Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
Falun Dafa Informationszentrum

Falun-Dafa-Übender aus Tianjin stirbt in Haft – Ehefrau in großer Gefahr

Pressemitteilung: 03.08.2017

Für Freilassung der Witwe dringend internationale Hilfe benötigt

Berlin - Herr Yang Yuyong, 56, aus der Stadt Tianjin in China, verstarb im Juli dieses Jahres in Polizeigewahrsam. Seine Leiche wies eindeutige Spuren von Folter auf. Im Dezember letzten Jahres wurde Herr Yang Yuyong eingesperrt, weil er Falun Dafa übte. Quellen aus China sowie Medienberichten zufolge sagte er seinem Anwalt gegenüber, dass er gefoltert wurde. Seine Frau Meng Xianzhen, die ebenfalls Falun Dafa übt, befindet sich immer noch in der Haftanstalt, die für den Tod ihres Mannes verantwortlich ist.

„Das erste, was wir tun müssen, ist zu veranlassen, dass sie meine Mutter freilassen, weil sie überhaupt kein Verbrechen begangen hat. Nach dem, was mit meinem Vater passiert ist, mache ich mir Sorgen um ihre Sicherheit. Der nächste Schritt ist, Gerechtigkeit für meinen Vater einzufordern“, sagte Yangs Tochter gegenüber Radio Free Asia.

Während einer großen Verhaftungswelle in Tianjin, die Menschen zum Ziel hatte, die Falun-Dafa üben, wurden auch Yang und seine Frau am 7. Dezember 2016 zu Hause festgenommen. Sie wurden sofort in die Haftanstalt des Bezirks Wuqing gebracht. Yang informierte Ende Juni 2017 seinen Anwalt - den prominenten Rechtsanwalt Wen Donghai -, dass er dort gefoltert und auch in unangenehmen Positionen gefesselt, geschlagen und sexuell missbraucht worden ist. 

Am 11. Juli 2017 riefen die Behörden Yangs Familie an und teilten ihr mit, dass er ins Krankenhaus gebracht worden und am Nachmittag verstorben sei.

Als seine Familie im Krankenhaus ankam, teilte ihr der Chefarzt mit, dass Yang an einer Lungenentzündung mit einhergehendem hohen Fieber gestorben sei. Allerdings entdeckten die Familienangehörigen sichtbare Zeichen von Missbrauch auf dem Körper ihres Vaters, einschließlich Prellungen und offensichtlicher Verletzungen durch Folter hinter seinen Ohren und an den Zehen (siehe Fotos).

„Er hatte hinter beiden Ohren Geschwüre und Nägel in Händen und Füßen. Der ganze Körper, einschließlich des Rückens und der Arme, war lila. Etwa 100 Mann der Bereitschafts- und der regulären Polizei rückten zusammen mit einem stellvertretenden Leiter des Büros für öffentliche Sicherheit und mehreren anderen Beamten an. Sie umstellten das Krankenhaus und sagten, dass sie seinen Körper wegbringen würden. „Sie haben uns nicht erlaubt, von ihnen Fotos zu machen“, sagte Yangs Sohn gegenüber Reportern.

Radio Free Asia bestätigt dies. Laut dem Sender hielten sich in dieser Nacht Dutzende Polizisten um das Krankenhaus herum auf und brachten Yangs Körper weg.

Seine Kinder forderten die Behörden erfolglos auf, ihre Mutter freizulassen. Unterdessen übte die Polizei Druck auf die Kinder aus, die Veröffentlichung des Todes ihres Vaters über das Internet einzustellen.

Yang zählt zu den mehr als 4.100 Falun-Dafa-Praktizierenden, deren Tod aufgrund von Missbrauch und Verfolgung seit 1999 eindeutig dokumentiert ist. Die tatsächliche Anzahl der Todesfälle liegt allein schon dann deutlich höher, wenn man Beweise berücksichtigt, dass Falun-Dafa-Übende getötet worden sind, um ihnen Organe zu entnehmen und damit Chinas boomende Transplantationsindustrie zu beliefern.

„Herr Yang hätte niemals verhaftet werden dürfen. Jetzt ist ein unschuldiger Mann tot und seine Frau ist in ernsthafter Gefahr, Folter und langjährigem Gefängnisaufenthalt ausgeliefert zu sein. Wir bitten ausländische Regierungen, Menschenrechtsorganisationen und Experten der Vereinten Nationen eindringlich, die chinesischen Behörden aufzufordern, Frau Meng unverzüglich freizulassen und Yangs Körper seinen Kindern zur Autopsie und für ein Begräbnis zu übergeben“, sagt Herr Erping Zhang, Sprecher des Falun Dafa Informationszentrums.

Hintergrund

Das Falun Dafa Informationszentrum ist die offizielle Pressestelle von Falun Dafa. Es veröffentlicht wichtige Informationen über die Menschenrechtsverletzungen, die die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) an Falun-Dafa-Praktizierenden verübt. Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist ein traditioneller buddhistischer Weg, der ursprünglich aus China stammt und heute in mehr als 120 Ländern und Regionen weltweit praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind. Seit dem 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas. Schätzungen zufolge wurden seit 1999 Hunderttausende Falun-Dafa-Praktizierende festgenommen und häufig zu jahrelangen Inhaftierungen in Gefängnissen und / oder Arbeitslagern gezwungen, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: Sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz, Wohnung und ggf. der Altersrente, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, trennt Familien, hinterlässt Waisenkinder. Eine besonders brutale Form der Verfolgung stellt die systematische Tötung Gewissensgefangener zur Beschaffung von Transplantationsorganen dar. Falun-Dafa-Prakitzierende sind hierbei die größte Opfergruppe. Siehe: http://de.faluninfo.eu/gesichter_verfolgung/organraub