Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Das zerstörte Leben einer Falun Gong-Praktizierenden – ehemals eine hervorragende Studentin der Tsinghua-Universität

Vergewaltigung, Schläge und Betrug begleiteten die „Umwandlung“ einer ehemaligen Spitzenstudentin

17.06.2010

Berlin/New York (FDI) – Das Leben von Frau Liu Zhimei (柳志梅), einer ehemaligen Spitzenstudentin an der renommierten Tsinghua-Universität in Peking, ist zerstört, nachdem sie ein Jahrzehnt lang gefoltert, vergewaltigt und betrogen wurde. Wie das Falun Dafa-Informationszentrum vor kurzem erfuhr, lebt die einst lebensfrohe und strahlende junge Frau aus der Provinz Shandong heute in einer Hütte, nässt regelmäßig ihr Bett ein und kauert sich jedes Mal, wenn sich ihr jemand nähert, mit geballten Fäusten in einer Ecke ihres Zimmers zusammen. Nachbarn berichten, sie hätten sie verwirrt, nackt und schreiend aus dem Haus laufen sehen.

Frau Liu Zhimei, bevor sie in einem chinesischen Gefangenenlager gefoltert und misshandelt wurde.

Levi Browde, der Leiter des Falun Dafa-Informationszentrums in New York, sagt: „Wenn die chinesischen Behörden davon sprechen, Falun Gong-Praktizierende ‚umzuformen‘, dann meinen sie genau so etwas. Sie missbrauchen und quälen gesunde, vernünftige Menschen so lange, bis das Opfer entweder die persönlichen Überzeugungen vollständig aufgibt und sich dem Willen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) unterwirft, an den Misshandlungen stirbt oder – wie im Fall dieser jungen Frau – an den Rand des Wahnsinns getrieben und aller menschlichen Würde beraubt wurde. Sie treiben die Praktizierenden bis zu dem Punkt, an dem das Leben zur Hölle auf Erden wird.“

„Lius Fall ist tragisch, aber in China leider kein Einzelfall. Viele Menschenleben wurden bei der Verfolgung von Falun Gong in ähnlicher Weise zerstört oder ausgelöscht.“

Im Jahr 1997 erhielt Liu ihre Zulassung für die Tsinghua-Universität; bei der Aufnahmeprüfung erzielte sie das beste Testergebnis in der Provinz Shandong. Auf dem Universitäts-Campus begann sie dann auch Falun Gong zu lernen, das damals von über 1.000 Studierenden und Dozenten an der Tsinghua praktiziert wurde.

Nach der im Juli 1999 eingeleiteten Kampagne zur „Auslöschung“ von Falun Gong wurde Liu wegen ihres Praktizierens von Falun Gong von der Universität verwiesen. Die Polizei inhaftierte sie in den nächsten drei Jahren mehrmals, wobei sie in der Haft wiederholt geschlagen und über einen längeren Zeitraum in einer Isolationszelle eingesperrt wurde. Durch die Folter trug sie Verletzungen an Kopf und Brust davon, begann zu hinken und verlor mehrere Fingernägel.

Im November 2002 wurde Liu in einem Scheinprozess wegen des Praktizierens von Falun Gong zu zwölf Jahren Haft im Frauengefängnis der Provinz Shandong „verurteilt“. Dort wurde sie von Gefängnisbeamten unter Druck gesetzt, eine „Helferin“ zu werden – eine Person, die das harte Vorgehen der KPCh gegen Falun Gong unterstützt und den Gefängnisbeamten hilft, standhafte Falun Gong-Praktizierende zu foltern und zu zwingen, ihren Glauben zu widerrufen – zur Belohnung könnte sie als Studentin an die Tsinghua-Universität zurückkehren.

Mit der Aussicht auf eine Rückkehr an die Hochschule stimmte sie diesem Ansinnen zu. Berichte aus dem Gefängnis zeigen, dass sie dort Methoden zur „Umformung“ von Falun Gong-Praktizierenden entwickelte. Gelegentlich zwangen die Wachen des Gefängnisses sie auch, Falun Gong-Praktizierende zu schlagen. Nach einigen Jahren Gefängnis wurde ihr allmählich klar, dass die Versprechungen, sie könnte an die Tsinghua zurückkehren, nicht eingehalten wurden; sie verlor jegliche Hoffnung.

