Entführungen und lange Haftstrafen für Falun Gong-Praktizierende vor Parteikongress

10.11.2012Verhaftungen

Berlin / New York (FDI) – Als Vorbereitung auf den 18. Parteikongress am 08. November 2012 sahen sich Falun Gong-Praktizierende in ganz China in den letzten Monaten mit einer neue Runde verschärfter Verfolgung konfrontiert. Praktizierende und Menschenrechtsanwälte in China haben berichtet, dass Entführungen in Gehirnwäsche-Zentren, Folter, lange Haftstrafen und der Druck auf die Inhaftierten, sich "zu wandeln" zugenommen haben.

„In letzter Zeit war die Verfolgung von Falun Gong ziemlich massiv", sagte der prominente Rechtsanwalt Jiang Tianyong im August auf Twitter. „Es gab mehrere Fälle mit Haftstrafen von über 10 Jahren. Wie im Fall von sechs Angeklagten in Harbin ... 4 Personen wurden zu 14 Jahren, eine zu 13 Jahren, eine zu 11 Jahren Haft verurteilt. Es ist wirklich verrückt!"

Jiang sprach höchstwahrscheinlich vom Fall von Frau Tian Xiaoping, 51, und mindestens fünf weiteren Personen aus Nordost China. Die Polizei entführte sie im November 2011, als sie die Witwe und die Tochter eines Arztes besuchten, der im nahe gelegenen Gefängnis von Jamusi zu Tode gefoltert worden war, ein Fall, der Gegenstand einer Petition wurde, die von Tausenden (Nachricht) unterzeichnet wurde. Sie wurden in einem Schauprozess während des Sommers zu den oben genannten Haftzeiten verurteilt.

Auch in anderen Orten Chinas wurden ähnlich lange Strafen über Falun Gong-Praktizierende verhängt, von Richtern, die unter dem Einfluss der Parteikomitees standen. Ebenfalls im Juli verurteilten Richter in Tangshan zwei Männer - Herrn Zheng Xianxing und Herrn Bian Licao - zu 10 und 12 Jahren Gefängnis, jeweils für das Praktizieren von Falun Gong und das Verteilen von DVDs mit der chinesischen Bühnenshow „Shen Yun“. Mehr als 1.200 Menschen versammelten sich zur Unterstützung von Herrn Zheng und unterzeichneten eine Petition für seine Freilassung.

Entführung in Gehirnwäschezentren

In einigen Städten haben die Sicherheitskräfte auch Anwohner entführt und sie in provisorische Haftzentren zur "Umerziehung" gebracht – die Häftlinge bezeichnen sie als Gehirnwäsche-Zentren".

Der Einsatz solcher Zentren stieg seit 2010 als Teil einer erneuerten Drei-Jahres-Kampagne zur "Umerziehung" von Falun Gong-Praktizierenden wieder an (Analyse). Dennoch hat die Polizei in einigen Teilen Chinas den Gefangenen und ihren Familien erzählt, dass die Person mitgenommen und festgehalten würde - manchmal für Monate – bis der 18. Parteitag vorüber wäre.

Eine Lehrerin aus der Provinz Hebei, Frau Lu Caixia, wurde im Juli in ein solches Zentrum entführt und ihre Wohnung wurde geplündert. Ihre Familie hat wiederholt versucht, sie zu besuchen und ihre Freilassung gefordert, aber es wurde ihr ausdrücklich gesagt, dass sie bis nach dem Kongress im November in Haft bleiben würde.

Unter den Entführten sind auch einige, die nicht nach Hause zurückkehren werden. Im vergangenen Monat starb eine 65-jährige Frau aus dem südlichen China nach nur drei Wochen Haft in einem Gehirnwäsche-Zentrum der Provinz Hunan. Quellen aus China zufolge entführte die Polizei sie Anfang September aus ihrem Haus und hat angekündigt, dass sie vor dem 18. Parteitag "einiges zu lernen" hätte (Nachricht)

Verschärfte Verfolgung in den Gefängnissen

Inzwischen zeigen Informationen, die aus bestimmten Gefangenenlagern geschmuggelt wurden, dass innerhalb der Gefängnismauern intensiviert gefoltert wird. So wurde zum Beispiel der chinesisch-sprachigen Website Minghui.org berichtet, dass im Gefängnis Gongzhuling in Jilin und im Frauengefängnis in Heilongjiang Praktizierende, die sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören und "transformiert" zu werden, zur intensivierten Folter in eine spezielle Abteilung gebracht wurden. Nach Aussage des Ehemannes der Falun Gong-Praktizierenden Sun Fengjie, war sie bis zur Unkenntlichkeit abgemagert, als er sie am 7. September besuchte. Sie sagte ihm, sie dürfe nicht schlafen und sie werde gezwungen, täglich 14 Stunden auf einem kleinen Hocker zu sitzen.



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