Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Österreich: Gedenken an den 25. April 1999 in China

Pressemitteilung: 24.04.2017
Falun-Dafa-Praktizierende warten am 25. April 1999 in Peking an von den Sicherheitskräften zugewiesenen Stellen

KPCh-Komplott nutzte friedlichen Appell als Auftakt zur Verfolgung von Falun Dafa

In WIEN erinnert eine Kundgebung mit Kerzenlichtmahnwache am DI 25. April 2017 von 17 bis 20 Uhr beim Maria-Theresien-Platz an den 18 Jahre zurückliegenden Auftakt zu landesweiter Propaganda und Verfolgung in China. Bis heute werden Abertausende Falun-Dafa-Praktizierende in Gefängnisse abgeführt, wo sie erniedrigt, gefoltert und „auf Bestellung“ getötet werden.

Wie genau fing alles an? Am 25. April 1999 versammelten sich zahlreiche chinesische Praktizierende der Meditationsschule Falun Dafa (Falun Gong) in Peking vor dem nationalen Petitionsbüro und baten um die Freilassung von Praktizierenden, die bei einer friedlichen Demonstration in Tianjin festgenommen worden waren. Die dortigen Behörden hatten sie an das Petitionsbüro in der Hauptstadt verwiesen. In Peking angekommen, teilten die Beamten der chinesischen Staatssicherheit die Praktizierenden in zwei Gruppen auf und führten sie auf zwei verschiedenen Straßen zum Tor von Zhongnanhai, dem Sitz der Regierung. Alles verlief friedlich und der damalige Premierminister sicherte sogar die erbetene Freilassung zu.

In grotesker Verzerrung wurden diese Ereignisse in den staatlichen Medien in der Folge als Belagerung des Regierungsbezirks dargestellt. Die Propagandamaschinerie lief an und lieferte die Begründung für die grausame Verfolgung von Falun Dafa, die am 20. Juli 1999 begann. Wer Falun Dafa praktiziert, wird seitdem der Schule verwiesen, darf nicht studieren, verliert seinen Arbeitsplatz, wird mitunter ohne Gerichtsverfahren in Gefängnissen oder Arbeitslagern inhaftiert, gefoltert oder getötet.

Falun Dafa ist dabei zwar die größte, aber nicht die einzige Gruppe in China, die Repressalien ausgesetzt ist. Laut einem aktuellen Bericht zur Unterdrückung von religiösen Bewegungen in China der Menschenrechtsorganisation Freedom House sehen sich auch Christen, Moslems und tibetische Buddhisten genauso wie chinesische Buddhisten und Taoisten Repressalien ausgesetzt.

Untersuchungen zum Transplantationssystem in China brachten noch finsterere Methoden der Verfolgung zum Vorschein: Der Freedom House-Bericht fand „glaubwürdige Hinweise darauf, dass ab Anfang der 2000er-Jahre Falun-Gong-Inhaftierte in großem Ausmaß für ihre Organe getötet wurden.“ 2016 veröffentlichten die Anwälte David Kilgour und David Matas, sowie der Journalist Ethan Gutmann ihren neuesten Untersuchungsbericht „Bloody Harvest / The Slaughter – An Update“. Ihre Recherchen ergaben, dass in China jährlich mindestens 60.000 Menschen Opfer von erzwungenen Organentnahmen werden. 

Bis heute haben das Europäische Parlament und die Parlamente von Italien, Kanada, Australien und Taiwan sowie der US-Kongress Resolutionen gegen die erzwungenen Organentnahmen in China verabschiedet. Am 7. April 2017 ist der Wiener Gemeinderat in einem Beschluss einstimmig gegen den Organraub eingetreten und fordert die österreichische Bundesregierung auf tätig zu werden.

Hintergrund: http://de.faluninfo.eu/staatliche_verfolgung/zhongnanhai

Bericht von Freedom House: https://freedomhouse.org/report/china-religious-freedom

Bericht „Bloody Harvest / The Slaughter – An Update“: http://endorganpillaging.org

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Pressekontakt: Roswitha Wang-Moritz

E-Mail: roswitha.wang-moritz@fldf.eu, Tel.: +43 699 111 048 86

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Hintergrund:
Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule. Sie stammt aus China und wird in mehr als 114 Länder und Regionen der Welt frei praktiziert. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt. Diese sind seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt.

Seit dem 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatschef Jiang Zemin mit dem Aufruf „Zerstört ihren Ruf, ruiniert sie finanziell und vernichtet sie physisch!“, initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen und häufig jahrelang in Arbeitslager verbracht, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute über 4.080 nachgewiesene Todesfälle vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer wird um ein Vielfaches höher vermutet.<