Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Stimmen zu 11 Jahren Verfolgung von Falun Gong

Joshua Philipp - Epoch Times Deutschland

31.07.2010

Am 20. Juli 1999 begann die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) mit der Verfolgung von Falun Gong - auch unter dem Namen Falun Dafa bekannt - und hatte sich zum Ziel gesetzt, die Meditationsbewegung innerhalb von drei Monaten „auszulöschen."

In China erleiden Falun Gong-Praktizierende seither Gehirnwäsche, Haft, Zwangsarbeit, Folter und den Tod. Nach Informationen des Falun Dafa-Informationszentrums sind Hunderttausende Praktizierende immer noch inhaftiert. In 3.383 Fällen wurde ermittelt und zuverlässig bestätigt, dass die Menschen an Misshandlungen starben. In mehreren tausend anderen Fällen liegt die Vermutung nahe, dass diese Menschen durch Organraub zu Tode kamen. Wegen der Informationsblockade bei allem was Falun Gong betrifft, ist das Gesamtausmaß der Verfolgung nicht bekannt.

Praktizierende dieses buddhistischen Qigongs versuchen in China den Beamten des Regimes und dem chinesischen Volk seit elf Jahren mit allen Mitteln des friedlichen Widerstands aufzuzeigen, dass Falun Gong friedlich sei und einen positiven Beitrag für den Einzelnen und die Gesellschaft leiste. Sie verteilen Handzettel, suchen das Gespräch und immer wieder finden sich an Bäumen, Brücken oder Gebäuden die Schriftzeichen für "Falun Dafa Hao" ("Falun Dafa ist gut") und "Zhen Shan Ren" ("Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht" - die drei Prinzipien von Falun Gong).

Außerhalb Chinas werden Praktizierende der buddhistischen Falun Gong-Bewegung von Regierungsbeamten, Nichtregierungsorganisationen, Rechtsanwälten und auch von vielen einfachen Leuten unterstützt. Sie alle fordern die Machthaber in China auf, der Verfolgung ein Ende zu setzen.

Hier einige ausgewählte Stimmen:


Edward McMillan-Scott
Vizepräsident des Europäischen Parlaments




Foto: Ming Chen/The Epoch Times

Bei einem Besuch bei chinesischen Führern im März 2006 erhielt Vizepräsident Edward McMillan-Scott Informationen aus erster Hand über die Verfolgung der Falun Gong-Praktizierenden. Während dieses Besuches kam er mit Menschen zusammen, die die Verfolgung durch die KPCh direkt erlebt haben.

„Nachdem ich Peking verlassen hatte, wurde jede Person, mit der ich Kontakt gehabt hatte, verhaftet, inhaftiert und in einigen Fällen sogar gefoltert", berichtete Herr McMillan-Scott. Daraufhin leistete er einen Schwur: „Ich werde meine Kampagne für Reformen und Demokratie und die Menschenrechte in China fortsetzen, bis das Ziel erreicht ist."

„Ich bin davon überzeugt, dass es ganz wichtig für die Menschen in der Welt ist zu verstehen, was in China tatsächlich vor sich geht - die Gefangenenlager, die Arbeitslager für Umerziehung, Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Folter. Das ist das wirkliche China", erklärte er. „Und das Schlimmste ist, dass sie sich eine Gruppe vollständig unschuldiger Menschen, die Falun Gong-Praktizierenden, ausgesucht haben und diese zu Tode foltern. Dem muss ein Ende gesetzt werden!"

Vizepräsident McMillan-Scott glaubt daran, dass das herrschende Regime in China über kurz oder lang „hinweggefegt" wird, um von einer demokratischen Regierung ersetzt zu werden. „Wir entwickeln Methoden, um jene Leute zu bestrafen, die foltern und das Volk von China unterdrücken. Wir führen Kampagnen gegen bestimmte Teile des Apparats, die sich des Völkermordes schuldig machen. Wir bleiben wachsam."


