Experten-Reden bei der UK-Gesprächsrunde über erzwungene Organentnahmen – Westminster (London)

05.06.2018Organraub
Ethan Gutmann

Ein zweites Treffen der Gesprächsrunde wurde am Dienstag, den 17. April 2018 in Westminster abgehalten, um das Bewusstsein über die Behauptungen der erzwungenen Organentnahmen in China zu sensibilisieren – Co-Moderatoren waren Jim Shannon und Fiona Bruce, beide Mitglieder des britischen Unterhauses.

Dieses Treffen stellte die vorhandenen Indizien der erzwungenen Organentnahmen in China vor und Experten diskutierten die Schritte, die die britische Regierung unternehmen kann, um mitzuhelfen, diese Praktik zu unterbinden.

Die Sprecher: David Kilgour, Benedict Rogers, Ethan Gutmann, Enver Tohti, Andy Moody, Dr. Adnan Sharif, Si Gross, Zek Halu

Sehen Sie nachfolgend die Reden von Ethan Gutmann und Davil Kilgour

Ethan Gutmanns Ausführungen bei der Westminster-Gesprächsrunde am 17. April 2018

(Besonderen Dank an Rukiye Turdush und Becky James)

Bei der letzten Gesprächsrunde Mitte Dezember 2017 (am 20. Dezember 2017, A.d.R.) habe ich die Behauptung behandelt, Peking habe die Praktik der Nutzung von Organen politischer und religiöser Dissidenten beendet. Ich habe damals argumentiert, dass es für die Chinesische Kommunistische Partei logisch wäre, es so darzustellen, und ihre Rhetorik ist sicherlich dieser Logik gefolgt – und dennoch hat sich Chinas Transplantationsvolumen beständig gehalten. Selbst wenn wir den chinesischen freiwilligen Spenderzahlen glauben würden, schaffen sie es nicht, Chinas Menge an Transplantationen zu erklären. Ich habe auch von den chinesischen Bestrebungen gesprochen, Blut und DNA von allen Uiguren in Xinjiang zu entnehmen – Tests, die für die Gewebetypisierung benutzt werden könnten.

Was ist im neuen Jahr passiert?

Die Bluttestungen von 17 Millionen Uiguren ist abgeschlossen. Und der Vatikan ist nahe an einer historischen Annäherung an Peking dran. Mit den Worten von Bischof Sorondo: „die Kirche, die Vereinten Nationen und die Menschen der Erde müssen der Evolution eines Landes mit einer Population von 1,3 Milliarden und 31 Millionen Christen folgen“ - China, so scheint es, ist der „Protagonist des Szenarios der neuen Welt, die sich vom Atlantik bis zum Pazifik erstreckt… .“

Mit anderen Worten, es spielt keine Rolle, was Peking jetzt tut – wie z.B. Kirchen zu zerstören – und es spielt keine Rolle, wenn die Partei Massenmord begangen hat. Im Wesentlichen heißt das, dass der Vatikan „mit den großen Hunden rennen“ möchte, und Peking eine päpstliche Lossprechung möchte.

Beide Parteien dürften eine benötigen. Weil es eine neue Entwicklung gibt, seit wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben: Uigurische Massenverhaftungen.

Es sind Falun-Gong-Praktizierende heute in diesem Raum, die etwas über Verhaftungen wissen. Und das ist der Punkt: Chinas Büro für Staatssicherheit (PSB, Public Security Bureau, A.d.R.) hat sowohl Uiguren als auch Falun-Gong-Praktizierende als experimentelle Versuchsobjekte benutzt.

Nicht nur Organentnahmen an Lebenden, sondern die Entnahme bei Gewissensgefangenen begann mit den Uiguren Mitte der 90er Jahre; der Ablauf wurde perfektioniert und bei Falun-Gong-Praktizierenden in die Massenproduktion umgesetzt. 2001 erfand das PSB (Public Security Bureau, A.d.R.) einen Massenmedien-Vorwand, um Falun-Gong-Praktizierende ermorden zu können, mit der in Szene gesetzten Selbstverbrennung auf dem Platz des himmlischen Friedens. 13 Jahre später waren es uigurische „Terroristen“ im Bahnhof von Kunming. Die Fakten sind undurchsichtig, dennoch gab es einen Grund, warum alle westlichen Nachrichtenmedien Anführungszeichen um den Begriff „Terroristen“ benutzten – bis CNN unter Pekings Druck einknickte. Etwa fünf Jahre davor begann das PSB (Büro für Staatssicherheit, A.d.R.), an Praktizierenden DNA-Testungen in deren Wohnungen durchzuführen; nun haben sie die gesamte Uiguren-Bevölkerung erfasst. Peking erschuf Chinas Big-Brother-Web, um Falun-Gong-Praktizierende zu fassen; prognostizierbare Überwachung, die Datenanalysen im großen Stil benutzt – sprich, wahre totale Überwachung – die in den Wüsten von Xinjiang aufgeblüht ist.

Für die Jahre von 2000 bis 2008 habe ich angenommen, dass 450.000 bis zu einer Million Falun-Gong-Praktizierende im Laogai-System ständig inhaftiert waren. Nun hat die Exekutiv-Kommission zu China des US-Kongresses (the Congressional Executiv Commission on China, A.d.R.) bestätigt, dass eine halbe Million bis eine Million Uiguren gegenwärtig in „Um-Erziehungs“-Lagern oder „Transformations“-Einrichtungen inhaftiert sind – und Praktizierende, die geflüchtet sind verstehen das volle Ausmaß dieser Begriffe.

