Bekannter Falun-Gong-Praktizierender in Peking stirbt unter intensiver Überwachung nach 15 Jahren Haft

26.11.2025 Todesfälle
Herr Zhiwen Wang

Herr Zhiwen Wang, ehemaliger ehrenamtlicher Ansprechpartner der Falun-Gong-Forschungsgesellschaft und einer der bekanntesten Opfer der Verfolgungs-Kampagne der Chinesischen Kommunistischen Partei (KPCh) gegen Falun Gong, verstarb am 16. Oktober im Peking Shijitan Krankenhaus, das der Capital Medical University angeschlossen ist.

„Mit größter Trauer teile ich mit, dass mein Vater Zhiwen Wang am 16. Oktober 2025 in Peking, China, verstorben ist“, schrieb Wangs Tochter Danielle auf einer Website, die für seine Freilassung eintritt. „Obwohl Zhiwens Freiheit weiterhin eingeschränkt war, lebte er sein Leben edel und teilte seine mitfühlende Sichtweise mit allen, die er traf. Sogar angesichts jahrzehntelanger Ungerechtigkeit hegte er keinen Groll gegen irgendjemanden.“

Laut Danielle Wang wurde er im Oktober 2025 gegen seinen Willen in ein Krankenhaus in Peking gebracht, wo er unter verdächtigen Umständen starb. Eine Gruppe von Polizisten überwachte sein Zimmer und filmte sogar die letzten Tage seines Lebens.

„In den Monaten vor seinem Tod fragten die örtlichen Polizisten, wann ich nach China zurückkehren würde, und behaupteten, sie würden all ihre Macht einsetzen, um meine sichere Rückkehr zu ermöglichen“, sagt Danielle Wang. „In all den Jahren der Verfolgung haben sie uns nie einen Gefallen getan. Wenn sie wirklich um meinen Vater besorgt gewesen wären, hätten sie ihre Macht genutzt, um ihm eine sichere Ausreise in die USA zu ermöglichen! Solange die Verfolgung andauert, brauchen wir weiterhin Ihre Hilfe, um Aufmerksamkeit zu erzeugt. Wir müssen sicherstellen, dass das tragische Schicksal meines geliebten Vaters nicht umsonst war.“

Ehemaliger ehrenamtlicher Ansprechpartner verurteilt

Herr Wang war Ingenieur im Eisenbahnministerium und einer der ehrenamtlichen Ansprechpartner der ehemaligen Falun-Gong-Forschungsgesellschaft, die 1993 von der chinesischen Qigong-Forschungsgesellschaft offiziell anerkannt wurde. 

Im April 1999 war Herr Wang einer von mehreren Praktizierenden, die während des friedlichen Appells von 10.000 Falun-Gong-Anhängern in Peking mit dem damaligen Ministerpräsidenten Zhu Rongji zusammentrafen. Nur drei Monate später, am 19. Juli 1999, wurde er verhaftet – einen Tag bevor die KPCh ihre landesweite Verfolgungs-Kampagne gegen Falun Gong offiziell startete.

Im Dezember 1999 gaben chinesische Staatsmedien bekannt, dass Herr Wang zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden sei, wegen seines Glaubens, zusammen mit mehreren anderen ehemaligen Ansprechpartnern wie Herrn Chang Li und Herrn Liewu Ji. Der Bericht von Amnesty International vom März 2000 beschrieb den Prozess als den prominentesten Fall gegen Falun-Gong-Praktizierende in diesem Jahr und als „grob unfair“.

„Das Datum der Verurteilung von Wang war bedeutsam – der 26. Dezember 1999. Dies war eines der ersten Beispiele dafür, wie das Regime die Weihnachtsferien strategisch nutzte, um einen Schauprozess gegen einen prominenten Dissidenten abzuhalten, wenn internationale Politiker und Medien nicht aufpassten“, erinnert sich Levi Browde, Executive Director des Falun Dafa Information Center. „Während wir in den USA mit unseren Familien feierten, erinnere ich mich, dass ich ein Foto von ihm sah, wie er in China vor Gericht stand. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es keine so weit publizierte Verurteilung oder so lange Haftstrafen für Falun-Gong-Praktizierende gegeben. Es war ein sehr ernster Moment.“

