Pressemitteilung: 19 Jahre Völkermord in China - 19 Stunden Mahnwache für 19 Jahre Verfolgung

23.04.2018Zhongnanhai
Falun-Dafa-Praktizierende warten am 25. April 1999 in Peking vor dem Regierungssitz Zhongnanhai. Dieser Platz wurde ihnen von den Sicher-heitskräften zugewiesen.

Berlin (FDI)– Am Mittwoch, den 25. April 2018 erinnern deutschlandweit Mahnwachen an den Auftakt der landesweiten Verleumdungskampagne gegen Falun Dafa/Falun Gong in China. Hamburg gedenkt mit einer 19-stündigen Mahnwache an das 19 Jahre zurückliegende Ereignis. Der Anlass für die umfassende Niederschlagung der buddhistischen Meditationsschule wurde am 25. April 1999 in Peking von Chinas damaligem Präsidenten Jiang Zemin initiiert. In Folge sind Abertausende inhaftiert, erniedrigt, gefoltert und sogar „auf Bestellung“ getötet worden. 

Seit 1992 öffentlich bekannt und beliebt, wurde die schnellwachsende Meditationsschule Falun Dafa/Falun Gong ab 1996 durch die Kommunistische Partei Chinas denunziert und schikaniert. Am 11. April 1999 erhob He Zuoxiu auf Anweisung seines Schwagers Luo Gan (Luo Gan war der damalige Verantwortliche für die Verfolgung von Falun Gong und von 2001 bis 2007 Mitglied des ständigen Ausschusses des Politbüros der kommunistischen Partei) im Journal der Universität von Tianjin schwere Diffamierungen gegenüber Falun Gong. Als die Praktizierenden der dortigen, 120 km von Peking entfernten und 12 Mio. Einwohner zählenden Stadt friedlich demonstrierten und auf die wahren Sachverhalte hinwiesen, wurde auf  sie eingeschlagen. 45 wurden inhaftiert. 

„Hier kann ihnen nicht geholfen werden!“, sagte man den Bittstellern vor Ort. Da Tianjin direkt der Zentralregierung in Peking unterstellt ist, und die Befehle für die Inhaftierungen direkt vom Ministerium für öffentliche Sicherheit stammten, schickten die Behörden die Bittsteller für die Freilassung der Praktizierenden nach Peking. Nur dort könne ihnen geholfen werden. 

Dem Rat folgend gingen zahlreiche chinesische Anhänger des Falun Dafa am 25. April 1999 nach Peking. Sie wollten dort beim nationalen Petitionsbüro die Freilassung ihrer Mitbürger erbitten und für ihre Bürgerrechte eintreten. 

Die Bittsteller wurden in Peking von Beamten der chinesischen Staatssicherheit in Empfang genommen, um sie auf zwei verschiedenen Straßen zum Tor von Zhongnanhai, dem Sitz der Regierung zu führen. Das Petitionsbüro ist eine Institution, von der man selten in den Nachrichten hörte und die auch nicht ausgeschildert war. Sicherheitsbeamte vor Ort erklärten den Anreisenden, das Büro würde erst später aufmachen. Sie sollten warten. Die Schlange wurde immer länger, der Weg zum Regierungsbezirk war am 25. April überraschenderweise frei. Normalerweise kann sich niemand ohne weiteres dem Komplex nähern, da zahlreiche Polizisten Zhongnanhai bewachen. An diesem Tag waren lediglich sehr viele Kameras entlang der Straßen aufgebaut. Statt der üblichen Polizisten waren in der Nähe viele Jeeps voller Soldaten, mit Bajonetten und Gewehren zu sehen. Sie schienen auf etwas zu warten. Auch die Anhänger warteten – ganze 16 Stunden lang. Laut China-Experten Ethan Gutmann – nominiert für den Friedensnobelpreis – wollten die Staatssicherheitskräfte an diesem symbolträchtigen Ort die Anhänger einpferchen und einen Vorfall provozieren, dieser sollte als Vorwand für ein Blutbad genutzt werden.

Das Petitionsbüro – den Eingang konnte niemand von den zugewiesenen Warteplätzen aus sehen – öffnete nicht. Die Anhänger warteten friedlich. Schließlich sicherte der damalige Ministerpräsident Zhu Rongji nach einem Gespräch mit fünf Bittstellern die Freilassung der in Tianjin Verhafteten zu. Die Angereisten machten sich diszipliniert, ohne Störungen für ihre Mitmenschen zu verursachen, erleichtert auf den Heimweg.

In der Folge wurde dieses Ereignis allerdings als Belagerung des Regierungsbezirks dargestellt und diente als Begründung für die am 20. Juli 1999 einsetzende Verfolgung von Falun Dafa/Falun Gong. Landesweite Medienkampagnen verbreiteten diese falschen Nachrichten ununterbrochen. 

Wer Falun Dafa übt, darf seitdem keine Schule besuchen, darf nicht studieren, verliert seinen Arbeitsplatz, wird in Gefängnissen oder in Arbeitslagern inhaftiert, gefoltert und getötet. 

Der wahre Grund für die Verfolgung dürften die schätzungsweise 70 - 100 Mio. Praktizierenden in China gewesen sein, deren Anzahl die 65 Mio. Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas überstieg. 

Am Mittwoch, den 25. April 2018, findet die 19-stündige Mahnwache vor dem chinesischen Konsulat in Hamburg von 5 bis 24 Uhr statt. Um 18.15 Uhr übergeben ansässige Praktizierende dem chinesischen Generalkonsul einen Appellbrief für die sofortige Freilassung der Falun-Dafa-Praktizierenden in China und rufen zur Beendigung der Verfolgung auf.

 

Presseinformation

Pressekontakt:

Mahnwache in Hamburg: Nina Hamrle, +49/163 200 5876

 

Für Interviews kann Kontakt zu Falun Dafa-Praktizierenden vermittelt

werden, die persönlich in China verfolgt wurden und in Deutschland

Schutz fanden.

 

Hintergrund: 

http://de.faluninfo.eu/staatliche_verfolgung/zhongnanhai

Bericht von Freedom House:

https://freedomhouse.org/report/china-religious-freedom 

Bericht „Bloody Harvest / The Slaughter – An Update“:

http://endorganpillaging.org

 

 

 

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