Neues über Falun Dafa und die Menschenrechtssituation in China
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Organraub - ein lukratives Geschäft

Organraub in China wurde durch die Aussage der Ex-Ehefrau eines chinesischen Chirurgen 2006 erstmals ins öffentliche Bewusstsein gerückt (Exklusiv-Interview). Dennoch gab es schon im Jahr 2000 ernstzunehmende Hinweise, dass in China mit Wissen der Parteispitze Falun Gong-Praktizierenden Organe am lebendigen Leib entnommen wurden.

Organraub bezeichnet die Entnahme von Organen ohne Einwilligung des „Organspenders“, um sie gewinnbringend zu verkaufen und Organempfängern zu transplantieren. Die unfreiwilligen Organspender sterben bei diesem Vorgang. (Video: Killed for their organs)

Die Untersuchung

In ihrem Bericht „Blutige Ernte“ haben die kanadischen Juristen David Kilgour und David Matas als erste den Organraub in China untersucht. Kilgour war Parlamentsabgeordneter in Kanada und Staatssekretär für den asiatisch-pazifischen Raum während Matas als Menschenrechtsanwalt international Anerkennung erlangt und auch Nazi-Opfer vertreten hat.

Bei ihren Recherchen wurden die beiden Juristen auf Webseiten chinesischer Militärhospitäler aufmerksam, auf denen für Organtransplantationen geworben wurde. Auch wurden gleich die Preise für die jeweiligen Organe online genannt. Mitschnitte von Telefonaten mit chinesischen Ärzten belegen, dass Organe von Falun Gong-Praktizierenden für Transplantationen angeboten wurden.

Bei ihrer Untersuchung gingen Kilgour und Matas folgenden Anschuldigungen nach:

  • dass Falun Gong-Praktizierende in ganz China Opfer von Organentnahmen sind
  • dass die Organentnahmen ohne Einwilligung der Falun Gong-Praktizierenden an vielen verschiedenen Orten, im Zuge einer systematischen Politik, in großer Anzahl stattfinden
  • dass die Organe bei lebendigem Leibe entnommen werden
  • dass die Praktizierenden im Verlauf der Operation oder unmittelbar danach getötet werden
  • dass die getöteten Praktizierenden anschließend verbrannt werden

Dr. Torsten Trey, Mitautor des Buches Staats-Organe – Transplantationsmissbrauch in China, wirft einen Blick auf die Methoden der Organbeschaffung in China. Lange Zeit waren hingerichtete Gefangene die Hauptquelle für Transplantationsorgane. Trotz der hohen, aber gleich bleibenden Anzahl von Hinrichtungen stieg die Anzahl an Transplantationen nach 1999 drastisch an. Dies deckt sich zeitlich mit dem Beginn der Verfolgung, als Hunderttausende von Falun Gong-Praktizierenden in Arbeitslager verschleppt wurden. Zum Beispiel wurden zwischen 1991 und 1998 nur 78 Lebertransplantationen notiert, diese Anzahl stieg jedoch allein im Jahr 1999 auf 118 an. Die Zahl schoss danach explosionsartig in die Höhe und lag im Jahr 2005 bei 4000. Auch stieg die Anzahl an Transplantationszentren in China zwischen 1999 und 2006 von ungefähr 150 auf 600 an. Ausländischen Patienten wird angeboten, innerhalb einer Wartezeit von einer bis vier Wochen ein passendes Spenderorgan bereitgestellt zu bekommen.

Auch der amerikanische freiberufliche Journalist Ethan Gutmann kommt bei seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Anzahl von Falun Gong-Praktizierenden, die auf diese Weise getötet wurden, im Zeitraum von 2000 bis 2006 zwischen 40.000 und 65.000 Fällen lag.

Der Widerstand

Seit 2006 bemühen sich Falun Gong-Praktizierende weltweit, das Thema „Organraub“ durch Medienarbeit oder Informationsstände öffentlich zu machen.

Israel verabschiedete schon im Jahr 2008 sein Organtransplantations-Gesetz. Um dem Transplantations-Tourismus entgegen zu wirken, werden dem Organempfänger keine Kosten mehr für eine derartige Transplantation erstattet. Ein Beispiel neueren Datums ist Spanien, wo im Jahr 2013 ebenfalls ein Gesetz erlassen wurde. Hier macht sich auch der Käufer eines solchen Organs strafbar (Artikel). Andere Länder (Frankreich, Katar, Kanada und Australien) haben ebenfalls Gesetze verabschiedet, in welchen festgelegt ist, dass Organhändler, Ärzte und/oder Organempfänger bei der Transplantation eines Organs durch Organraub mit empfindlichen Geld- und/oder Gefängnisstrafen rechnen müssen. Am 6. Dezember 2014 verabschiedete der Unterausschuss "Internationale Menschenrechte" des kanadischen Parlaments nach zwei Anhörungen einen Antrag, der den staatlich sanktionierten Organraub an Gewissensgefangenen in China verurteilt. Dieser Antrag soll verhindern, dass Kanadier zu Empfängern unfreiwillig "gespendeter Organe" werden, und sich so am Organraub an unschuldigen Menschen mitschuldig machen.

Das Europäische Parlament hat im Dezember 2013 eine Resolution zum Thema „Organraub“ verabschiedet. Die Berichte über systematische, vom Staat gebilligte Organentnahmen an Falun Gong-Anhängern werden als glaubwürdig angesehen. In der Resolution werden die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, sich des Themas der Organentnahmen in China anzunehmen. Es wird den Regierungen empfohlen, den Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich zu verurteilen und ihre Bürger, die nach China reisen, für dieses Thema zu sensibilisieren. Es wird eine umfassende und transparente Untersuchung der Praktiken auf dem Gebiet der Organtransplantation in China durch die EU sowie die strafrechtliche Verfolgung derjenigen, denen eine Beteiligung an solchen ethisch nicht vertretbaren Praktiken zur Last gelegt wird, gefordert.

Die Nichtregierungsorganisation Doctors Against Forced Organ Harvesting (DAFOH), eine Verbindung von Ärzten, setzt sich weltweit für einen sofortigen Stopp der erzwungenen Organentnahmen an Falun Gong-Praktizierenden ein. Im Dezember 2013 überreichten Vertreter von DAFOH eine Petition mit fast 1,5 Millionen weltweit gesammelten Unterschriften beim UN-Hochkommissariat in Genf. Bitte unterstützen Sie die aktuelle Petition mit Ihrer Unterschrift.

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