David Matas
Internationaler Rechtsanwalt




Foto: The Epoch Times

Als Anwalt für Immigranten und Flüchtlinge sowie als Menschenrechtsanwalt gehört David Matas zu den bekanntesten Unterstützern der Kampagnen gegen die Verfolgung von Falun Gong.

Er hat bei seiner Arbeit für Menschenrechte zusammen mit dem ehemaligen Parlamentsmitglied Kanadas David Kilgour viele verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Diese kommen zu dem Ergebnis, dass das chinesische Regime lebenden Falun Gong-Praktizierenden Organe entnimmt und diese dann verkauft. Ihre Erkenntnisse wurden in dem Buch „Blutige Ernte - Mord an Falun Gong durch Organraub" veröffentlicht. Beide sind wegen ihrer Recherche über Organraub für den Friedensnobelpreis nominiert.

David Matas half bei der Aufklärung von Naziverbrechen, hat sich für die Abschaffung der Apartheid in Südafrika eingesetzt und gegen die Diktatur in Südamerika gekämpft. Sein wichtigstes Thema jedoch ist das Aufzeigen der gewaltsamen Organentnahme bei Falun Gong-Praktizierenden. „Zu der Zeit, als ich gegen die Verletzung von Menschenrechten kämpfte, hatte ich es mit Fällen zu tun, die ähnlich hoffnungslos schienen wie die Verfolgung von Falun Gong," betonte er.

„Womit wir es zu tun haben, ist eine Diktatur. Diktaturen sind meiner Meinung nach anfällig", sagte Matas.

Er selbst ist kein Falun Gong-Praktizierender. Doch er erklärte, dass diese Bewegung die Traditionen der antiken Glaubenssysteme in China repräsentiere. „Darum liegt die Bedeutung von Falun Gong für China darin, dass es das wahre China repräsentiert."

Matas stellte fest, dass die Beendigung der Verfolgung von Falun Gong in China dazu führen werde, dass auch andere Gruppen innerhalb Chinas von Verfolgung verschont bleiben. „Ich sehe das so: Wenn man diese Verfolgung beendet, kann man alles beenden."


Samuel Zhou
Stellvertretender Direktor des Global Internet Freedom Consortium (GIFC)




Foto: Samuel Zhou

Der stellvertretende Direktor des Global Internet Freedom Consortiums Samuel Zhou hatte einen unkündbaren Job. Er unterrichtete Computerwissenschaften an der Universität Pennsylvania, als 1999 die Verfolgung begann. Samuel Zhou war Falun Gong-Praktizierender. Er verzichtete auf seine Führungsposition, weil sie zu zeitraubend war und ihm die Möglichkeit nahm, sich mit ganzem Herzen gegen die Verfolgung einzusetzen. Er unterrichtet jetzt an der Rutgers-Universität.

Die „Große Firewall" der KPCh blockiert und zensiert Online-Informationen. Die Chinesen haben große Schwierigkeiten, Informationen ins Ausland zu schicken oder die Wahrheit über das kommunistische Regime von außen zu erfahren.

GIFC ist es gelungen, die Firewall zu durchbrechen und dem chinesischen Volk Informationsfreiheit zu bringen. Seine Software hat es Millionen von Chinesen ermöglicht, die Blockade zu durchbrechen. Millionen Menschen in anderen repressiven Ländern nutzen inzwischen diese Möglichkeit ebenfalls, an freie Informationen zu gelangen.

Samuel Zhou sagte, dass es viele Menschen gebe, die helfen würden, den freien Informationsfluss online aufrechtzuerhalten, aber er könne ihre Identität aus Sicherheitsgründen nicht preisgeben. Er fügte hinzu, dass einer ihrer Chefingenieure, Dr. Li Yuan, im Jahre 2006 von chinesischen Geheimagenten zusammengeschlagen wurde.

Nach Aussagen von Zhou haben viele Leute beim GIFC als Studenten schon das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahre 1989 miterlebt, und sie erleben nun die Verfolgung von Falun Gong.

