Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Organtransplantationen in China

Worthülsen sollen die kritische Öffentlichkeit weiterhin beschwichtigen

05.03.2017

Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften veranstaltete am 7. und 8. Februar 2017 eine Konferenz zum Thema Organhandel und Transplantationstourismus.

Während dieser Konferenz gab es vonseiten der chinesischen Behördenvertreter wiederum keine klare Stellungnahme dazu, woher die vielen Organe stammen, die in China transplantiert werden. 1984 wurde in China ein Gesetz erlassen, welches besagt, dass es fortan möglich ist, Organe von Gefangenen zu transplantieren. 

In der Volksrepublik China ist aufgrund überlieferter Glaubensvorstellungen der Anteil der Personen, die einwilligen, Organe zu spenden, äußerst gering. Zwischen 1977 und 2009 (32 Jahre) gab es in ganz China nur 130 dokumentierte Fälle freiwilliger Organspenden (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4937230/).

Ein offizielles staatliches Organspenden-Programm existierte zu dieser Zeit noch nicht. Erst 2010 wurde ein Pilotprogramm eingerichtet, welches die Regierung im Jahr 2013 zum nationalen Organspenden-Programm erklärte. Dieses System entspricht jedoch noch nicht den Standards der WHO (Weltgesundheitsorganisation); insbesondere die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Organe ist nicht gewährleistet. Die chinesische Regierung widersetzt sich bis heute einer unabhängigen Kontrolle.

Die unfreiwilligen Organspender sind zum größten Teil inhaftierte Falun-Dafa-Praktizierende, aber auch Tibeter, Uiguren und Anhänger von christlichen Hauskirchen. Nachdem publik wurde, dass diese Gefangenengruppen für Organtransplantationen ausgebeutet werden, gaben die chinesischen Behörden bekannt, dass es seit dem 1. Januar 2015 in China gesetzlich nicht weiterhin erlaubt ist, Gefangene als Organquellen zu nutzen. 

Huang Jiefu, der ehemalige chinesische Gesundheitsminister, der zur Konferenz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften eingeladen worden war, erklärte dort: „China ist ein großes Land mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen; deshalb bin ich mir absolut sicher, dass dieses Gesetz oft verletzt wird.“ 

Vertreter von DAFOH (Doctors Against Forced Organ Harvesting), einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Organraub und Organhandel in China an die Weltöffentlichkeit zu bringen, erklären, dass Gefangene unter der Bewachung des Staates stehen und dass die Transplantationskrankenhäuser dem Militär unterstellt sind. Deshalb erfolgen die Organentnahmen bei den Gewissensgefangenen – im Gegensatz zu Schwarzmarktpraktiken – mit Wissen des Staates.

Überlebende Falun-Dafa-Gewissensgefangene berichten, dass trotz Folter und medizinischer Vernachlässigung während der Haft umfangreiche medizinische und Blutuntersuchungen durchgeführt wurden; bisweilen drohten die Gefängniswärter ihnen sogar mit Organentnahme. Die Verantwortung für das Ausmaß der Gräueltaten und die systematischen jahrzehntelangen Verbrechen gegen die Menschlichkeit liegen allein bei der chinesischen Regierung, betont DAFOH.