Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Epoch Times: „Stoppt Organraub in China!“ München erlebt spektakuläre Falun-Gong-Demo mit 1.000 Teilnehmern

Von Rosemarie Frühauf 06.11.2016
Ein Schiff mit meditierenden Menschen in traditonellen Kleidern aus dem alten China folgte einem goldenen chinesischen Drachen während der Parade in München Foto: Shen Li für Epoch Times

Es war ein spektakulärer Anblick: Rund 1.000 Falun Dafa-Praktizierende verschiedenster Nationen zogen gestern durch die Münchener Innenstadt, um ein Ende von Massenmord und Verfolgung in China zu fordern. Tausende Münchner Bürger bestaunten den kilometerlangen Zug mit traditionellen chinesischen Kostümen, Transparenten und einer großen Marschkapelle.

Gestern stockte in Teilen der Münchner Innenstadt der Verkehr für einen sehr speziellen Anlass: Rund 1.000 Falun Dafa-Praktizierende aus ganz Europa zogen in einem kilometerlangen Zug durch die City.

Die Teilnehmer des Umzugs forderten ein sofortiges Ende des geheimen Organraubs an den Ausübenden der Praxis in China, ein Ende der Willkürverhaftungen und der menschenverachtenden Folterungen in den Arbeitslagern. Die im atheistisch-kommunistischen China verbotene Meditationsbewegung Falun Dafa ist hierzulande auch unter dem Namen Falun Gong bekannt.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times

Die Tian-Guo-Marching-Band, eine einzigartige Blaskapelle mit mehr als 100 Musikern aus aller Welt, führte die Parade an, die den Zuschauern viele Aspekte der traditionellen chinesischen Kultur zeigte, aber auch an die prekäre Menschenrechtslage im vom letzten großen kommunistischen Regime unserer Zeit beherrschten Land erinnert.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times

Die chinesische Mythologie ist voll von Geschichten, die sich um übernatürliche Wesen, die Drachen, ranken. Dabei soll es sowohl Vertreter der gütigen und mit dem Himmel verbundenen Gattung gegeben haben, die chinesischen Kaiser hatten solche als Symbol, als auch jene rote Drachen, die mit dem Bösen im Bunde standen.

Hier auf der Parade ließen Männer einen meterlangen goldfarbenen himmlischen Drachen an Stangen durch die Straßen schweben.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times

Tänzerinnen mit Fächern und fächerförmigen Ärmeln zeigten die Eleganz und Farbenfreude von Chinas traditioneller Kleidung und die Schönheit einer alten Kultur.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times
Kundgebung Falun Gong Muenchen Damen 05112016
Foto: Jason Wang / Epoch Times

Doch nicht nur die alte Kultur Chinas wurde in Ausschnitten gezeigt: Ein Zug von knapp hundert weiß gekleideten Frauen erinnerte an die zahlreichen Todesopfer der staatlichen Gewaltherrschaft und die brutale Unterdrückung der sich an traditionellen Werten orientierenden Bewegung im heutigen China. Hunderte von Menschen folgten ihnen mit mehrsprachigen Transparenten und Bannern.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times

Den Abschluss des Umzugs bildete eine Abteilung gelb gekleideter Hüfttrommler. Sie gaben den mahnenden Botschaften der Transparente über das Sichtbare hinaus auch eine hörbare und in den Häuserstraßen der Millionenstadt widerhallende Dimension.

In gewissen Abständen hielten die Trommler mit ihrem Tun inne und riefen im Chor: „Falu Dafa hao!“, was „Falun Dafa ist gut“ bedeutet. Dieser Slogan ist ihre Antwort auf die vom Regime in Peking initiierte Lügenpropaganda, welche auch heute noch versucht, die Bewegung und ihre Wertevorstellungen zu verteufeln und die kommunistische Partei als alleinseeligmachende und behütende Mutter der Nation darzustellen.

Dann trommelten sie in ihrem monotonen Rhythmus weiter, um nach einer Weile wieder ihre Stimmen zu erheben.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Jason Wang / Epoch Times
Foto: Jason Wang / Epoch Times

Der Zug führte über Stachus, Hauptbahnhof, die Schwanthaler Straße und über den Viktualienmarkt zum Isartor, weiter dann durch die Maximilianstraße hin zum Max-Joseph-Platz.

Zahlreiche Selfies geschossen

Am Viktualienmarkt standen die Zuschauer Schulter an Schulter in mehreren Reihen hintereinander und an den großen Kreuzungen sammelten sich die Menschen, um dem langen Zug von Menschen teils staunend, teils nachdenklich zuzuschauen. Viele Passanten zückten ihre Handys und fotografierten und filmten. Auch in so manchen edlen Einkaufsstraßen kamen Ladenbesitzer und Verkäufer heraus, um zu filmen.

