Rapide Zunahme von Folter und Tod vor den Olympischen SpielenChinesische Behörden „schlagen hart zu“, Opfer sterben innerhalb weniger Tage in Haft

04.04.2008Todesfälle

Berlin / New York (FDI) - Eine Reihe von Berichten weist darauf hin, dass Falun Gong-Praktizierende in China im Vorfeld der Olympischen Spiele innerhalb weniger Tage oder nach nur Stunden in Gewahrsam ermordet werden. Für uns sind diese eskalierenden Misshandlungen eine direkte Folge der Bemühungen, "Falun Gong vor den Olympischen Sommerspielen auszulöschen”.

„Die Geschwindigkeit mit der Falun Gong-Praktizierende von der Polizei festgenommen, misshandelt und umgebracht werden, ist alarmierend und verabscheuungswürdig” sagte Gail Rachlin, Sprecherin des Falun Dafa Infozentrums New York. „Willkürliche Festnahmen, Folter und außergerichtliche Hinrichtungen sind kein Weg, sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten.“

In den ersten drei Monaten des Jahres 2008 hat das Informationszentrum sechs Todesfälle dokumentiert, die sich innerhalb von lediglich 16 Tagen in Haft und in einigen Fällen sogar innerhalb weniger Stunden ereigneten. In mehreren der jüngsten Todesfälle war es Familienangehörigen möglich, den Leichnam vor der Einäscherung zu sehen; sie berichten von Folterspuren, einschließlich Würgemalen oder Schwellungen durch Elektrostäbe.

Herr Yu Zhou, 42, ist einer der aktuellen Todesfälle. Der Musiker wurde zusammen mit Ehefrau Xu Na Ende Januar auf dem Heimweg von einem Auftritt seiner Band festgenommen. Die beiden waren Opfer einer kürzlich durchgeführten Verhaftungswelle in Peking (http://www.faluninfo.de/pressemitteilungen.html). Elf Tage nach ihrer Festnahme forderten die Behörden ihre Familienangehörigen auf, in die Qinghe Notaufnahme zu kommen; dort fanden sie Yu bereits tot vor. Vor seiner Festnahme war er noch völlig gesund. Das Krankenhaus weigerte sich, eine Obduktion vorzunehmen.

Yu ist Absolvent der Universität in Peking, Fachbereich Französisch, und auf einem Online-Musikvideo seiner Band sieht man ihn die Trommel spielen: http://www.youmaker.com/video/sv?id=571f7e4d385e4dfd86cb89fa573c6a2d001

Seine Ehefrau, die bereits zuvor für fünf Jahre aufgrund des Praktizierens von Falun Gong im Gefängnis war, befindet sich weiterhin in Haft im Pekinger Inhaftierungszentrum.


„Brutales Vorgehen soll vor Olympischen Spielen verstärkt werden“

Laut Zeugenaussagen von Falun Gong-Anhängern, die vor Kurzem freigelassen wurden, haben Angestellte der Staatssicherheit ihnen gegenüber von Anweisungen gesprochen, die Verfolgung gegenüber der Gruppe vor den Olympischen Spielen zu verstärken.

Seit Januar 2007 hat das Informationszentrum die Fälle von 129 Falun Gong-Praktizierenden dokumentiert, die durch Folter starben; entweder in Polizeigewahrsam oder nach ihrer Freilassung infolge der Verletzungen, die sie im Gefängnis erlitten. Eine vollständige Namensliste sowie weitere Einzelheiten zu den Fällen finden Sie hier: http://faluninfo.net/downloads/FDI_Press/deaths-as-of-01-01-07.pdf. Die Liste wurde anhand verschiedener Quellen erstellt, darunter Zeugenaussagen von Verwandten und Freunden der Verstorbenen, Beweisfotos und Anrufe von Ermittlern bei den entsprechenden Polizei- oder Gefängnisbehörden.

Beispiele von Todesfällen kurz nach der Verhaftung 2007:

  • Am 10. März 2007 wurde die 65-jährige Tang Xingyun von der Polizei der Stadt Shenyang im Nordosten von Liaoning verhaftet, als sie Flyer über  die Verfolgung von Falun Gong verteilte. Sie starb am selben Tag in der Polizeistation, Berichten zufolge durch Elektroschocks mit acht Stäben gleichzeitig.
  • Der ehemalige Mitarbeiter der Shanhaiguan Brücken Fabrik in der Hebei Provinz Deng Wenyang, Mitte 30, wurde am 26. September 2007 verhaftet. Aufgrund einer früheren Verhaftung im August war er schon in schlechter körperlicher Verfassung, wurde aber trotzdem ins Gaoyang-Umerziehungslager gesandt. Er starb zehn Tage später am 8. Oktober.

Beispiele von Todesfällen kurz nach der Verhaftung 2008:

  • Frau Gu Jianmin, 53, aus dem Pudong New District in Shanghai, wurde am 1. März 2008 verhaftet. Zwölf Tage später rief ein Agent des „Büro 610“ ihren Ehemann an, und teilte ihm mit, es ginge ihr nicht gut und sie würde aus medizinischen Gründen entlassen. Nachdem er einige Stunden Formulare für ihre Entlassung ausfüllte, wurde Gu’s Ehemann zu einem örtlichen Krankenhaus gebracht, wo der Arzt nach einem kurzen Versuch sie zu retten, ihren Tod feststellte.
  • Am 13. Februar 2008 wurde Herr Wang Guiming aus Tonghua City in der Jilin Provinz verhaftet, während er Kartoffeln verkaufte. Er wurde ins Changliu Gefängnis gebracht. Am 17. Februar wurde er ins Chaoyanggou Umerziehungslager transportiert, wo er Berichten zufolge mit Elektroschocks gefoltert wurde. Er starb am 29. Februar, 16 Tage nach seiner ersten Verhaftung. Am 3. März wurde seiner Familie erlaubt, seinen Leichnam zu sehen. Sie fanden große Blutergüsse in seinem Gesicht, auf der Brust und am After.

Diese Todesfälle sind Resultat offizieller Anordnungen der kommunistischen Partei. In Berichten und Dokumenten wurde wiederholt Falun Dafa als eins der wichtigsten Angriffsziele für Überwachung und Unterdrückung in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele genannt. Das entspricht dem üblichen Muster, die Gruppe vor wichtigen landesweiten Ereignissen mit aller Härte zu behandeln, wie auch beim 17. Parteikongress im Oktober 2007.


Falun gong soll vor Olympischen Spielen ausgelöscht werden

Laut Bericht eines Geheimdienst-Journals im Jahr 2005 wurde Chinas stellvertretender Minister für Staatssicherheit, Liu Jing, beauftragt, Falun Gong vor den Olympischen Spielen auszulöschen
(http://www.fofg.org/news/news_story.php?doc_id=1225).
Angaben von Amnesty International zufolge erteilte der Minister für Staatssicherheit Zhou Yongkang in Vorbereitung für „erfolgreiche“ Olympische Spiele folgende Anweisung: „Wir müssen hart zuschlagen gegenüber feindlichen Kräften hier und in Übersee, so wie bei ethnischen Separatisten, religiösen Extremisten, gewalttätigen Terroristen und … Falun Gong.
(http://asiapacific.amnesty.org/library/Index/ENGASA170522007?open&of=ENG-2S2)

Insgesamt konnten wir seit 1999 den Tod von 3.137 Falun Dafa-Praktizierenden dokumentieren, die durch verschiedene Arten von Verfolgung starben. Trotz dieser beträchtlichen Höhe ist die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher.

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+49-(0)173-3135532 (Frau Waltraud Ng)
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