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Freedom House Sonderbericht: Die Schlacht um Chinas Geist – Religiöse Erneuerung, Unterdrückung und Widerstand unter Xi Jinping (Teil 4)

Falun Gong unter Xi Jinping

04.10.2017

Nach Durchführung der Großrazzia gegen Falun Gong im Jahr 1999 wurde sehr schnell klar, dass Falun-Gong-Praktizierende in China das Ausüben der buddhistischen Kultivierung nicht einfach auf Befehl der Regierung aufhören würden. So intensivierte die Partei 2001 ihre Bemühungen. Die Radiosender überfluteten im Januar in einer neuen Runde der Verfolgung das Land mit Falun Dafa verteufelnder Propaganda.

Mitte jenes Jahres fand eine Untersuchung der Washington Post heraus, dass zentrale chinesische Behörden den systematischen Einsatz von Gewalt ausdrücklich genehmigten, um die Bevölkerung zu zwingen, ihren Glauben an Falun Gong aufzugeben. Als Hu Jintao 2003 Generalsekretär der Chinesischen Kommunistischen Partei wurde, sicherte sich Jiang Zemin maßgeblichen Einfluss als Oberhaupt des Militärs. Zwischenzeitlich wurden auch eine Anzahl von Jiangs Vertrauten – darunter Luo Gan und später Zhou Yongkang – in Führungspositionen gebracht, die es ihnen ermöglichten, Jiangs Falun-Gong-Kampagne nach dessen vollständigem Rücktritt im Jahr 2004 weiter voranzutreiben.

In der Folge wurden Hunderttausende von Falun-Gong-Praktizierenden während Hus Amtszeit in Arbeitslager und Gefängnisse verschleppt, wo sie entsetzlichen Foltermethoden ausgesetzt waren. Viele wurden sogar einfach wegen des privaten Besitzes von spirituellen Texten verhaftet und bestraft. Die zentralen chinesischen Behörden starteten neue Verhaftungswellen, wie zum Beispiel rund um die Olympischen Spiele 2008 und die Weltausstellung in Shanghai 2010. 2006 kamen die ersten Anschuldigungen an die Öffentlichkeit, Falun-Gong-Gewissensgefangene würden ihrer Organe wegen getötet, die dann für Organtransplantationen verwendet würden.

Seit Xi Jinping im November 2012 das Heft der Chinesischen Kommunistischen Partei in die Hand nahm, wurde die Beziehung des Parteistaats zu Falun Gong von zwei scheinbar gegensätzlichen Kräften bestimmt – anhaltende schwere und in großem Stil betriebene Gewaltausübung einerseits, und das Nachlassen der Verfolgung in einigen Gebieten andererseits.