Am Rande des Demonstrationszugs verteilten hin und hersausende in gelben oder blauen Jacken gekleidete Personen Flyer oder sammelten Unterschriften zur Unterstützung der Verfolgten. Viele Münchner und die Bayernmetropole besuchende Touristen aus aller Welt nahmen Informationsmaterial mit, führten Gespräche mit den Praktizierenden aus und drückten ihre Unterstützung aus.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times

Trotz des vorübergehenden Stillstandes des Verkehrs nahmen es viele der Autofahrer erstaunlich gelassen. Einige stiegen sogar aus und wurden zu interessierten Zuschauern. Die Polizei sorgte mit minimalem Personalaufwand für Straßensperrungen und die Sicherheit der Demonstration.

Abschlusskundgebung am Max-Joseph-Platz

Nach dem Umzug gab es eine Abschlusskundgebung mit anschließender Kerzenlichtmahnwache auf dem Max-Joseph-Platz. In diesem Rahmen prangerten verschiedene Redner die Verfolgung in China an.

Foto: Jason Wang / Epoch Times
Foto: Jason Wang / Epoch Times

Arne Schwarz, IT-Fachmann, Transplantationsforscher und Autor verwies auf die Schlüsselrolle, die westliche Pharmakonzerne bei der Ermöglichung von massenhaftem Organraub und Transplantationsmissbrauch in China spielen. Auf der unermesslichen Suche nach Profit liefern sie die für die Transplantationen benötigten Medikamente, ohne auch nur ansatzweise nach irgendwelchen illegalen und menschenverachtenden Hintergründen zu fragen.

Der Europa-Parlamentarier Arne Gericke ließ eine Grußbotschaft an die Demo verlesen, da er selbst nicht als Redner auftreten konnte. Darin schrieb er:

Die Welt darf nicht länger wegschauen, wenn in China Tag für Tag Menschenrechte gebrochen werden. (…) Die Welt darf nicht länger wegschauen vor diesem milliardenschweren Geschäft mit seinen mafiösen Strukturen – die auf Kosten Unschuldiger geht. Ich sage NEIN! Schluss damit. Als Christ teile ich viele Werte mit den Menschen der friedlichen und auf Selbst- und Nächstenliebe gegründeten Falun-Gong Bewegung. (…) Deswegen will ich mich bei jedem Einzelnen, der heute dabei ist, bedanken.“

(Arne Gericke, MdEP, Menschenrechtsausschuss, Initiator EU-„Resolution 48/2016“ gegen Organraub in China)

Qigongähnliche Übungen auf dem Max-Joseph-Platz

Bis in den Abend hinein zeigten noch zahlreiche Falun Gong-Übende abwechselnd sitzende und im Stehen ausgeführte Meditationsübungen, teils in Stille verharrend oder mit langsamen und gemächlichen Bewegungen. Was an diesem Tag auf dem Max-Joseph-Platz zu sehen war, war in den 90er Jahren ein ständiger Anblick auf den Plätzen und in den Parks in ganz China.

Foto: Jason Wang / Epoch Times
Foto: Jason Wang / Epoch Times

Auch am Abend noch und dann im Kerzenschein meditierten die Menschen in Stille und Friedfertigkeit, begleitet von anmutiger und beruhigend wirkender typisch chinesischer Meditationsmusik.

Foto: Shen Li für Epoch Times
Foto: Shen Li für Epoch Times

Hintergrund:

Mindestens 700 chinesische Kliniken sind ins Transplantations-Geschäft involviert, auch mit Deutschland gibt es zahlreiche Verstrickungen im Bereich der Forschung und der Ausbildung von Ärzten.

Die WOIPFG „The World Organization for Investigate the Persecution of Falun Gong“ ermittelte 45 Transplantations-Chirurgen in China, die in Deutschland Aus- oder Fortbildungen erhielten. Als Beispiel gilt ein Arzt namens Wu Jian vom Yanan Hospital in Kunming, welcher von 2008 bis 2009 seine Fortbildung in Transplantationstechniken am Deutschen Herzzentrum Berlin erhielt.

Wu beschrieb in einem im Internet offen einsehbaren Operationsprotokoll eine Organentnahme-Prozedur an einer Person, die noch selbstständig atmete und bis zu ihrer Betäubung offenkundig bei Bewusstsein war. Aus Details wird ersichtlich, dass es sich nicht um einen Gehirntoten handelte. Für Mediziner ist das ein eindeutiges Eingeständnis, dass hier ein Mensch zur Gewinnung eines Spenderherzens getötet wurde.