Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Dorfbewohner beschützen Falun Gong-Praktizierenden – Polizeirazzia führt zu tödlichem Fenstersturz

Pressemitteilung: 07.09.2012

Berlin (FDI) – Der im Internet veröffentlichten Petition mit Unterschriften von 700 Dorfbewohnern für den Falun Gong-Praktizierenden Herrn Li Lankui (李兰奎 ) folgte eine Polizeirazzia, die Frau Yang Yinqiao den Tod brachte.

Li Lankui mit seinem Sohn.

Die Folge von Ereignissen begann am 1. Juni 2012, als die Polizei versuchte, den allseits geschätzten Li im Dorf Dong'anfeng in der Provinz Hebei zu entführen. Die Dorfbewohner vereitelten den Polizeieinsatz erfolgreich, indem sie die Autos umringten und Druck auf die Beamten ausübten, den Einsatz einzustellen. In der Folge überwachten die Behörden, einschließlich des über den Gesetzen stehenden Büros 610, Li fortwährend. Sie belästigten und bedrohten Dorfbewohner, um zu verhindern, dass sie sich mit Li verbünden und belegten unter anderem einen Geschäftsinhaber mit einer Geldstrafe von 1.500 Yuan.

Am 7. Juni unternahmen chinesische Sicherheitskräfte einen zweiten Versuch, Li zu entführen. Dieses Mal gelang es ihnen, ihn wegzubringen und ihn heimlich zu 15 Monaten Zwangsarbeitslager zu verurteilen. Er wird derzeit im Gehirnwäschezentrum Shijiazhuang gefangen gehalten.

Die im Internet veröffentlichte Petition

Nach Lis Entführung setzten sich die Dorfbewohner erneut für ihn ein. Innerhalb von drei Wochen hatten mehr als 700 Menschen eine Petition unterzeichnet, die forderte, den älteren Mann freizulassen; diese Art des Appells ist zu einem landesweiten Phänomen geworden. Transparente und Ballons mit Botschaften wie "Glaubensfreiheit, Stoppt die Verfolgung" und "Die Welt braucht Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht" (die Prinzipien der Falun Gong-Lehre) erschienen in der Öffentlichkeit.

Nach Erscheinen von Bildern der Petition und Bannern im Internet – einschließlich der Berichterstattung der chinesischsprachigen Falun Gong-Webseite Minghui – reagierte die Polizei prompt und versuchte mittels Hausdurchsuchungen und Verhören von Dorfbewohnern herauszufinden, wer die Bilder im Internet veröffentlicht hatte.

 

 

Während einer Razzia in der Wohnung der Falun Gong-Praktizierenden Frau Yang Yinqiao (杨 银桥) am 7. August, „stürzte“ Yang auf mysteriöse Weise aus dem Fenster ihrer Wohnung im fünften Stock. Die Polizei verließ sofort fluchtartig die Szene, um mit Kampfausrüstung zurückzukehren. Yangs Ehemann fand bei seiner Rückkehr seine Frau auf der Straße liegend. Er rief den Notarzt. Yang wurde noch am Tatort für tot erklärt. Die Polizei sperrte anschließend die Straße ab und setzte Schlagstöcke gegen alle ein, die versuchten sich dem Leichnam  und dem Tatort zu nähern, einschließlich Yangs Sohn.

Die Polizei ist Berichten zufolge immer noch im Dorf Dong'anfeng stationiert und versucht, die Verantwortlichen für die Online-Veröffentlichung zu finden. Mehrere andere Falun Gong-Praktizierende wurden festgenommen, darunter eine Frau, die dabei das Bewusstsein verlor und in Folge von Polizeimisshandlungen unter Krämpfen litt. Lis Frau und Tochter wurden am 2. August ebenfalls inhaftiert.

„Die dramatischen und tragischen Ereignisse rund um die Petition zur Freilassung von Li veranschaulichen, wie sehr die Kommunistische Partei die auf das chinesische Volk gerichtete internationale Aufmerksamkeit fürchtet, sowie die zunehmenden Aufrufe, die Verfolgung ihrer Freunde und Nachbarn, die Falun Gong praktizieren, zu beenden", sagt Levi Browde, Leiter des Falun Dafa-Informationszentrums in New York. „Ein Grund mehr, warum Lis und Yangs Schicksal offengelegt und darüber berichtet werden sollte."

Das Falun Dafa-Informationszentrum (FDI) fordert die Beamten der Provinz Hebei auf, den in der Petition für Li genannten Forderungen nachzukommen und ihn sofort frei zu lassen, den Tod von Frau Yang zu untersuchen und die Verantwortlichen für die durch die Staatsorgane begangenen Verbrechen zu bestrafen. Das FDI fordert auch ausländische Medien auf, über diese Ereignisse zu berichten und Lis Freilassung zu verlangen.