Schauprozess und Folter – Praktizierende beschreibt persönlich ihre Erlebnisse im Gefängnis

02.05.2018Folter

Jiang Xianfeng musste bereits nach einem Monat Haft ins Krankenhaus gebracht werden.

Sie war am 21. Juli 2016 verhaftet worden, weil sie Falun Gong praktiziert. Die Behörden veranstalteten einen Schauprozess in ihrem Krankenzimmer und verurteilten sie zu eineinhalb Jahren Gefängnis.

Am 22. Januar 2017 brachte man Jiang ins Frauengefängnis von Longquanyi. Dort folterten die Strafgefangenen sie ununterbrochen, um Punkte für eine Haftverkürzung zu sammeln. Solch einen Bonus gibt es für Insassen, die Praktizierende dazu bringen, Falun Gong aufzugeben.

Jiang bekam hohen Blutdruck und Pankreatitis und musste während ihrer Haft dreimal ins Gefängniskrankenhaus gebracht werden. Abgemagert wurde sie schließlich entlassen.

Nachstehend ist Jiangs persönlicher Bericht über die Folter, der sie im Gefängnis ausgesetzt war.

Im Krankenhaus zu Gefängnis verurteilt

Ich wurde am 21. Juli 2016 auf meinem Heimweg vom Einkaufen verhaftet. Auf der Polizeiwache legten sie mir Handschellen an und fesselten meine Hände mit einem langen Gürtel auf dem Rücken. Außerdem legten sie mir Fußfesseln an und banden mich an einen Stuhl, um mich zu verhören.

Nach stundenlangem Verhör öffneten sie die Handschellen, ließen meine Hände aber angebunden. Sie brachten mich nach Hause und durchsuchten meine Wohnung. Sie beschlagnahmten meine Falun-Gong-Bücher und einen Computer und brachten mich dann zurück zur Polizeiwache.

Um 3 Uhr morgens fuhren sie mich zur Untersuchung ins Krankenhaus, weil sie mich in ein Untersuchungsgefängnis sperren wollten. Nachdem ich stundenlang an den Stuhl gefesselt gewesen war, stieg mein Blutdruck auf den systolischen Wert von 250 mmHg. Mein Körper zitterte. Zwei Beamte hielten meine Hände, während die Ärzte mich untersuchten.

Am Morgen brachten mich die Polizisten zum Untersuchungsgefängnis Wanyaoshu in der Stadt Panzhihua. Als ich die Zelle betrat, kamen sechs Gefangene auf mich zu. Einer packte mich bei den Haaren, ein anderer würgte mich am Hals. Weitere zerrten mich in eine Ecke der Zelle. Ein Wärter schlug mir ins Gesicht. Danach sah ich nur noch verschwommen und verlor das Bewusstsein.

Nach einem Monat Haft bekam ich hohen Blutdruck. Ein Wärter brachte mich in ein Krankenhaus, wo ich fünf Monate lang eingesperrt blieb.

Sie fesselten meine Hände und Füße und erlaubten mir nicht, mein Bett zu verlassen, um zu gehen oder mich zu strecken. Die Polizei überwachte mich rund um die Uhr. Einmal war ich für mehr als 20 Tage in gespreizter Position angebunden, weil sie herausgefunden hatten, dass ich eine Beschwerde gegen sie einreichen wollte.

Ich bekam kein Wasser zu trinken und durfte nur eine Art Brei essen. Während meines Krankenhausaufenthaltes erkrankte ich an einer akuten Pankreatitis.

Das Gericht Renhe der Stadt Panzhihua hielt am 11. November 2016 einen Schauprozess für mich im Krankenhauszimmer ab, während ich ans Bett gefesselt blieb.

Am 24. Dezember 2016 wurde ich zu eineinhalb Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 3.000 Yuan verurteilt (Umgerechnet ca. 390 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300 Euro.).

Ein Polizist erzählte mir, dass die „Höheren“ wütend seien auf Falun Gong und meine Bemühungen, auf die Verfolgung aufmerksam zu machen. Deswegen hätten sie die Polizei und das Gerichtssystem angewiesen, mich zu verfolgen. Sie ließen mich nicht gegen das Urteil Berufung einlegen und versuchten stattdessen, mich zu zwingen, die Verfolgung anzunehmen.

