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Volksrepublik China: Schwere Vorwürfe gegen Transplantationsmissbrauch in China

Ermittler gehen von bis zu 1,5 Millionen Transplantationen seit dem Jahr 2000 mit unklarer Organherkunft aus

30.06.2016

Frankfurt am Main (29. Juni 2016) – Kanadische Menschenrechtler haben heute in Brüssel erneut schwere Vorwürfe gegen die Regierung der Volksrepublik China erhoben. Auf einer Pressekonferenz und einem anschließenden Hearing stellten die beiden Juristen David Matas und David Kilgour ihren 680 Seiten starken Untersuchungsbericht zu „Organraub“ in China vor. Eine überwältigende Menge von Indizien lege den Schluss nahe, dass in der Volksrepublik in ungeahntem Umfang politische Gefangene „auf Bestellung getötet werden, um die Organe der Opfer verkaufen und transplantieren zu können“.

Der Menschenrechtsanwalt David Matas und der ehemalige Abgeordnete und Staatssekretär David Kilgour tragen bereits seit 2006 Hinweise zusammen, die die systematische Tötung von Tausenden von Häftlingen für den Organhandel belegen. Mitbeteiligt an dem aktuellen Bericht war der US-amerikanische Journalist Ethan Gutmann.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unterstrich, dass die bisherigen Erklärungsversuche chinesischer Stellen völlig unplausibel seien. Es gebe in China kulturell bedingt eine Aversion gegen Organspenden und kaum freiwillige Spender. Zudem fehle ein effektives Datenbank- und Verteilsystem wie es z.B. in Europa existiere. Dennoch ist die Volksrepublik China nach den USA das Land mit den meisten Organtransplantationen pro Jahr und trotzdem seien die „Wartezeiten auf Spenderorgane grotesk kurz“, erklärte IGFM-Vorstandsmitglied Hubert Körper.

„Tötung auf Bestellung“

Die Volksrepublik China unterhält das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt. Aussagen von überlebenden ehemaligen Gefangenen machen deutlich, woher mit großer Wahrscheinlichkeit jedes Jahr tausende „Spender-„Organe stammen. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass insbesondere willkürlich in Zwangsarbeitslagern inhaftierte Anhänger der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong, Angehörige von Minderheiten und andere politische Gefangene gezielt getötet werden. Nicht weil diese Gefangenen ein Verbrechen begangen hätten, sondern ausschließlich, weil sich ihre Organe gewinnbringend verkaufen lassen.

Entschließungen des US-Repräsentantenhauses und des Europäischen Parlamentes

Erst am 13. Juni verurteilte das US-Repräsentantenhaus in einer Resolution die Praxis der staatlich unterstützten erzwungenen Organentnahme und die Verfolgung der Meditationsschule Falun Gong in China. Gleichzeitig forderten die US-Abgeordneten Transparenz und eine unabhängige Untersuchung des Transplantationsmissbrauchs in der Volkrepublik.

Zuvor hatte bereits das Europäische Parlament am 12. Dezember 2013 in einer wegweisenden Entschließung die Transplantationspraxis in China verurteilt und die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, „sich des Themas der Organentnahmen in China anzunehmen“, und empfohlen, „den Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich zu verurteilen“.

Forderungen der IGFM

Die IGFM fordert aus diesem Grund ein rasches Handeln europäischer Stellen. Notwendig sei eine Internationale Untersuchungs-Mission in die Volksrepublik China, um die Herkunft mehrerer zehntausend Spenderorgane und die mutmaßliche Ermordung tausender politischer Gefangener zu klären. Außerdem eine Beendigung der Zusammenarbeit von deutschen und europäischen Kliniken, Forschungszentren und Pharmaunternehmen mit chinesischen Transplantationsinstitutionen. Darüber hinaus dürfe es keine Kostenübernahme durch deutsche und europäische Krankenversicherungen für Kosten im Zusammenhang mit Transplantationen in der Volksrepublik China geben. Ebenso wichtig seien gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass deutsche und europäische Patienten am Transplantationstourismus in die Volksrepublik China teilnehmen.

Von den chinesischen Behörden und Institutionen fordert die IGFM Transparenz und vor allem ein auf Freiwilligkeit basierendes Organspende-System inklusive einer landesweiten Datenbank. Vorbild dafür kann die europäische Lösung Eurotransplant sein.

Zu den Originaldokumenten:

zum Bericht von Kilgour, Matas und Gutmann, vorgestellt am 29. Juni 2016 in Brüssel:

http://endorganpillaging.org/wp-content/uploads/2016/06/Bloody_Harvest-The_Slaughter-June-23-V2.pdf

zur Resolution des US-Repräsentantenhauses vom 13. Juni 2016

https://www.congress.gov/114/bills/hres343/BILLS-114hres343eh.pdf

zur Entschließung des Europäischen Parlaments zu Organentnahmen in China vom 12. Dezember 2013

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2013-0603+0+DOC+XML+V0//DE

weitere Informationen zur Menschenrechtsverletzungen in China: www.menschenrechte.de/china

weitere Informationen zu Organraub: www.menschenrechte.de/organraub

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Sprecher der Vorstandes: Martin Lessenthin, Borsigallee 9, 60388 Frankfurt a. Main

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