Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Guizhou: Falun Gong-Praktizierende am Vorabend des chinesischen Neujahrs getötet

Pressemitteilung: 01.03.2010

PRESSEMITTEILUNG 01.03.2010

Berlin/New York (FDI) - Während Familien in ganz China sich auf die Feiern zum Neujahr vorbereiteten, erfuhren die Angehörigen von Frau Gao Qiying vom plötzlichen Tod der 40jährigen Fotografin. Gao, eine Falun Gong-Praktizierende aus Guizhou, wurde 2008 kurz vor Ankunft der Olympischen Fackel in ihrer Stadt, entführt. Sie starb am 12. Februar 2010, zwei Tage vor Neujahr.

Seit Wochen hatte sie gegenüber ihren Angehörigen geklagt, dass man ihr im Gefängnis unbekannte Drogen injiziert hätte. Gao ist die zehnte Falun Gong-Praktizierende, deren Tod durch Misshandlung das Falun Dafa-Informationszentrum in diesem Jahr  (2010) bestätigte - die tatsächliche Anzahl liegt vermutlich aber um ein Vielfaches höher.

Für den Sprecher des Falun Dafa-Informationszentrums, Erping Zhang, sind zwei Merkmale in Gaos Fall für die Fälle von Falun Gong-Praktizierenden in China allzu typisch. „Eines ist der Einsatz von unbekannten Drogen um Praktizierende mental und/oder körperlich außer Gefecht zu setzen und sie anschließend zu zwingen ihren Glauben aufzugeben. Zweitens dient die „Sicherheit der Olympischen Spiele" als Vorwand um Falun Gong-Praktizierende unrechtmäßig zu entführen. In zahlreichen Fällen treffen diese beiden Aspekte zu."

Frau Gao war Einwohnerin von Zunyi (Guizhou), wo sie Touristen fotografierte, um ihre beiden Söhne zu versorgen und für deren Ausbildung aufzukommen. Eine angeborene Körperbehinderung an Brust und Rücken hatte ihr das Laufen und Atmen sehr erschwert. Ihre Gesundheit verbesserte sich enorm, nachdem sie im Jahr 2000 anfing Falun Gong zu praktizieren.

Die Olympische Fackel sollte am 14. Juni 2008 Zunyi erreichen. So wie auch in vielen anderen Teilen des Landes intensivierten die Sicherheitsbehörden vor dem internationalen Ereignis die Überwachung und Verfolgung von Einheimischen, die als Falun Gong-Praktizierende bekannt waren. Allein ein Polizeirevier im Stadtbezirk Huichuan inhaftierte Angaben zufolge mindestens zehn Praktizierende.

Am 12. Juni stürmten Dutzende von Beamten Frau Gaos Wohnung, entführten sie und beschlagnahmten ihren Computer und Drucker, die sie als Fotografin benötigte. Frau Gao wurde im Untersuchungsgefängnis der Großgemeinde Nanbai festgehalten, wo sie Berichten  zufolge gefoltert und anschließend in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Frau Gao erholte sich schließlich, wurde dann aber in einem Scheinprozess Ende 2008 zu Gefangenenlager „verurteilt" und in das Yangai Gefängnis gebracht.

Während ihre Familienmitglieder sie Ende Januar 2010 im Gefängnis besuchten, beklagte sie sich darüber, dass die Gefängnisbehörden sie gezwungen hatten eine unbekannte Droge einzunehmen, die eine schwere Taubheit in ihren Füssen verursachte.

Am 11. Februar teilten Gefängnisbeamte Frau Gaos Familie telefonisch mit, man habe sie in ein über zwei Stunden entferntes  Krankenhaus in Guiyang gebracht. Sie starb am nächsten Tag um 12:55 Uhr, während ihre Angehörigen noch auf dem Weg zu ihr waren. Weitere Einzelheiten zu den Todesumständen werden derzeit untersucht.

Mit dem routinemäßigen Einsatz von psychiatrischer Folter - sowohl in medizinischen Einrichtungen als auch in Strafanstalten - versuchen die chinesischen Behörden Falun Gong-Praktizierende zu zwingen ihrem Glauben abzuschwören. Das Falun Dafa-Informationszentrum berichtete im September von einem ähnlichen Fall aus Hunan. Frau Chen Chunjun, ebenfalls 40 Jahre alt, war im Mai 2008 bei einer örtlichen Razzia in Untersuchungshaft gekommen, kurz bevor die Olympische Fackel durch die Provinz getragen wurde. Sie starb im März 2009 in einem psychiatrischen Krankenhaus. (Nachricht)