Bilanz August 2022: Insgesamt 57 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens verurteilt

16.09.2022 Verhaftungen

Im August 2022 wurden 57 Fälle bestätigt, in denen Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens verurteilt wurden, darunter fünf Fälle im Jahr 2021 und 52 Fälle im Jahr 2022 (davon jeweils einer im Januar, März und Mai, 13 im Juni, 11 im Juli und 25 im August).

Wegen der strengen Informationszensur in China kann jedoch nicht immer rechtzeitig über die Vorfälle berichtet werden und es sind auch nicht alle Informationen leicht zugänglich.

Die verurteilten Praktizierenden kamen aus 14 Provinzen und regierungsunmittelbaren Städten. Die Provinz Liaoning führte die Liste mit 13 Fällen an, gefolgt von Guangdong und Sichuan (jeweils 5 Fälle). In den übrigen Regionen gab es zwischen einem und fünf Fällen.

Die Falun-Dafa-Praktizierenden waren zum Zeitpunkt ihrer Verurteilung zwischen 37 und 81 Jahre alt. Insgesamt drei Praktizierende waren über 80 Jahre alt. Weitere sieben waren über 70 und neun über 60 Jahre alt. Die Strafen reichten von einem Jahr bis zu zehn Jahren. 23 Praktizierende wurden außerdem zu Geldstrafen von 2.000 bis 40.000 Yuan (ca. 2.900 bis 5.800 Euro) verurteilt, insgesamt 223.000 Yuan (ca. 32.350 Euro) und durchschnittlich 9.696 Yuan (ca. 1.406 Euro) pro Person.

Zusätzlich zu den von den Gerichten neu verhängten Strafen wurden eine 81-jährige Praktizierende und eine weitere Frau, die seit fünf Jahren auf der Flucht war, zur Ableistung von Haftstrafen in Gewahrsam genommen, auch nachdem ihre Strafen bereits abgelaufen waren.

Die Verurteilten kamen aus allen Gesellschaftsschichten, darunter ein Arzt im Ruhestand, ein ehemaliger Lehrer und ein Angestellter einer Uhrenfabrik. 

Die Haftstrafen erschütterten auch die Familien der Praktizierenden. Ein Kindergartenkind und sein Bruder, der auf das Gymnasium geht, befanden sich in einer schwierigen Lage, nachdem ihre Eltern verurteilt worden waren. 

Die Schwiegermutter einer anderen Praktizierenden wurde von ihrer Verurteilung so erschüttert, dass sie vor Kummer verstarb.

Nachstehend finden Sie einige ausgewählte Fälle von Verurteilungen. Die vollständige Liste der verurteilten Praktizierenden können Sie hier einsehen (PDF).

Ältere und kranke Praktizierende werden nicht verschont

83-Jähriger im Gefängnis leidet unter gesundheitlichen Problemen

Li Dianxing, ein 83-jähriger ehemaliger stellvertretende Direktor des Wasserschutzamtes des Kreises Yuanling in der Provinz Hunan, leidet unter hohem Blutdruck, hohem Fieber und Gicht, während er wegen seines Glaubens an Falun Dafa seit November 2020 im Gefängnis sitzt.

Er wurde am 30. November 2021 zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von 2.000 Yuan (ca. 2.900 Euro) verurteilt. Das Mittlere Gericht der Stadt Huaihua lehnte am 8. Februar 2022 seine Berufung ab.

70-Jährige wegen ihres Glaubens zu 3,5 Jahren Haft verurteilt – sie kämpft in der Haft mit schlechtem Gesundheitszustand

Huang Jingru, eine 70-jährige Einwohnerin der Stadt Changchun in der Provinz Jilin wurde im Juni 2022 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie Falun Dafa praktiziert. Huang wurde 2021 verhaftet, weil sie gegen die Aussetzung ihrer Rente im Rahmen einer früheren Verhaftung Einspruch erhoben und die Beamten aufgefordert hatte, sich nicht mehr an der Verfolgung zu beteiligen. Im Juli 2021 und im Februar 2022 trat sie zweimal für jeweils drei Wochen in den Hungerstreik. Die Wärter wiesen die Häftlinge an, bei ihr täglich eine Zwangsernährung durchzuführen, ihr aber kein Wasser zu geben.

Infolge der Hungerstreiks sank ihr Gewicht von 50 kg auf 30 kg. Beim Gehen verlor sie das Gleichgewicht. Ihre Hände zitterten ständig und ihr Mund bebte. Als sie im Oktober 2021 versehentlich ihre Zahnprothese wegwarf, wurde alles noch schlimmer.

Huang arbeitete früher in einem Goldminenunternehmen. Sie litt an einem angeborenen Herzfehler und es entwickelte sich eine Gefäßverengung. Schon mit 40 Jahren fiel sie oft in Ohnmacht und hatte Mühe, die Treppe zu ihrer Wohnung im fünften Stock hinaufzusteigen. Kurz nachdem sie 1997 mit dem Praktizieren von Falun Dafa begonnen hatte, stellte sie erfreut fest, dass ihre Krankheiten verschwanden und sie voller Energie war.