Am 13. November 2008 wurde Liu schließlich entlassen und kam in die Obhut ihrer Eltern; sie war kaum mehr wiederzuerkennen.

Bis heute erinnert sich Liu nicht an ihren Namen. Eine große Narbe verläuft in der Höhe ihres Bauchnabels und man sieht, dass sie Verletzungen an Gesäß und Oberschenkeln hatte. Ihre Brüste hängen fast bis zur Taille, obwohl sie noch nicht einmal 30 Jahre alt ist und einer ihrer Finger ist stark deformiert.

Frau Liu Zhimei in ihrer Unterkunft (Anfang 2010). Wenn man sich ihr nähert, zieht sie sich oft mit geballten Fäusten in eine Ecke zurück.

Liu schreit oft und wahllos Sätze heraus, die einen Eindruck von der Folter vermitteln, der sie während ihrer Haft ausgesetzt war. Manchmal, wenn ein Angehöriger sie anzieht, führt sie dessen Hand an ihre Brust, und während sie sich auf die andere Seite der Brust schlägt, schreit sie: „So schlugen sie mich hier, es tat so weh ...“ Liu nässt oft ihr Bett ein und wenn sich ihr jemand nähert, den sie nicht kennt, kauert sie sich in eine Ecke und ballt die Fäuste.

Lius Mutter starb 2007 aus Kummer über die Inhaftierung ihrer Tochter. Ihr Vater, Liu Zuorui, war Sekretär der Kommunistischen Partei für die örtliche Gemeinde. Nachbarn berichten, dass ihr Vater sie nach ihrer Rückkehr oft vergewaltigte und an andere Männer im Dorf verkaufte.

Im Jahr 2009 nahmen örtliche Falun Gong-Praktizierende Liu in ihrem Heim auf und passten abwechselnd auf sie auf. Nach mehreren Monaten verbesserte sich ihr Zustand. Sie murmelte immer weniger vor sich hin, nässte nicht mehr ins Bett und konnte sich sogar einfache Mahlzeiten zubereiten.

Am Morgen des 16. April 2010 überfielen Beamte des Polizeireviers Bailinzhuang in der Stadt Laiyang die Wohnung der Praktizierenden, die sich um Liu kümmerten. Sie wurde zusammen mit vier anderen Falun Gong-Praktizierenden in Gewahrsam genommen. Zeugenberichten zufolge soll sie sich während des Polizeiverhörs in einen „ganz anderen Menschen“ verwandelt haben, sich zu ihrer „Schuld“ bekannt und die Polizei für ihre „Entführung“ gelobt haben. Für diese Zeugen ist Lius Verhalten nicht ungewöhnlich: sie hat durch die Zeit der Folter und Unterdrückung gelernt, der Polizei alles zu sagen, was diese hören will, um weitere Misshandlungen zu vermeiden.

Als die Polizei bemerkte, dass Lius geistige Verfassung sehr instabil war, wurde sie zu ihrem Vater nach Hause zurückgebracht, wo sie sich bis heute aufhält.

Bereits 2001 berichtete die Washington Post in einem ausführlichen Bericht darüber, wie das chinesische Regime systematisch Folter und Methoden zur ‚Umerziehung‘ einsetzt, um den Willen von Falun Gong-Praktizierenden zu brechen (Nachricht). Eines der von der Washington Post interviewten Opfer, das den ‚Umformungsprozess‘ durch die KPCh erlebt hatte, kam zu dem Schluss: ‚Ich sah das Schrecklichste, was Menschen tun können. Diese Menschen sind brutaler als die schlimmsten Tiere.'

Lius Fall zeigt, wovon dieses Opfer sprach ... von der vollständigen Zerstörung des menschlichen Geistes. Dieses Beispiel von Liu Zhimei ist tragischerweise auch die Geschichte von unzähligen anderen Falun Gong-Praktizierenden, die unter der ‚Auslöschungs‘-Kampagne der KPCh leiden.