Spätere Berichte enthüllten, dass Herr Wang im Qianjin-Gefängnis schwere Folterungen erlitten hatte. Er wurde brutal geschlagen, verlor alle seine Zähne und hatte einmal sein Schlüsselbein gebrochen, nachdem ihm sieben aufeinanderfolgende Tage der Schlaf entzogen worden war. Wachen beobachteten ihn rund um die Uhr im Wechsel, um sicherzustellen, dass er nie ruhen konnte. Sein Fall erregte weltweite internationale Besorgnis. Er wurde von der US-amerikanischen-Kongress-Exekutivkommission-für-China (CECC) dokumentiert und vom Defending Freedoms Project der Tom Lantos Human Rights Commission als Fall eines Gewissensgefangenen anerkannt. Der Name von Herrn Wang tauchte auch wiederholt in den jährlichen International Religious Freedom Reports des US-Außenministeriums auf.

Vom Gefängnis zum Hausarrest

Danielle Wang in den USA (links); Danielle und ihr Vater in den 1990er Jahren (Mitte); Danielle’s Vater, Herr Wang, nach 15 Jahren Haft (rechts)

Eineinhalb Jahre vorzeitig im Oktober 2014 entlassen, war Herr Wangs Leidensweg bei Weitem nicht zu Ende. Er wurde sofort von den Gefängnistoren zu einem „Umerziehungs-Zentrum“ gebracht, wo die Behörden versuchten, ihn zu zwingen, seinen Glauben zu widerrufen. Als er endlich nach Hause durfte, lebte er unter unerbittlicher Überwachung – jede seiner Bewegungen wurde von Überwachungskameras, regelmäßigen Polizeibesuchen und Nachbarschaftsspitzeln verfolgt. An politisch „sensiblen Tagen“ wurde ihm befohlen, das Haus nicht zu verlassen.

Danielle Wang, die 19 Jahre alt war und in den USA studierte, als ihr Vater zum ersten Mal inhaftiert wurde, hat nie aufgehört, für seine Freiheit zu kämpfen.

Sie schaffte es, kurz nach seiner Entlassung 2014 mit ihm am Telefon zu sprechen – ein tief emotionales Gespräch nach 15 Jahren Trennung. 2016 traf sie sich endlich wieder mit ihm in Peking nach 18 Jahren Trennung. Allerdings wurde sein Pass bei einem Versuch, sie in den USA zu besuchen, am Zoll konfisziert, und er wurde erneut unter Hausarrest gestellt.

In ihrer Zeugenaussage vor der CECC im Jahr 2017 beschrieb Danielle die Bedingungen, denen ihr Vater weiterhin ausgesetzt war:

„Nun, da mein Vater nach Peking nach Hause zurückgekehrt ist, lagern Agenten buchstäblich rund um die Uhr vor seiner Haustür. Auch wenn er nicht im Gefängnis ist, wird er überwacht und verfolgt. Dies ist eine vollständige Fortsetzung der Verfolgung gegen ihn als Falun-Dafa-Praktizierender.“

Bis zu seinen letzten Tagen lebte Herr Wang unter strengen Einschränkungen, jede seiner Bewegungen wurde überwacht. Sein Tod markiert nicht nur das Ende einer jahrzehntelangen persönlichen Tortur, sondern erinnert auch eindringlich an die anhaltenden menschlichen Kosten der Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden durch die KPCh in China.

„Die Geschichte von Zhiwen Wang ist leider ein Sinnbild für die 26 Jahre andauernde Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden durch die KPCh. Ein gewöhnlicher Chinese, der in einem Schauprozess zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt und gefoltert wurde, nur weil er Mitbürgern dabei half, zu meditieren und spirituelle Erfüllung zu finden“, sagt Browde. „Dennoch hegte er keinen Groll. Selbst nach seiner Freilassung ließ das Regime ihn nicht sein Leben leben oder sich mit seiner Familie wiedervereinigen, sondern hielt ihn sogar auf seinem Sterbebett unter strenger Überwachung. Die KPCh mag sich auf der internationalen Bühne wie ein selbstbewusster Tyrann verhalten, aber Wangs Fall zeigt, wie zerbrechlich und ängstlich das Regime hinter dieser Fassade ist.“

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