwunden.

Sexuelle Misshandlung, wiederholte Schläge, Verbrennungen der Augenlider durch Zigaretten, Durchstechen des Trommelfells mit Bambusnadeln, Stromschläge und Injektionen mit unbekannten Medikamenten“
Wang Yuhuan vor ihrem Tod. Lesen Sie ihre Zeugenaussage (Link)

In der Folterkammer wurde Frau Wang Opfer zahlreicher unmenschlicher und erniedrigender Misshandlungen, darunter sexuelle Übergriffe durch männliche Polizisten, wiederholte Schläge, Verbrennungen der Augenlider durch Zigaretten, Durchstechen des Trommelfells mit Bambusnadeln, Stromschläge und Injektionen mit unbekannten Medikamenten.

Wang sagte später über die Folter: „Wer nicht am eigenen Leib solche Schmerzen erfahren hat, kann sich nicht vorstellen wie schlimm es ist.” Gegenüber Anwalt Gao schilderte Frau Wang erschütternde Details über ihre Folterqualen (Zeugenaussage: /2007/11/10/zeugenaussage-von-frau-wang-yuhuan-gekurzt;
Foltermethoden: http://de.faluninfo.eu/images/200604/foltermethoden.jpg)

Laut Aussage ihrer Familie starb Frau Wang am 24. September 2007, nachdem sie - vermutlich aufgrund schwerer Verletzungen infolge von Folter - ins Zentralkrankenhaus der Stadt Changchun gebracht worden war. Es ist allgemein üblich, dass chinesische Polizisten Opfer von Rechtsmissbrauch, die im Sterben liegen, in Krankenhäuser oder nach Hause zu ihren Familien schicken, um der Verantwortung zu entgehen. Wangs Angehörige wurden erst am 9. Oktober, zwei Wochen nach ihrem Tod, darüber informiert.

Menschenrechtsanwalt Gao und Journalistik-Professor Jiao interviewten Frau Wang

Gao hatte Wang Yuhuan persönlich im Rahmen seiner zweiwöchigen Recherchen über Folter an Falun Gong in Nordost-China interviewt, die er im November und Dezember 2005 durchführte. Er hatte es als Wunder bezeichnet, dass sie die Folterbank überlebte. Begleitet wurde Gao damals bei seiner Beweissuche von Jiao Guobiao, einem bekannten Journalistik-Professor an der Pekinger Universität.

Razzien in Changchun

Verlässlichen Informationen zufolge wurde Frau Wang erneut am 9. Mai 2007 inhaftiert, als sie sich zusammen mit 38 weiteren Falun Gong-Praktizierenden in Changchun bei einem Treffen über ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam mit den anderen überlegen wollte, wie man offizieller Propaganda und Rechtsverstößen in der Region entgegenwirken könnte. Laut Zeugenaussagen waren das Öffentliche Sicherheitsbüro der Provinz Jilin, die Polizeibehörde der Stadt Changchun sowie Beamte vom Polizei-Verwaltungsbezirk Erdao für die Festnahmen verantwortlich.

Die Behörden in Changchun führten zur gleichen Zeit eine Großfahndung in der ganzen Stadt durch, bei der weitere 32 Personen festgenommen wurden. Zahlreiche Wohnungen wurden von der Polizei durchsucht und Falun Gong-Praktizierende aus ihren Wohnungen vertrieben.

Weitere beunruhigende Nachrichten erhielt das Informationszentrum über das Wohlergehen von Herrn Feng Liping, der laut Berichten in Polizeigewahrsam gefoltert wurde. Feng soll die Kontrolle über einen seiner Arme verloren haben; die anfallenden Behandlungskosten muss seine Familie tragen.

Wir sind sehr besorgt über den Verbleib und die Sicherheit der anderen im Mai verhafteten Falun Gong-Praktizierenden aus Changchun.