Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Dringender Aufruf: Standhafter Mann nach jahrelanger Folter im chinesischen Gefangenenlager dem Tode nah

Familie soll durch Drohungen von Seiten chinesischer Behörden zum Schweigen gebracht werden

03.10.2010

BERLIN/NEW YORK (FDI) – Mehreren Meldungen aus China zufolge ist ein 55-jähriger Mann dem Tode nah, nachdem er jahrelang von der chinesischen Polizei gefoltert wurde. Liu Yunchao (刘运潮) aus Wuhan wird im Fanjiatai Gefängnis in Shayang, Provinz Hubei gefangen gehalten. Im Juli 2009 wurde Liu wegen des Praktizierens von Falun Gong in einem Schauprozess zu drei Jahren Gefängnis „verurteilt“.

Nach über einem Jahr der Folter wurde seiner Familie zweimal mitgeteilt – am 8. und 30. August 2010 – dass er dem Tode nah sei. Jedes Mal eilten seine Angehörigen ins Gefängnis, um zu erwirken, dass er in einem Krankenhaus medizinisch behandelt wird. Beide Male wurde Liu dieses Recht verweigert. Seine Angehörigen berichten, dass sie Liu Yunchao stark abgemagert und ohne Bewusstsein vorfanden.

Das Falun Dafa-Informationszentrum (FDI) ruft dazu auf, sofortigen und unmittelbaren Druck auf die Beamten in Wuhan, Shayang und besonders auf die Behörden im Fanjiatai Gefängnis auszuüben. Liu muss unverzüglich freigelassen werden und Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen.

„Lius Leben könnte entscheidend davon abhängen, wie schnell wir handeln“, sagt Browde vom Falun Dafa-Informationszentrum in New York. „Es gab viele Fälle, bei denen Inhaftierte nicht weiter misshandelt wurden, nachdem ihre Geschichten internationale Aufmerksamkeit erhielten. Wir müssen jetzt handeln, damit dieser Mann gerettet wird.“
Lius Familie stellte Hu Shaobin, den Leiter des örtlichen Bezirksbüros 610 (eine spezielle Abteilung, die die Unterdrückungskampagne gegen Falun Gong durchführt) zur Rede. Hu erwiderte, dass er Liu eher im Gefängnis sterben lasse, als ihn ins Krankenhaus zu schicken. Liu sei nämlich „so hartnäckig“ im Widerstand gegen die Maßnahmen des Gefängnisses ihn „umzuerziehen“.

"Umerziehung" bezieht sich darauf, dass Falun Gong-Praktizierende genötigt werden, ihre Überzeugungen aufzugeben und stattdessen die Anschauungen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) über die Praxis zu übernehmen. Behörden aus allen Regionen Chinas haben berichtet, dass Quoten von den zentralen Partei-Behörden aufgestellt wurden, die festlegen, wie viele Falun Gong-Praktizierende in dem jeweiligen Gebiet „umerzogen“ werden müssen. Werden die Quoten von den Beamten nicht erreicht, drohen ihnen häufig Strafen, während Polizisten, die besonders erfolgreich sind, oft Beförderungen oder andere Leistungen und Prämien erhalten.

Zu den Maßnahmen, die die Praktizierenden "umerziehen" sollen, zählen routinemäßig Folter, Gehirnwäsche und andere Formen der Misshandlung, die in der Haft angewendet werden. Haftanstalten verweigern in der Regel die Freilassung der Praktizierenden solange, bis diese „umerzogen“ sind. Jedes Jahr sterben mehrere Falun Gong-Praktizierende, weil sie bis an den Rand des Todes gefoltert und solange festgehalten werden, bis sie sich der „Umerziehung“ unterwerfen.

Freunde der Familie berichten, dass Liu ein tyrannischer Mensch mit hitzigem Temperament war, bevor er in den 90er Jahren begann, Falun Gong zu praktizieren. Nachdem er die buddhistische Lehre in sein Leben integrierte, habe er sich sehr positiv verändert.

Als die KPCh-Führung 1999 die Kampagne zur "Auslöschung" von Falun Gong in Gang setzte, ging Liu nach Peking, um für ein freies Praktizieren zu appellieren. In den folgenden zehn Jahren wurde Liu mindestens sechs Mal von der Polizei verhaftet. Im Oktober 2000 wurde er für zwei Jahre in ein Zwangsarbeitslager gebracht. Seine letzte Festnahme war im September 2008. Lius anschließende Inhaftierung war eine von 1.352 Fällen, die das FDI im April 2010 veröffentlichte (Bericht) – Lius Fall trägt die Kennzeichnungsnummer 1212 (Liste)