26 Falun Gong-Praktizierende im ersten Jahresdrittel 2011 getötetAus China geschmuggelte Fotos zeigen abgemagerte Opfer mit Blutergüssen oder Opfer im Krankenhaus

15.06.2011Todesfälle

Berlin/New York (FDI) – Pressemitteilung 15.06.2011 – 26 Falun Gong-Praktizierende sind seit 1. Januar 2011 durch Misshandlung in der Haft gestorben – so die Berichte, die das Falun Dafa-Informationszentrum (FDI) erhalten hat. Im Zuge einer Sondermaßnahme der Kampagne gegen Falun Gong, starben mehrere der Opfer, nachdem sie in behelfsmäßigen „Gehirnwäschezentren“ festgehalten worden waren. Durch den Einsatz von Folter und der Verabreichung unbekannter Drogen sollten diese Menschen gezwungen werden, das Praktizieren von Falun Gong aufzugeben.

Gestützt auf Berichte aus China, hat das Falun Dafa-Informationszentrum die Todesfälle durch Misshandlung von 26 Falun Gong-Praktizierenden seit 1. Januar 2011 dokumentiert (Liste). Zu sieben dieser Fälle existieren Fotos, die aus China herausgeschmuggelt werden konnten. Sie zeigen Spuren von Schlägen, ausgemergelte Körper oder die schwer verletzten Opfer im Krankenhausbett liegend (Fotogalerie). Angesichts der Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Beweismaterials aus China ist die tatsächliche Zahl der Todesopfer vermutlich deutlich höher.

Zhou Yongkang hat laut Medienberichten die jüngste Verhaftungswelle angeführt, bei der unter anderem der prominente Künstler Ai Weiwei und mehrere Menschenrechtsanwälte „verschwunden“ sind. Er war in den letzten 10 Jahren intensiv an der Unterdrückung der Falun Gong-Praktizierenden beteiligt. Zhou hat Falun Gong ausdrücklich als Ziel der vorolympischen Verhaftungswelle benannt, bei der Tausende von Praktizierenden festgenommen wurden. Sechs von ihnen sind auf der Liste der seit Anfang 2011 Getöteten.

„Die seit Januar berichteten Todesfälle zeigen einen mikroskopisch kleinen Teil der Kampagne gegen Falun Gong sowie die große Missachtung der Kommunistischen Partei vor menschlichem Leben“, sagt Levi Browde, Leiter des Falun Dafa-Informationszentrums in New York. „Zhou Yongkang und andere Verbrecher der Partei haben in den letzten zehn Jahren die Überwachung, Einschüchterung von Falun Gong-Praktizierenden und die Foltermethoden verfeinert, und wir sehen jetzt, wie diese Taktik an einem noch größeren Teil der chinesischen Bevölkerung angewendet wird.“

„Diese Todesfälle von Falun Gong-Praktizierenden sollten die internationale Gemeinschaft alarmieren, zeigen sie doch wie weit die Parteiführer gehen, um selbstständig denkende Mitglieder der chinesischen Gesellschaft zu eliminieren.“

Die 26 Opfer kommen aus allen Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und Regionen Chinas. Jüngstes Opfer ist eine 32 Jahre alte Frau aus der Provinz Hebei, und das älteste ein 72jähriger pensionierter Bahnarbeiter aus Hunan. 13 Personen wurden allein deshalb aus ihren Wohnungen oder von ihren Arbeitsplätzen entführt, weil sie den Behörden als Falun Gong-Praktizierende bekannt waren. Mindestens sechs weitere wurden während der Ausübung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung festgenommen, wie beispielsweise beim Drucken und Verteilen von Flugblättern, die ihre Mitbürger über die Menschenrechtsverletzungen informieren sollten. Viele der Opfer waren bereits früher schon einmal inhaftiert, was auf die anhaltenden Bemühungen der chinesischen Behörden hinweist, bereits bekannte Falun Gong-Praktizierende auszuwählen.

Die überwiegende Mehrheit der Opfer starb durch körperliche und psychiatrische Folter. Einige wurden innerhalb von wenigen Wochen Untersuchungshaft getötet. In anderen Fällen waren die Opfer zu langen Haftstrafen verurteilt worden, und starben nach jahrelanger Folter und Entbehrung in Gefangenschaft oder wurden am Rande des Todes zu ihren Familien entlassen, um dort kurz darauf zu sterben.

Die Hälfte der Getöteten (13 Menschen) war in Arbeitslagern interniert. Ein Indiz für das Ausmaß der Misshandlung, das Falun Gong-Praktizierende in solchen Einrichtungen erlitten, zusätzlich zu der Umerziehung in solchen Arbeitslagern. Die vielleicht dramatischsten Beispiele sind die Fälle von drei Falun Gong-Praktizierenden, die als Gewissensgefangene im Jiamusi-Gefängnis in der Provinz Heilongjiang inhaftiert waren, und die alle drei innerhalb von zwei Wochen starben, nachdem sie in eine spezielle Abteilung für verschärfte „Umerziehung“ verlegt worden waren. (Nachricht / Fotogalerie).