Wie kommen wir auf diese Zahl? Sie ist aus chinesischen Quellen zusammengesetzt. Peking schätzt, dass es nur zwölf Millionen Uiguren gibt (nicht 17 Millionen, wie die Uiguren schätzen), und laut Radio Free Asia und AP neigen die lokalen Büros für Staatssicherheit dazu, mit ihren Verhaftungen zu prahlen: 10% der nördlichen Uiguren-Bevölkerung ist inhaftiert, 40% in Hotan, 10% in Kaschgar. Leicht genug, um auf eine Million zu kommen, obwohl man Unsicherheiten erwägen muss; dies könnten „Drehtür“-Zahlen sein mit „Strafen“ von einem Wochenende bis zu 20 Jahren. Es wird nicht zeitnah aufgeklärt werden können. Mit der Verhaftung des Globe and Mail-Journalisten Nathan Vanderklippe haben westliche Journalisten die strapaziöse Reise hinaus nach Xinjiang generell vermieden. Unter den Umständen eines Internet Black-Outs, glauben die akademische Gemeinschaft, die politische Gemeinschaft und die Geheimdienste – so, wie auch ich – dass dies die besten Zahlen sind, die wir bekommen können.

Die Tragödie liegt hinter diesen Zahlen. Jede Gemeinde hat eine Geschichte: In Bullaqsu gibt es fast keine Männer mehr. Der Vorwand war ein Vorfall vor vier Jahren, als die Polizei die Kopftücher von zwei Frauen wegnahm. Etwa 200 Uiguren hinderten die Polizei daran, die Frauen zu verhaften. Das Büro für Staatssicherheit multiplizierte diese Zahl mit vier und warf alle Männer in ein Lager.

Oder nehmen Sie nur einen Todesfall in Haft. Ein 87-jähriger alter Mann wurde ein Jahr festgehalten, mit fortwährender Lärm-Folter durch einen speziell dafür entworfenen Helm – zusammen mit Schlaf- und Wasser-Entzug. Das Büro für Staatssicherheit ließ ihn frei und er starb. Sofort. Jeder der mein Buch The Slaughter, oder viele der Berichte auf Minghui.com kennt wird das Muster kennen. Freigelassen (zur Rückkehr, A.d.R) in die Heimatgemeinde zum Zeitpunkt des Todes - „Töte das Huhn, um dem Affen einen Schrecken einzujagen“ (siehe unten, A.d.R.).

Und die Demütigungen: Die Moscheen überwacht. Dann geschlossen. Dann zerstört. Öffentliche Anzeigentafeln mit muslimischen Gebeten abgestellt. Dann die patriotischen Pflicht-Lieder. Dann Imame gezwungen, den „kleinen Apfel“-Tanz vorzuführen (siehe unten, A.d.R.). College-Studenten gezwungen, während des Ramadan zu essen. Uigurische Gefängnisinsassen gezwungen, Alkohol zu trinken und Schweinefleisch zu essen – besonders den Schweinekopf, die Füße und die Eingeweide.

Die oft-heraufbeschworene Welt der Islamfeindlichkeit ist die reale Lebenswelt der Uiguren. Und jeder Praktizierende, der auf ein Bild von Lehrer Li Hongzhi treten musste, nur um einen Angehörigen im Arbeitslager in den Drachenbergen besuchen zu können wird wissen, dass diese grundlose Demütigung – die Vergewaltigung der menschlichen Würde – die schlimmste aller Foltern ist.

Deshalb, wenn das britische Auswärtige Amt zuhört: Die Zeit für Fragen über Organentnahmen und die Gründe für die Verfolgung – das ist erledigt. Weil es schon wieder von vorne losgeht.

Der amerikanische Kongress und das Europäische Parlament haben Peking öffentlich verurteilt für die Organentnahmen an Gewissensgefangenen, deshalb müssen Sie das Rad nicht noch einmal neu erfinden. Sie brauchen auch nicht die großen Tiere oder „das neue-Welt-Szenario“. Sie müssen mit Ihren Alliierten zusammenarbeiten und öffentlich, ausdrücklich Peking verurteilen.

 

Siehe hierzu folgende Links:

Der Originalartikel: Experts speak at UK roundtable on forced organ harvesting - Westminster

https://endtransplantabuse.org/experts-speak-at-uk-roundtable-on-forced-organ-harvesting-westminster/

International Coalition to End Transplant Abuse in China: Dies ist die Webseite von David Kilgour, David Matas und Ethan Gutmann

https://endtransplantabuse.org

Vatikanbischof lobt kommunistisches China

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/vatikanbischof-lobt-kommunistisches-china

Congressional Executiv Commission on China: Die Congressional-Executive Commission on China (CECC) ist eine unabhängige Behörde der US-Regierung, die die Entwicklungen von Menschenrechten und der Rechtsstaatlichkeit in der Volksrepublik China beobachtet.

https://www.cecc.gov/

Radio Free Asia: Radio Free Asia ist ein nicht-kommerzieller Radiosender mit Sitz in Washington, D.C. Er wurde im Jahr 1994 vom US-Kongress gegründet und wird aus US-amerikanischen Quellen finanziert.

https://www.rfa.org/english/

„Killing the chicken to scare the monkey“: chinesische Redewendung: Ein einzelner wird bestraft, um andere abzuschrecken.

The “Little Apple” dance: Eine chinesische Fittnes-Tanz Version.

Quelle: https://endtransplantabuse.org/experts-speak-at-uk-roundtable-on-forced-organ-harvesting-westminster/

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