Am 22. Januar 2017 brachten sie mich ins Frauengefängnis von Longquanyi.

Unaufhörliche Folterungen im Gefängnis

Lange Zeit stehen müssen, nicht duschen dürfen und dauernd aufgeweckt werden

Ich wurde rund um die Uhr von Gefängnisinsassen überwacht. Weil ich mich weigerte, Falun Gong aufzugeben, erlaubten sie mir nicht zu duschen oder mich umzuziehen, nicht einmal Toilettenpapier zu benutzen.

Die Insassen zwangen mich, jeden Tag von 5 bis 24 Uhr zu stehen. Später verlängerten sie die Zeit auf 2 Uhr morgens, bevor sie mich schlafen ließen. Dadurch schwollen meine Beine an und ich musste meine Hose am Unterschenkel abschneiden, um noch hineinzupassen.

Während meines ohnehin schon eingeschränkten Schlafes weckten sie mich alle 30 Minuten auf.

Nur zwei Monate, nachdem ich ins Gefängnis gebracht worden war, kam ich ins Gefängniskrankenhaus.

Heftige Schläge und Gehirnwäsche

Nachdem ich das Gefängniskrankenhaus verlassen hatte, zwangen mich die Strafgefangenen, jeden Tag viele Stunden zu stehen. Sie zeichneten einen kleinen Kreis um meine Füße. Wann immer ich meine Füße aus dem Kreis bewegte, schlugen und beschimpften sie mich. In der Zwischenzeit spielten sie Propagandavideos ab, die Falun Gong verleumdeten.

Einige Gefangene wollten mich zwingen, meine Fingerabdrücke auf ein Dokument zu drücken, das Falun Gong verleumdete. Als ich mich weigerte, klebten sie das Papier an meine Kleidung oder mein Bett, um mich zu demütigen.

Strafgefangene wurden angespornt, mich „umzuerziehen“

Als alle ihre Methoden versagten, mich einer Gehirnwäsche zu unterziehen und „umzuerziehen“ (mich zu zwingen, Falun Gong aufzugeben), begannen sie eine weitere Runde der Misshandlungen. Die Strafgefangenen fingen an, mir dreimal täglich nervenschädigende Medikamente zu verabreichen. Sie gaben mir nur eine Mahlzeit mit sehr wenig Essen und erlaubten mir nicht, Wasser zu trinken. Kurz darauf erkrankte ich erneut an einer Pankreatitis, sodass sie mich zum zweiten Mal ins Gefängniskrankenhaus schickten.

Als das Wetter wärmer wurde, zwangen sie mich, Winterkleidung zu tragen und eine dicke Bettdecke zu benutzen, wenn ich schlief. Eine Gefangene trat mich jede Nacht um 4 Uhr so lange, bis sie erschöpft war. Dann schlief sie wieder ein.

Mit dem Angebot der Haftverkürzung für eine erfolgreiche „Umerziehung“ von Falun-Gong-Praktizierenden wendeten die Insassen alle möglichen Methoden an, um mich zu foltern. Einige spuckten mich an, andere zogen an meinen Haaren, andere schlugen meinen Kopf gegen eine Wand und einige gossen eiskaltes Wasser auf meinen Kopf und erlaubten mir nicht, die Kleidung zu wechseln, wenn ich völlig durchnässt war.

Eine neue Gefangene trat mir jeden Tag in die Rippen, in den Bauch und in die Taille, wo ich noch einen Knochenbruch aus einer früheren Gefangenschaft herhatte. Dabei verlangte sie von mir, ihr dafür zu danken, dass sie mich nicht zu Tode schlug. Bald danach kam ich das dritte Mal ins Gefängniskrankenhaus.

Am 21. Januar 2018 wurde ich nach einem Jahr ununterbrochener Folter endlich aus dem Gefängnis entlassen.

Quelle: http://de.minghui.org/html/articles/2018/4/10/132422.html

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