Mehrere der Todesfälle stehen eindeutig in Zusammenhang mit einer intensivierten, auf drei Jahre angelegten „Umerziehungs“-Kampagne, die Mitte 2010 von den KP-Führern eingeleitet worden war (Nachricht). Zusätzlich zu den oben erwähnten drei Opfern, starben noch 4 weitere Personen, nachdem sie Ende 2010 entführt worden waren, um in behelfsmäßige Gefängnisse in Hotels, Firmen oder Schulen untergebracht zu werden, die eigens für die Falun Gong-Praktizierenden eingerichtet worden sind, um sie mit allen erdenklichen Mitteln „umzuerziehen“. Nach ihrer Freilassung und vor ihrem Tod haben zwei Männer die Familienangehörigen informiert, dass ihnen gewaltsam unbekannte Medikamente, die Kopfschmerzen, Schwindel und Gedächtnisverlust verursachten, eingeflößt wurden.

Die in der Liste genannten Fälle und Details wurden aus einer Vielzahl von Quellen zusammengestellt, einschließlich Aussagen von Verwandten oder Freunden der Verstorbenen und Beweisfotos mit Spuren von Folterungen.

Seit Verfolgungsbeginn im Juli 1999 hat das FDI die Todesfälle von insgesamt 3.434 Falun Gong-Praktizierenden registriert (Liste ). Angesichts der erheblichen Anstrengungen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) die Untersuchung vorzeitiger Todesfälle von Falun Gong-Praktizierenden und Berichte von erzwungener Organentnahme bei einer unbekannten Anzahl von inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden zu behindern, wird die tatsächliche Zahl der Todesopfer im Jahr 2011 und insgesamt vermutlich deutlich höher sein als das, was das Informationszentrum dokumentieren konnte.

Seit 1999 führt die KPCh eine groß angelegte, brutale Verfolgungskampagne durch, um Falun Gong - eine traditionelle Meditationspraxis, die in China noch immer Dutzende Millionen Anhänger hat - auszumerzen. Hunderttausende von Chinesen, die Falun Gong praktizieren, befinden sich in Gefangenschaft und stellen damit die größte Gruppe von Gewissensgefangenen in China dar (Artikel/engl.). Die Vereinten Nationen, Amnesty International, chinesische Menschenrechtsanwälte und westliche Medien haben Folter an und Todesfälle von Falun Gong-Praktizierenden durch die Hände chinesischer Beamter, dokumentiert (Bericht/engl.).

Amnesty International erklärte in ihrem Jahresbericht, der im April 2011 veröffentlicht wurde, dass Falun Gong-Praktizierende, die ihren Überzeugungen nicht abschwören wollten, „in der Regel so lange gefoltert werden, bis sie kooperieren; viele sterben in der Haft oder kurz nach der Haftentlassung“ (Bericht/engl.). Die Kommunistische Partei verstößt mit der Kampagne und ihrer Umsetzung gegen chinesisches Recht.

Fallbeispiele

Die folgenden Fälle zeigen typische Begleitumstände der jüngsten Todesfälle von Falun Gong-Praktizierenden. Die vollständige Liste finden Sie hier.

Herr Chen Shiming aus Meishan, Provinz Sichuan: Im Juli 2010 wurde Herr Chen aus seiner Wohnung entführt. Dies war das fünfte Mal, dass er aufgrund seines Glaubens an Falun Gong festgenommen worden war, einschließlich zweier früherer Internierungen in Zwangsarbeitslagern. Er wurde von Polizisten geschlagen und getreten, die ihn in einen Polizeiwagen zerrten. Er wurde in ein provisorisches Gehirnwäschezentrum zur Meishan 505 Telekommunikations-Behörde gebracht. Dort wurden ihm unbekannte Drogen injiziert, und vermutlich waren auch sein Essen und die Getränke mit diesen Substanzen versetzt. Er wurde entlassen, als er an Bluthochdruck zu leiden begann. Seither schien er sein Gedächtnis und andere kognitive Fähigkeiten verloren zu haben. Er zitterte unaufhörlich und war extrem abgemagert. Er erholte sich nicht mehr und starb innerhalb von sechs Monaten.


Frau Dai Lijuan (48) aus Wuxi, Provinz Jiangsu: Am 20. Juni 2003 haben Agenten der Polizeidienststelle Baitang Frau Dai entführt. Sie wurde zum Büro für Öffentliche Sicherheit gebracht und drei Tage lang brutal geschlagen – bis sie in einen lebensbedrohlichen Zustand geriet. Durch die Schläge und Injektionen wurde Frau Dai gelähmt, inkontinent und bekam Muskelschwund. Sie konnte nur schwer sprechen und ihre Finger bewegen. Ihre alte Mutter kümmerte sich um sie, aber sie konnte sich nicht mehr erholen und starb nach acht Jahren, im März 2011. Die Fotos von ihr, die aus China herausgeschmuggelt wurden, zeigen sie abgemagert und mit Windel (Fotos ).


Frau Zheng Baohua (32) aus Renqui, Provinz Hebei: Zwischen 2000 und 2009 wurde Frau Zheng vier Mal festgenommen, weil sie Falun Gong praktiziert hat. Sie war sieben Jahre im Gefängnis. Zuletzt wurde sie im Jahr 2008 eingesperrt, als sie mit den Menschen über Falun Gong und die Verfolgung sprach. Sie wurde in ein Gehirnwäschezentrum und dann ins Lager zur Umerziehung durch Arbeit in Tangshan Kaiping gebracht, wo sie geschlagen, mit Elektrostäben geschockt und brutal zwangsernährt wurde. Im Mai 2009 bekam sie Tuberkulose. Sie wurde im November 2009, als die Krankheit im Spätstadium war, entlassen. Sie hat sich nicht mehr erholt und ist im April 2011 gestorben.

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