Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
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Experten in Sachen Organraub sprechen Empfehlungen aus

07.11.2016
MdB Martin Patzelt sprach am 28. Oktober 2016 in Berlin (Bild: Jason Wang/Epoch Times)

Am 28. Oktober 2016 fand in Berlin im Hotel Albrechtshof ein Experten-Forum zum Thema „Organraub in China“ statt. Eingeladen hatte die WOIPFG, die World Organization to Investigate the Persecution of Falun Gong, ein Netzwerk von Forschern, die ihr Hauptaugenmerk auf das Sammeln und die Zusammenstellung von Indizien und Beweisen von Menschenrechtsverletzungen gegenüber der spirituellen Praxis Falun Gong legen.

Gekommen waren Dr. Zhiyuan Wang, früherer Mitarbeiter eines chinesischen Krankenhauses und jetziger Präsident der WOIPFG, Arne Schwarz, der Forschungen insbesondere zur Transplantationsmedizin in China sowie zur Rolle europäischer Pharmaunternehmen betreibt, Professor Sen Nieh, Vizepräsident der WOIPFG und Moderator der Sprecher-Runde, Arne Gerike, Europaabgeordneter und Mitinitiator der Schriftlichen Erklärung 48, einer Fortführung der Resolution des Europaparlaments „Organentnahmen in China“, Martin Patzelt, MdB und Mitglied im Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestags, Ethan Gutmann, Investigativjournalist und Autor des Buches „The Slaughter“ sowie Mitautor des aktuellen Untersuchungsberichts zum Thema zusammen mit David Kilgour und David Matas „Blutige Ernte / The Slaughter: Ein Update“ sowie Dr. Charles Lee, Arzt und Überlebender chinesischer Arbeitslager sowie Direktor für Öffentlichkeitsarbeit bei der WOIPFG.

Neben dem aktuellen Forschungsstand erörterten die Experten sechs Empfehlung, deren Umsetzung der westlichen Welt hilft, sich nicht mitschuldig zu machen an dem Verbrechen der erzwungenen Organentnahmen an Falun Gong-Praktizierenden, aber auch an Uiguren, Tibetern, letztendlich allen verfolgten Gruppen in China:

Öffentliche Verurteilung des Organraubs in China durch die Politik

Ein Weg hierbei ist die öffentliche Verurteilung bzw. der öffentliche Druck durch die Verabschiedung von Resolutionen, wie z.B. die House Resolution 343 des US-amerikanischen Repräsentantenhauses im Juni diesen Jahren, die Initiative zur Verabschiedung einer Resolution zum Thema im schwedischen Parlament, oder die Resolution des Europäischen Parlaments im Jahr 2013.

Ausbildungsverbot für chinesische Transplantationsmediziner im Westen

Wie auf Webseiten der chinesischen Regierung bzw. von chinesischen Krankenhäusern angezeigt, wurden chinesische Transplantationsmediziner umfassend in westlichen Ländern ausgebildet. Dazu Martin Patzelt, MdB: „Wir werden untersuchen, von welchen medizinischen Einrichtungen chinesische Ärzte ausgebildet wurden. Wir müssen Gesetze verabschieden, die sie daran hindern, das weiterhin zu tun.“

Einreiseverbot für Ärzte, die sich an Organraub beteiligen bzw. beteiligt haben

Die USA hat seit Jahren bereits ein Formular, in welchem bei der Einreise explizit nach der Teilnahme an einer erzwungenen Beschaffung von menschlichen Organen gefragt wird. Selbst wenn ein Arzt aktuell hierzu falsche Angaben machen würde, könnte er im Falle einer Bewahrheitung zu einem späteren Zeitpunkt des Landes sofort verwiesen werden. Auch für Deutschland wurden solche Maßnahmen gefordert.

Ausüben von Druck auf westliche Pharmaunternehmen

Westliche Pharmaunternehmen, die chinesische Krankenhäuser mit Immunsuppressiva versorgen, muss deren Rolle bei ihrer Unterstützung der chinesischen Transplantationsindustrie klargemacht werden.

Verabschiedung von Gesetzen, die den Transplantationstourismus nach China beenden

Der chinesische Transplantationsboom ist mitbedingt durch westliche und auch asiatische „Transplantationstouristen“, die nach China reisen, um sich dort ein Organ zu kaufen und implantieren zu lassen. Israel, Spanien und Taiwan haben bereits Gesetze verabschiedet, die eine Beteiligung der Krankenversicherungen bei diesem Vorgehen ablehnen bzw. dieses Vorgehen selbst per Gesetz verbieten. Auch für Deutschland ist ein solches Gesetz notwendig.

Das Thema Organraub verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken

Der Öffentlichkeit, den Politikern und den Medien muss behutsam aber kontinuierlich weiterhin klargemacht werden, dass die Praxis der erzwungenen Organentnahme in China tatsächlich stattfindet, und welches Ausmaß sie erreicht hat.