Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Erneuter dringender Aufruf: Am Shanghaier Flughafen entführter Falun Gong-Praktizierender in Anhui festgehalten und mit Folter bedroht

Pressemitteilung: 23.03.2010

PRESSEMITTEILUNG 23. März 2010

Berlin/New York (FDI)— Zuverlässigen Quellenangaben aus China zufolge befindet sich ein Falun Gong-Praktizierender, der am 18. Februar 2010 auf dem Weg in die Vereinigten Staaten war und am Internationalen Flughafen Pudong in Shanghai entführt wurde, in Gewahrsam des Büros für Öffentliche Sicherheit in der Provinz Anhui. Das Falun Dafa-Informationszentrum (FDI) bittet die internationale Gemeinschaft dringend, unverzüglich etwas zu unternehmen, um für seine sofortige Freilassung und seine sichere Ausreise in die Vereinigten Staaten zu sorgen.

Das FDI berichtete von Herrn Jiang Fengs Verschwinden am 7. März (Nachricht). Nachforschungen der WOIPFG (World Organization to Investigate the Persecution of Falun Gong - Weltorganisation zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong e.V.) ergaben, dass Herr Jiang, nachdem er die Sicherheitskontrolle am Flughafen passiert hatte, an der Grenzkontrolle rechtswidrig entführt und anschließend in seine Heimatstadt Hefei in der Provinz Anhui zurückgebracht wurde. (Nachricht)

Dort wurde Jiang Feng dem Amt für Innere Sicherheit des Büros für Öffentliche Sicherheit im Bezirk Luyang übergeben. Er wird zurzeit in einer Einrichtung des Sicherheitsamts festgehalten, in dem Beamte Berichten zufolge Zwangsmittel einsetzen, um Herrn Jiang dazu zu bringen, seinen Glauben an Falun Gong zu widerrufen.
Die Adresse dieser Einrichtung lautet: 478 Huaihe Road, Stadt Hefei, Provinz Anhui, Tel.: 0551-2831900.

Laut China Digital Times ist das Amt für Innere Sicherheit eine Abteilung des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit und des Büros für Öffentliche Sicherheit, deren besondere Aufgabe es ist, politische Dissidenten, Petitionssteller und religiöse Gruppen zu überwachen und zu unterdrücken. (Link).

Der Leiter des Falun Dafa-Informationszentrums in New York, Levi Browde, äußerte sich wie folgt: „Laut uns vorliegenden Berichten wird Jiang genau in diesem Moment strengen Zwangsmaßnahmen ausgesetzt, die ganz sicher auch Folter umfassen. Einrichtungen für Gehirnwäsche wie diejenige, in der Jiang festgehalten wird, sind de facto Foltereinrichtungen, in denen die Opfer gezwungen werden sollen, ihren Glauben zu widerrufen…er muss sofort gerettet werden.“

Man weiß, dass neben anderen folgende Personen mit Jiangs Fall befasst sind:

Ding Zhongbing, der Leiter des Amts für Innere Sicherheit, Büro für Öffentliche Sicherheit des Bezirks Luyang
Wei Min, Polizist des Amts für Innere Sicherheit, Büro für Öffentliche Sicherheit des Bezirks Luyang


Das Falun Dafa-Informationszentrum bittet dringend:

• Menschenrechtsgruppen und gewählte Volksvertreter, an die chinesischen Behörden zu schreiben, um Herrn Jiangs sofortige Freilassung und sichere Reise in die Vereinigten Staaten zu fordern. Briefe sollten an die chinesische Botschaft, das Ministerium für Öffentliche Sicherheit und die örtlichen Behörden in Hefei geschickt werden. Muster für die Formulierung solcher Briefe sind auf Anfrage erhältlich.

• besorgte Bürger in der ganzen Welt an ihre gewählten Volksvertreter und/oder die jeweilige chinesische Botschaft zu schreiben, um sie in Herrn Jiangs Fall zum Handeln zu bewegen.

In früheren Fällen wie dem von Qin Shizhen im Jahr 2008, hat internationaler Druck zum Erfolg und zur Freilassung von Falun Gong-Praktizierenden geführt, die in ähnlichen Foltereinrichtungen festgehalten wurden. (Link)

Hintergrund

Am 18. Februar 2010 fuhr Herr Jiang Feng (江峰) zum Internationalen Flughafen Pudong in Shanghai, um mit dem Flug Continental Airlines Flight #CO86 nach Newark zu seiner Frau (New Jersey) zu fliegen. Das Paar ist seit elf Jahren verheiratet, konnte aber aufgrund der Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei nur wenige Monate zusammen verbringen.

Jiang checkte am Ticketschalter um 14 Uhr 55 ein, zwei Stunden vor der geplanten Abflugzeit. Er war bereits früher aufgrund des Praktizierens von Falun Gong 3 Jahre rechtswidrig inhaftiert.

Jiang Fengs Frau, die ebenfalls Falun Gong praktiziert, ist unter dem Künstlernamen „Mei Xuan“ (ihr richtiger Name bleibt aus Sicherheitsgründen anonym) bekannt. Nach ihrer eigenen Entlassung aus dem Gefängnis 2006 floh sie in die Vereinigten Staaten. 2007 schloss sie sich Shen Yun Performing Arts in New York an (Webseite) http://de.shenyunperformingarts.org/) und erhielt viel Anerkennung für ihre ausdrucksvollen und berührenden Auftritte als Erhu-Solistin.

Seitdem haben Polizeibeamte wiederholt Mei Xuans Bruder und Schwester an ihren Arbeitsplätzen aufgesucht und sie gedrängt Druck auf sie auszuüben, damit sie Shen Yun verlässt. Im November 2009 wurde ihre Mutter, die ebenfalls Falun Gong praktiziert, in ein „Gehirnwäsche“-Zentrum gebracht. Viele gehen davon aus, dass auch die Entführung ihres Mannes das Ziel verfolgt, Mei Xuan zur Aufgabe ihrer Arbeit mit Shen Yun zu zwingen. Sie ist derzeit mit Shen Yun Performing Arts auf Europa-Tournee und steht auf Anfrage für Interviews zur Verfügung.

Mit ihrer Mission, die chinesische Kunsttradition und das spirituelle Erbe wieder zu beleben, umfassen die Shen Yun-Shows klassischen chinesischen Tanz, Gesang und Solo-Instrumentalisten wie Mei Xuan. Einige Stücke stellen alte Legenden und Ereignisse im heutigen China dar, wie z.B. die Verfolgung von Falun Gong.

Von Anfang an hat das chinesische Regime versucht die Shen Yun-Vorstellungen zu stören. Dazu zählen auch Einschüchterung und Schikane, denen Verwandte der Künstler im Festlandchina ausgesetzt sind. (siehe eine detaillierte Liste von Vorfällen und Beweisen hier). Die kommunistische Partei unternimmt diese Versuche deshalb, weil sie sich davor fürchtet, dass Shen Yun zeigt, was heutzutage mit Falun Gong in China passiert, und dass es genau jene kulturellen Traditionen wiederbelebt, die die Partei seit ihrer Machtübernahme 1949 in China zu zerstören versuchte.