Gedächtnisverlust nach Injektion im Krankenhaus – dann wegen ihres Glaubens zu vier Jahren Haft verurteilt

Liu Hongxias aus der Stadt Dalian, Provinz Liaoning war am 28. Oktober 2021 verhaftet worden, als der Polizeibeamte, der sie beschattete, sah, wie sie Plakate über Falun Dafa in Wohnhäusern aufhängte. Seit dem 14. Februar 2022 befindet sie sich im Hungerstreik, um gegen die Verfolgung ihres Glaubens zu protestieren.

Als ihr Anwalt sie am 28. Februar besuchen wollte, wurde ihm mitgeteilt, dass sie in eine spezielle Abteilung des Xinhua-Krankenhauses verlegt worden sei. Im Krankenhaus wurde Liu an das Bett gefesselt, zwangsernährt und ihr wurden unbekannte Medikamente injiziert. Jeglicher Besuch, auch von ihrem Anwalt und ihrer Familie, wurde verboten.

Richter Guo Danhua teilte ihrer Familie mit, dass der Prozess gegen sie für den 13. Juli angesetzt sei, ihre Familie aber nicht dabei sein dürfe. Der Richter betonte, dass es niemandem erlaubt sei, Liu vor dem Prozess zu besuchen. Der Antrag ihres Anwalts auf Vertagung des Verfahrens wurde ebenfalls abgelehnt.

Als ihr Anwalt nach der Verhandlung endlich die Erlaubnis erhielt, sie zu besuchen, konnte sie sich nicht an ihren Krankenhausaufenthalt erinnern, wusste aber, dass sie zwangsernährt worden war und eine Injektion erhalten hatte.

Der Richter verurteilte Liu zu vier Jahren Haft wegen Praktizierens von Falun Dafa. Die 47-Jährige war so schwach und abgemagert, dass sie sich nicht einmal aufsetzen konnte und während der gesamten Verhandlung zusammengesunken in ihrem Stuhl saß.

80-jährige pensionierte Ärztin zu 3,5 Jahren Haft verurteilt

Eine 80-jährige Frau wurde am 24. Juli 2022 darüber informiert, dass sie demnächst eine 3,5-jährige Haftstrafe antreten muss. 

Huang Zheng aus der Stadt Suzhou in der Provinz Jiangsu war vor ihrer Pensionierung Ärztin für chinesische Medizin am Krankenhaus für chinesische Medizin in Suzhou. Sie litt am Menière-Syndrom, von dem sie sich durch das Praktizieren von Falun Dafa erholt hatte.

Im Laufe der Jahre wurde sie immer wieder ins Visier genommen, weil sie ihrem Glauben nicht abschwor. Die Behörden ließen sie oft überwachen und viele ihrer Verwandten und Freunde wurden verhört, wenn diese ihren kranken Ehemann besuchten.

Huang wurde am 6. Juli 2020 zu Hause verhaftet. Ihre Falun-Dafa-Bücher, Fotos des Begründers von Falun Dafa und andere Falun-Dafa-bezogene Materialien wurden beschlagnahmt. Die Polizei ließ sie jedoch um Mitternacht gegen Kaution frei und brachte sie sogar nach Hause.

Am 24. Januar 2022 erschien Huang vor dem Gericht in Wujiang. Keiner ihrer Familienangehörigen oder Freunde durfte der Verhandlung beiwohnen. Der Richter verurteilte sie vier Monate später, am 6. Mai, zu 3,5 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 4.000 Yuan (ca. 580 Euro).

Huangs Ehemann, Hu Zhiliang, war vor Jahren arbeitsunfähig und bettlägerig geworden nachdem die wiederholte Verfolgung seiner Frau seinen Gesundheitszustand beeinträchtigt hatte. Da seine pflegende Ehefrau nun inhaftiert werden soll, befindet er sich in einer schwierigen Lage.

Verurteilung von Gruppen

Sieben Frauen, darunter vier über 70 und 80 Jahre, wegen Praktizierens von Falun Dafa verurteilt

Nach einer Verhandlung am 13. Juli 2022 wurden kürzlich sieben Frauen in der Stadt Linghai in der Provinz Liaoning wegen Praktizierens von Falun Dafa zu Gefängnisstrafen verurteilt. Zhang Yingling, 61, und Jin Xiaomei, 52, wurden jeweils zu drei Jahren und einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (ca. 700 Euro) verurteilt. Kang Guiyun, 70, wurde zu 2,5 Jahren und 5.000 Yuan Geldstrafe verurteilt. Liu Yurong, 60, Li Shufang, 80, und Chen Wenxue, 77, erhielten jeweils ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 2.000 Yuan (ca. 290 Euro). Liu Baolian, 81, wurde zu einem Jahr auf zwei Jahre Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 2.000 Yuan verurteilt.

Die Polizei hatte diese Praktizierenden am 27. November 2021 verhaftet, als sie Kang besuchen wollten. Während Kang später gegen Kaution freigelassen wurde, wurden alle anderen Praktizierenden in das Untersuchungsgefängnis für Frauen der Stadt Jinzhou gebracht, wo sie weiterhin festgehalten werden. Nach der Urteilsverkündung wurde auch Kang am 4. August 2022 erneut in Gewahrsam genommen und in dasselbe Untersuchungsgefängnis gebracht.

 

[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

 

 

Artikel veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion de.minghui.org

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