„Ich hoffe, dass durch die Erleichterung des freien Informationsflusses nach China das chinesische kommunistische Regime nicht länger die Gedanken der Menschen manipulieren kann. Dann werden positive Veränderungen in der chinesischen Gesellschaft stattfinden, die zu einem Ende der Unterdrückung in China führen werden", erklärte Zhou.


Ethan Gutmann
Forschungsanalytiker und preisgekrönter Autor




Foto: Ben Taylor/The Epoch Times

Als 1999 die Verfolgung von Falun Gong in Peking begann, wurde Ethan Gutmann Zeuge davon, wie Falun Gong-Praktizierende von der Polizei umringt wurden. Er dokumentierte seine Erfahrung in seinem Buch „Losing the New China: A Story of American Commerce, Desire and Betrayal". Seitdem hat er mehr als 50 Überlebende aus Zwangsarbeitslagern interviewt.

Gutmann hat in mehreren Zeitschriften Artikel über die Organbeschaffung des Regimes, über globale Überwachung und Fehlinformationskampagnen gegen Falun Gong veröffentlicht. Zurzeit schreibt er ein Buch, von dem er hofft, dass „es die wahre Geschichte des Konfliktes zwischen Kommunistischer Partei und Falun Gong zeigen wird." Er fügt hinzu: „Meine Nachforschungen sind nie angezweifelt worden."

Ethan Gutmann wünscht, dass seine Recherchen „ein Ende des Leugnens" der Verfolgung von Falun Gong bewirken.

„Die Verfolgung ist wie ein Leithammel", erklärte Herr Gutmann. „Falls Chinas augenblickliche Linie weiter so verläuft, wird ein globaler Krieg immer wahrscheinlicher. Wenn jedoch Falun Gong sich in einem demokratischen China entfalten kann - nur dann, um ein chinesisches Sprichwort zu gebrauchen: „Wenn Brüder übereinstimmen, wird die Welt sich in Gold verwandeln."



Terri Marsh
Geschäftsführerin der Human Rights Law Foundation



 

 

Foto: Terri Marsh

Terri Marsh hat einen Doktortitel in Altphilologie und hatte einen unkündbaren Lehrauftrag. Der Lebensweg der Geschäftsführerin der Human Rights Law Foundation (HRLF) sieht heute ganz anders aus als damals. Sie beschloss, ihr Leben gründlich zu ändern, indem sie sich für die Menschenrechte einsetzte. Das veranlasste sie, ihre Lehrtätigkeit aufzugeben, Jura zu studieren und schließlich bei der Gründung der HRLF zu helfen.

„Die Human Rights Law Foundation besteht aus einer kleinen Gruppe von Rechtsanwälten. Diese arbeiten daran, die verantwortlichen Haupttäter der weit verbreiteten Verfolgungskampagne gegen Falun Gong-Anhänger in China beim Namen zu nennen und sie der Öffentlichkeit aufzuzeigen", erklärte sie.

Im Jahr 2002 reichte die HRLF vor dem Bundesgericht der Vereinigten Staaten eine Strafanzeige ein gegen Jiang Zemin, den damaligen Führer der KPCh. Diese Strafanzeige legte in den folgenden Jahren den Grundstein für etwa 50 weitere Anzeigen in Dutzenden von Ländern.

Im November 2009 reagierte ein spanisches Gericht auf eine Anzeige der HRLF. Es leitete ein Ermittlungsverfahren ein gegen Jiang Zemin und die hochrangigen Parteibeamten Bo Xilai und Luo Gan sowie andere KPCh-Mitglieder wegen der Verfolgung und Folter von Falun Gong-Praktizierenden. Falls irgendeiner der Beschuldigten ein Land betritt, mit dem Spanien ein Auslieferungsabkommen hat, kann er festgenommen und nach Spanien ausgeliefert werden, wo ihm dann ein Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemacht werden kann.


Alan Adler
Direktor des Vereins „Freunde von Falun Gong"




Foto: The Epoch Times

Die Verfolgung von Falun Gong durch die KPCh bringt Alan Adler, den Direktor der Menschenrechtsorganisation „Friends of Falun Gong" (FoFG) immer noch aus der Fassung. Adler erklärte: „Dass eine politische Macht ausgerechnet die Gruppe verfolgt, deren Mitglieder in ihrem täglichen Leben bemüht sind, ehrlich, mitfühlend und tolerant zu sein. - Die Verfolgung widerspricht allgemeiner Logik."

Alan Adler war zu Beginn der Verfolgung der Meinung, dass diese nicht lange andauern würde. Nötig sei, dass die Behörden der KPCh Falun Dafa erst einmal besser verstehen. „Anfangs erklärte ich den Regierungsbeamten der Vereinigten Staaten, dass es sich um einen Irrtum handeln müsse, weil Falun Dafa nichts anderes als eine harmlose, freundliche spirituelle Bewegung sei", schildert Adler sein Verhalten. „Was ich damals noch nicht wusste, war die Tatsache, dass ich ein Jahrzehnt später immer noch dasselbe sagen musste."

Er sieht es als seine Aufgabe an, die Öffentlichkeit über die Verfolgung aufzuklären. Dies habe ihn verändert. „Ich habe nach und nach die Ungerechtigkeiten in dieser Welt verstanden und meine ganze Sympathie gehört nun den Verfolgten in China. Wie das Leben dieser Menschen in China aussieht, kann ich mir kaum vorstellen. Ich kann nur hoffen, dass das, was den Falun Gong-Praktizierenden und ihren Angehörigen angetan wird, bald ein Ende findet", äußert Alan Adler.


David Gao
Vorsitzender des Global Service Center für den Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas




Foto: Joshua Philipp/The Epoch Times

David Gao war einst der jüngste Universitätsprofessor an der Universität für Technologie in Kanton, China. Zwei Mal wurde er für wissenschaftliche Entdeckungen mit dem Nationalpreis ausgezeichnet. Aber seine Reputation brachte auch ihn in die Reihe derer, denen Verfolgung drohte. Am 20. Juli 1999 tauchte die Polizei auf, um ihn zu verhaften. Es gelang ihm jedoch, in die Vereinigten Staaten zu entkommen.

Gao ist jetzt Vorsitzender des Globalen Service Zentrums für den Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas. Die ehrenamtlich geführte Organisation wurde ins Leben gerufen, um chinesischen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Mitgliedschaft bei der KPCh und ihren angegliederten Organisationen zu beenden.

Zurzeit wickelt das „Tuidang"-Zentrum [Tritt aus der Partei aus]  täglich über 50.000 Austrittserklärungen aus der KPCh ab. Sie kommen aus China und von Auslandschinesen: Sie kommen über Internet, Telefon, Fax und durch persönliche Kanäle. Bis heute sind über 77 Millionen Menschen über das Austrittszentrum aus der KPCh ausgetreten.

Nach Jahren der politischen Bewegungen, wie der Kulturrevolution, habe die KPCh den traditionellen Glauben, die traditionellen Werte und die chinesische Kultur zerstört. Diese waren einst das Fundament Chinas. Gao erklärte, dass die Kampagnen der KPCh viele Menschen eingeschüchtert haben. Dies führte dazu, dass die wenigsten Chinesen offen zu reden wagen. Es hat sich eingebürgert, dass jeder meint, der Partei folgen zu müssen.

David Gao ist davon überzeugt, dass es notwendig ist, den wahren Charakter der KPCh zu enthüllen. Erst dann gäbe es eine Möglichkeit, die Verfolgung des chinesischen Volkes zu beenden. Herr Gao erklärte, dass die Tuidang-Bewegung das Erwachen sittlichen Verhaltens in China repräsentiere.

Das chinesische Volk „erkennt wieder, was wirklich gut und was wirklich schlecht ist - was traditionelle Kultur, Menschenrechte und menschliche Natur sind", so Gao.


Link: http://www.epochtimes.de/articles/2010/07/30/602926.html